Fortuna Düsseldorf sieht beim 0:4 gegen RB Leipzig kein Land

Fortuna nach der Leipzig-Klatsche : „Das ist einfach Wahnsinn, wie die Fans uns feiern“

Beim 0:4 gegen Leipzig ist für den Aufsteiger schon nach 16 Minuten alles vorbei. Doch Kapitän Oliver Fink und Torhüter Michael Rensing sind sicher, dass ihr Team inzwischen stabil genug ist, solch einen Rückstand wegzustecken.

Die Zuschauer in der Düsseldorfer Arena erwiesen sich als erstligareif. Obwohl für ihre Fortuna beim 0:4 gegen in allen Belangen überlegene Leipziger bereits nach einer Viertelstunde so gut wie alles verloren war, sangen sie unverdrossen bis zum Schlusspfiff. „Das ist einfach Wahnsinn, wie sie uns feiern“, sagte Kapitän Oliver Fink kopfschüttelnd. „Wir haben heute lange Zeit überhaupt kein Land gesehen, das war schon enttäuschend. Aber wenn man unsere Fans so hört, dann haben wir immer noch Rückenwind. Es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.“

So wie der Kapitän sahen es unmittelbar nach dem Schlusspfiff auch seine Kollegen. „Wir sind stabil genug, so etwas wegzustecken“, erklärte etwa Torhüter Michael Rensing, der Fortuna schon so oft den Hals gerettet hat, am Sonntag aber einen schwarzen Abend erwischt hatte. Nach gerade 85 Sekunden ließ der 34-Jährige das Spielgerät nach einem Eckball fallen, obwohl er es bereits fest in den Händen zu halten schien. „Den darf ich nicht fallen lassen, ganz klar“, sagte der Keeper selbstkritisch.

Kommentar zu Fortunas 0:4-Niederlage gegen RB Leipzig

Doch obwohl „Rense“ noch weitere Schwächen offenbarte, darf man die erste Düsseldorfer Niederlage nach der herausragenden Serie von vier Siegen in Folge nicht allein am Torhüter festmachen. „Natürlich muss Micha den Ball festhalten, und das weiß er auch“, fasste Trainer Friedhelm Funkel zusammen. „Aber bevor der Ball im Netz landete, hätten wir noch zwei, dreimal klären können.“

Und so, wie die Hintermannschaft bei Yussuf Poulsens 0:1 in Tiefschlaf versank, passierte ihr es innerhalb der ersten Viertelstunde noch zweimal. Vor allem der Geleitschutz, den die Fortunen Leipzigs Innenverteidiger Ibrahima Konate beim zweiten Treffer gewährten, gehörte schon ins Kuriositätenkabinett.

„Die Gegentore fielen einfach zu schnell“, meinte Außenstürmer Takashi Usami. „Unser Spiel besteht eben aus Kämpfen und Laufen, die Null zu halten ist unsere Motivation. Nach dem 0:3 war das Spiel schon erledigt.“ Funkel merkte dabei positiv an, dass seine Mannschaft danach nicht so auseinandergefallen sei wie beim vom Verlauf vergleichbaren 1:7 in Frankfurt. „Das soll aber nichts beschönigen“, merkte der 65-Jährige an. „Wir haben schlecht gespielt. Aber wir sind Aufsteiger, wir sind Fortuna Düsseldorf. Wir werden morgen kritisch mit der Situation umgehen und alles aufarbeiten, aber danach geht es weiter.“

Die Reaktion von den Rängen zeigte, dass die Fans es ähnlich sehen. Sie verziehen ihrem Team den gebrauchten Tag und gewährten ihm den Kredit, den es sich im bisherigen Saisonverlauf redlich verdient hat. Und die Profis ärgerten sich ja auch selbst genug über ihre Vorstellung, zumal da sich Fortuna aufgrund der Niederlagen der Konkurrenz im Abstiegskampf ein gutes, womöglich schon vorentscheidendes Stück hätte absetzen können.

Davon freilich wollte Funkel nichts wissen. „Nur weil die anderen unten verlieren, heißt es ja nicht automatisch, dass wir unbedingt punkten müssen“, mahnte er.

Rechtsverteidiger Matthias Zimmermann, der nach den Treffern von erneut Poulsen und Konrad Laimer kurz vor Schluss mit spektakulärem Einsatz das 0:5 verhinderte, dachte noch ein bisschen weiter. „Vielleicht tut so ein Ding ja mal ganz gut, damit wir wieder auf den Boden kommen“, kommentierte der 26-Jährige. Er sollte seinen Trainer besser nicht hören lassen, dass die Spieler diesen Boden womöglich schon kurz verlassen hatten.

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