Nach Verletzungen und Sperre So steht Fortunas Trainer zur Verpflichtung vertragsloser Spieler

Düsseldorf · Das Transferfenster ist seit dem 1. September geschlossen, aber arbeitslose Profis dürfen weiterhin unter Vertrag genommen werden. Nach zwei Verletzungen und einer Sperre ist das durchaus ein Thema rund um den Zweitligisten. Was Trainer Daniel Thioune davon hält. Wie er die Lage sieht.

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Foto: pictureshooting.AT/Albert Mikovits/Albert Mikovits

Kaum ein Thema ist in diesem Sommer bei Fortuna so heiß diskutiert worden wie Spielertransfers. Nach einigen Abgängen mit Topscorer Dawid Kownacki und Stamm-Innenverteidiger Christoph Klarer an der Spitze hatte sich der Kader des Zweitligisten ordentlich ausgedünnt. Und obwohl Sportvorstand Klaus Allofs und Sportdirektor Christian Weber auf der Zielgeraden der Wechselperiode mit den Ausleihen von Christos Tzolis und Isak Johannesson noch zwei Paukenschläge gelangen, haben die Düsseldorfer nach wie vor den kleinsten Kader der Zweiten Liga.

Es ist also nicht weiter verwunderlich, wenn immer wieder die Frage aufkommt, ob sich der Klub noch einmal verstärken werde. Auf dem klassischen Wege, sprich die Verpflichtung von Spielern anderer Klubs, ist das seit dem 1. September nicht mehr möglich, da das Transferfenster im europäischen Fußball geschlossen ist. Wohl aber dürfen noch Profis verpflichtet werden, die derzeit ohne Vertrag sind – wie zum Beispiel Shkodran Mustafi, Weltmeister von 2014, der für Fortuna am Sonntag das Pokallos SpVgg Unterhaching zog.

Neue Aktualität hat die Diskussion durch die Verletzungen von Andre Hoffmann (Schulter), der sogar bis zum Jahresende ausfällt, und Marcel Sobottka (Adduktoren) sowie den Platzverweis von Matthias Zimmermann bekommen. Noch einmal drei Profis weniger, nur noch 16 Feldspieler also, die Stand heute für das Heimspiel gegen den VfL Osnabrück am Freitag (18.30 Uhr, Arena) zur Verfügung stehen. Sofern es keine weiteren Ausfälle gibt bis dahin, versteht sich.

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Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Daniel Thioune kommt dennoch, auf das Thema „FC Arbeitslos“ angesprochen, zu einem eindeutigen Urteil. „Grundsätzlich möchte ich keinen Aktionismus. Ich will nicht machen, um zu machen“, betont der Fortuna-Trainer. „Das war auch die Überschrift für diese Saison, was den Kader betraf. Im vergangenen Jahr haben wir Spieler geholt und sind dabei Kompromisse eingegangen, das wollte ich in diesem Jahr nicht. Dass wir den Arbeitslosenmarkt im Blick behalten müssen – definitiv. Aber Matthias fällt jetzt ein Spiel aus, da sehe ich nicht viel Nachholbedarf.“

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Foto: Frederic Scheidemann

Und wie sieht es generell mit der möglichen Verpflichtung vertragsloser Spieler in diesem Herbst aus? „Wir thematisieren das und sprechen darüber, wenn zum Beispiel der worst case einträte und noch ein Innenverteidiger ausfiele“, antwortet der 49-Jährige. „Wir haben jedoch in allen Bereichen noch eine Absicherung, und ich glaube, dass die Spieler, die jetzt noch vertragslos sind, uns vielleicht nicht unmittelbar helfen könnten, sondern eher den Kader ergänzen. Wir haben nicht mehr ganz so viele Spiele zu gehen, vielleicht schaffen wir es bis in die nächste Transferperiode hinein.“

Bis dahin muss eben das vorhandene Personal reichen, wenn es nach dem Trainer geht. „Ich werde mir unter der Woche ein paar Gedanken dazu machen, denn 20 Spieler für den Spieltagskader bekommen wir ja nicht mehr zusammen“, erklärt Thioune. „18 inklusive Torhüter würden ausreichen, weil ich ganz so viele ja auch nicht einwechseln kann. Aber ich muss ja auch noch ein paar Positionen absichern, so dass ich mindestens eine oder zwei nachbesetzen werde.“

Aus der U23, meint er damit, und da ist es natürlich hilfreich, dass diese erst am Samstag spielen muss. Aber selbst wenn das nicht der Fall wäre: „Wie haben da die volle Unterstützung unserer U23. Die Lokomotive ist die erste Mannschaft, und die hat immer Vorrang.“