Fortuna Düsseldorf: Spiel in Gladbach steht im Zeichen langer Serien

Fortuna zu Gast in Gladbach : Ein Derby im Zeichen langer Serien

Gastgeber Mönchengladbach hat seit fast acht Monaten zu Hause nicht mehr gewonnen, Fortuna wartet seit 1984 auf einen Sieg bei den Borussen. Eine der Serien könnte am Sonntag reißen.

Hans Zach, langjähriger Trainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft und der Düsseldorfer EG, hat eine sportliche Weisheit geprägt. „Je länger eine Serie dauert“, lautet sie, „desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie reißt.“ Beim am Sonntag (15.30 Uhr) anstehenden Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Fortuna Düsseldorf wird die Anwendung der Zach’schen Regel indes nicht ganz so einfach. Schließlich wird mindestens eine der bemerkenswerten Negativserien, mit denen beide Kontrahenten in das Nachbarschafts-Derby gehen, auch den Sonntag überdauern.

Die ältere schleppt dabei Fortuna mit sich herum, denn sie hat seit fast 35 Jahren, exakt 12.714 Tagen, nicht mehr in Mönchengladbach gewonnen. Sie hatte freilich etliche Jahre auch gar keine Gelegenheit dazu, denn seit dem tiefen Sturz der Düsseldorfer in die Dritt- und Viertklassigkeit, der mit dem Abstieg aus der Bundesliga 1997 seinen Lauf nahm, verbrachte sie lediglich zwei Jahre mit den Borussen in einer Liga.

Gemessen daran und auch an der Schnelllebigkeit des modernen Profifußballs kann sich daher die Gladbacher Durststrecke beinahe mit der der Rot-Weißen messen. Für eine Mannschaft mit den internationalen Ansprüchen der Gladbacher ist es schon sehr bitter, seit fast acht Monaten kein Heimspiel mehr gewonnen zu haben. Am 26. Januar fuhr Borussia den bislang letzten Dreier in ihrem Park ein, mit 2:0 gegen den FC Augsburg. Seitdem gab es zu Hause in der Bundesliga vier Unentschieden und sechs Niederlagen, zudem am Donnerstag das 0:4 in der Europa League gegen den Wolfsberger AC.

Schade eigentlich, dass nun in Fortuna eine Mannschaft anreist, deren Trainer Friedhelm Funkel rein gar nichts auf die Vergangenheit gibt. Nicht einmal auf die jüngere, wie der 65-Jährige betont. „Aus eigener Erfahrung als Trainer und Spieler sage ich: Solch ein Ergebnis wie das der Gladbacher gegen Wolfsberg hat nicht den geringsten Einfluss aufs nächste Spiel“, betont Funkel. „Erst wenn so etwas häufiger passiert, kann sich ein Problem einschleichen.“

Immerhin sind ja den Borussen zuletzt mehrere Heimpannen passiert, aber auch das spielt für Funkel keine Rolle, ganz im Gegensatz zur Bereitschaft seiner Mannschaft: „Wir müssen einfach wieder geschlossen auftreten, kompromisslos und zweikampfstark“, fordert er. „Dann ist für uns etwas drin. Ich freue mich riesig auf das Spiel. Für uns ist es ein Derby, und es wird klasse, in Gladbach vor fünf- bis siebentausend unserer Fans spielen zu dürfen.“

Funkels Vorfreude wirkt ansteckend, und sie fußt auch darauf, dass sich seine Personalprobleme am Sonntag in Grenzen halten. Zwar fällt Markus Suttner mit Adduktorenproblemen aus, doch dafür kehren die zuletzt erkrankten Nana Ampomah und Andre Hoffmann in den Kader zurück. Für die Startelf sei Ampomah jedoch noch keine Option, erklärt der Coach: „Testspiele wie zuletzt unser 13:0 gegen Urdenbach helfen ihm ein bisschen weiter, aber es fehlt noch etwas. Ich nehme Nana aber auf jeden Fall mit.“

Voraussichtlich wird Fortunas Anfangsformation also mit Ausnahme von Hoffmann, der wohl Robin Bormuth in der Innenverteidigung ablösen wird, genauso aussehen wie beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg. Es wäre den Düsseldorfern allerdings anzuraten, mehr Präzision in ihre Standards zu legen als zuletzt: Gegen Wolfsberg verrieten die Gladbacher erstaunliche Schwächen beim Verteidigen von Eckbällen und Freistößen.

Mehr von RP ONLINE