Fortuna Düsseldorf schnuppert Bundesliga-Luft

Fortuna Düsseldorf : Fortuna schnuppert Bundesliga-Luft

37.173 - so viele Zuschauer besuchten das Heimspiel von Fortuna Düsseldorf gegen den VfB Stuttgart in der 2. Bundesliga im August. Es war der Bestwert für die Esprit-Arena in dieser Saison. Morgen wird dieser aller Voraussicht nach gesteigert. Und das nicht etwa bei einem Pflichtspiel, sondern bei einem Vorbereitungsturnier.

Der Telekom Cup wuchert mit namhaften Gegnern, und die Fans folgen dem Ruf. In Mainz 05, Borussia Mönchengladbach und Bayern München geben sich drei Erstligisten die Ehre. Und die hohe Besucherzahl ist Indiz dafür, wie groß die Sehnsucht nach Bundesliga-Fußball in Düsseldorf ist.

"Ich will mit Fortuna in die Bundesliga", sagt der Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer. Am liebsten natürlich noch in dieser Saison, wenn nicht, dann eben in der nächsten. Das Ziel ist klar gesteckt, der Zeitrahmen noch offen. Aber die Verträge mit den Partnern werden entsprechend gestaltet. Zum Beispiel mit dem Sportartikelhersteller Uhlsport, der die Fortuna in der kommenden Saison ausrüstet. 450.000 Euro kassieren die Düsseldorfer in der zweiten Liga, 750.000 Euro in der ersten Liga, und wenn es sportlich und im Merchandising gut läuft, erhöht sich der Betrag bis hin zu einer Million.

Aber das ist nicht das einzige Pfund, mit dem Schäfer wuchert. "Wir wollten den Telekom Cup ausrichten, nicht nur, um uns sportlich zu präsentieren, sondern auch das Stadion. Wir wollen zeigen, was hier alles möglich ist", sagt er. "Und wenn es morgen schneit, machen wir das Dach zu. Hier herrschen angenehme Bedingungen." Für die Zuschauer genauso wie für die Spieler, die dann bei zehn, zwölf Grad auf einem frisch verlegten Rasen kicken können.

Fortunas Gegner im Halbfinale, der FC Bayern München, kehrte am Mittwoch mit positiven Eindrücken aus dem Trainingslager in Katar zurück. "Die Rückrunde kann kommen", sagte Trainer Carlo Ancelotti, "wir sind stärker als im Sommer". Einziger Wermutstropfen während des Aufenthalts im Emirat war die Verletzung von Thiago, der einige Wochen mit einer Muskelverletzung pausieren muss. Gegen Fortuna will Ancelotti vor allem seine Trainingsinhalte (Umschalten, in Pressingsituationen kommen) in der Praxis sehen.

Bei Borussia sind die Augen auf Dieter Hecking gerichtet, der sich erstmals auf deutschem Boden als Mönchengladbachs Trainer an der Seitenlinie präsentiert. Auf dem Platz ist ein weiterer Neuling dabei: Timothée Kolodziejczak. Den Abwehrspieler haben die Gladbacher gerade erst vom FC Sevilla verpflichtet. Im Trainingslager in Marbella hat Hecking zuletzt erste Inhalte seiner Philosophie vermittelt. Nun will der Coach die Resultate der Arbeit sehen.

Gegner der Gladbacher im Halbfinale ist Mainz 05. Dort muss Trainer Martin Schmidt eine Lösung finden, wie sein Team den Verlust des torgefährlichen Spielgestalters Yunus Malli auffängt. Der türkische Nationalspieler wechselte zu Ligakonkurrent VfL Wolfsburg. Schmidt forderte öffentlich Ersatz - noch in dieser Transferperiode. Morgen wird seine Mannschaft die Lücke aber vorerst anders kompensieren müssen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Fans sind die Gewinner

(RP)
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