Fortuna Düsseldorf: Sieben Lehren aus dem Trainingslager

Fortunas Vorbereitung: Sieben Lehren aus dem Trainingslager

Fortunas Trainer Friedhelm Funkel zieht ein positives Fazit aus dem einwöchigen Wintertrainingslager in Marbella. Einer der wichtigsten Rückschlüsse betrifft die Zukunft des 64-Jährigen bei den Düsseldorfern.

Die Fußballprofis der Fortuna sind gestern Abend am Flughafen Weeze gelandet. Der Zweitligist hat eine Woche im südspanischen Küstenort Marbella verbracht, und die Bedingungen waren sehr gut: "Alles lief so, wie wir uns das vorgestellt haben", sagt Cheftrainer Friedhelm Funkel. Die ersten Trainingstage in der Sonne hätten dem Team gut getan. Selbst Regenströme in der zweiten Wochenhälfte störten kaum, denn die Trainingsplätze waren bestens präpariert. "Marbella ist ein sehr guter Standort für ein Trainingslager", erklärt Funkel. Der Spitzenreiter der 2. Bundesliga zog ein hartes Programm durch, "von dem wir lange profitieren können".

Die Fitness stimmt. Die sehr kurze Winterpause bewertet der Trainer als "völlig unproblematisch". Anders als im Sommer diene das Training im Winter nicht dazu, die Grundlagen für eine ganze Saison zu legen. In den zwei Wochen zwischen dem Rückrundenstart vor Weihnachten und der Abreise nach Marbella hätten die Spieler kaum Fitness eingebüßt. Alle seien nun müde, die Arbeit werde sich laut Funkel auszahlen: "Wir gehen am 24. Januar topfit in das Spiel gegen Erzgebirge Aue und sind für die restlichen 15 Spiele gewappnet."

Das Team ist intakt. Kein Streit, keine Reibereien. Den Eindruck von außen, dass das Miteinander in Marbella gut war, bestätigt der Trainer. "Alle 28 Spieler gehen respektvoll miteinander um. Es wird sich sofort entschuldigt. Und viel wichtiger: Entschuldigungen werden angenommen." Das spreche für den Charakter der Spieler. Es sei aber auch das, was er erwarte. Die Zimmeraufteilung trug maßgeblich zu der Harmonie bei. Als Teammanager war Sascha Rösler dafür verantwortlich: "Sascha hat wohl das richtige Maß gefunden."

Spieler trainieren individuell. Das Trainingslager hat noch einmal verdeutlicht, wie unterschiedlich jeder Spielertyp ist. Diese Lehre wird Funkel auch in den kommenden Wochen in Sachen Trainingsintensität und -umfang helfen. Typen wie Oliver Fink, Florian Neuhaus oder Marcel Sobottka zeichnet ihre ausdauernde Spielweise aus. Ganz anders müssen Profis mit temporeichem Spielstil trainiert werden: "Benito Raman sprintet so häufig, schnell und lang wie kein anderer Fortune", sagt Funkel. Er merkt dies lobend, aber auch mahnend an. "Wir müssen auf Benito aufpassen." So wurde Raman im Testspiel gegen Standard Lüttich (1:3) geschont, obwohl er nicht verletzt war. Auch im täglichen Training zog Funkel ihn und andere häufiger heraus.

Das Defensivspiel ist flexibel. Der Trainer konnte taktische Experimente machen. Gegen Lüttich startete er mit einer Dreierkette, wechselte dann in Hälfte zwei auf eine Viererkette. Der Test sollte zeigen, wie gefestigt einerseits Formationen und wie harmonisch neue Konstellationen sind. Eine Lehre: Die Kette Gießelmann, Bormuth und Gül funktioniert. "In den ersten 35 Minuten haben wir eine tolle Leistung gesehen", sagte Funkel nach dem Lüttich-Spiel. Jetzt muss Gül nach seiner Knieverletzung nur rechtzeitig fit werden.

Es gibt keine Großbaustellen. Negative Überraschungen hat es in Marbella nicht gegeben. Vielmehr sieht Funkel sich bestätigt, dass er seine Spieler gut kennt: "Ich weiß, wer mehr machen muss." Und er wisse, wer seinem Anspruch bereits genüge. Die Kaderzusammenstellung gefalle ihm zudem. Wintertransfers seien weder nötig noch geplant. Der Klub halte die Augen und Ohren aber offen. "Wir haben eine gute Mannschaft und sind auf einem hohen Level", meint der Coach.

Der Aufstieg ist realistisch. In den Tagen von Marbella haben alle Beteiligten alles dazu gesagt. "Wir wollen aufsteigen", betonte Stürmer Havard Nielsen. Der Trainer formuliert es anders: "Wir werden alles tun, oben zu bleiben." Dafür aber dürften sich gewisse Spieler nicht verletzen. Auch ein Quäntchen Glück brauche jeder Aufsteiger.

Funkel will bleiben. Fernab der Heimat hatte Funkel wohl genug Zeit, über seine Zukunft nachzudenken: Sein Vertrag endet im Sommer. Einmal hatte er es 2017 gesagt: Fortuna könnte die Endstation nach 27 Jahren als Trainer sein. "Ich werde meinen Wohnort nicht mehr verändern", bestätigte der Krefelder in Marbella. Der 64-Jährige sei aber "total motiviert" und werde in Ruhe mit Vorstandsboss Robert Schäfer sprechen. Funkels vielleicht wichtigster Satz kommt zum Schluss: "Es ist mein Wunsch, bei Fortuna weiterzumachen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Friedhelm Funkel

(ball)