1. Sport
  2. Fußball
  3. Fortuna

Fortuna Düsseldorf: So will der Zweitligist F95 sich beim Gendern verhalten

Statt Zuschauer dann Zusehende : So steht Fortuna zum „Gendern“

Für die einen ist es eine Selbstverständlichkeit. Andere lehnen es als „Sprachpanscherei“ ab. In Deutschland gibt es eine hitzige Debatte darüber, ob und wie eine geschlechterneutrale Sprache sinnvoll umgesetzt werden könnte. Ein Zweitligist hat nun ein Zeichen gesetzt. Was Fortuna sagt.

An sächsischen Schulen, so wurde in diesen Tagen bekannt, sollen künftig keine Sonderzeichen für eine geschlechterneutrale Sprache mehr verwendet werden. Dabei geht es etwa um offizielle Schreiben, Briefe an die Eltern sowie Unterrichtsmaterialien. Laut Handlungsempfehlung soll dabei gänzlich auf Zeichen wie Gendersternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich verzichtet werden.

Diese Sonderzeichen erfüllten weder die Kriterien für eine gendergerechte Schreibung noch entsprächen sie den aktuellen Festlegungen des amtlichen Regelwerks. Stattdessen empfiehlt das Ministerium die Verwendung von Paarformen wie Schülerinnen und Schüler oder geschlechtsneutrale Formulierungen wie etwa Lehrkräfte. Ziel sei eine gendergerechte und verständliche Sprache.

Mit einer amtlichen Verordnung wird man das Problem aber vermutlich nicht lösen. Denn die unterschiedlichen Lager stehen sich recht unversöhnlich gegenüber. Im Wahlkampf ist es eines der großen Themen. Sprache ist ständig im Wandel. Doch vielen geht das dann doch alles ein wenig zu weit.

Natürlich gibt es auch in der Fußball-Branche zahlreiche Beispiele, die einer kritischen Betrachtung wohl nicht standhalten würden. Vieles hat sich über die Jahre so ergeben. Gleichwohl haben sich durch Einführung von Familien-Blocks und eines deutlich diverseren Publikums automatisch Veränderungen ergeben.

Bei Fortuna will man erst einmal abwarten. Auf Anfrage unserer Redaktion heißt es in einer Stellungnahme des Zweitligisten: „Das aktive Abbauen von Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts, der Herkunft, der Religion oder anderen Eigenschaften gehört zur Identität der Fortuna. Dafür stehen wir aktiv ein. Die deutsche Sprache, speziell in der Schrift-Form, befindet sich aktuell in einem starken Wandel, der noch nicht abgeschlossen ist und intensiv diskutiert wird. Dies verfolgen wir sehr gewissenhaft und prüfen eine richtige Vorgehensweise für die Fortuna.“

Bei Konkurrent Hannover geht man schon einmal einen Schritt weiter. Dort ist nur noch die Rede von „Zusehenden“ statt „Zuschauern“, wenn beispielsweise auf der großen Videowand im Stadion verkündet wird, wie viele Zuschauerinnen und Zuschauer in die Arena gekommen sind.

Eine offizielle Empfehlung der DFL gibt es übrigens zum Thema aktuell noch nicht. Und so wird es vor allem viele individuelle Wege geben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So könnte Fortunas Startelf gegen Regensburg aussehen