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Fortuna Düsseldorf: Rückblick auf dramatische Siege gegen Hertha BSC

Rückblick-Serie : Fortuna feiert dramatische Siege gegen Hertha BSC

In unserer Serie blicken wir zurück auf Fortunas denkwürdige Duelle gegen die kommenden Bundesliga-Gegner. Gegen die Berliner gab es den ersten Pokalsieg der Vereinsgeschichte und eine dramatische Relegation.

Auf diesen Moment warten die Fortunen seit einer gefühlten Ewigkeit. Wenn Ende August die Bundesliga in ihre 56. Spielzeit geht, dann waren die Düsseldorfer fünf Jahre und knapp hundert Tage nicht dabei. Am 18. Mai 2013 verabschiedeten sich die Schützlinge von Trainer Norbert Meier sang- und klanglos aus dem Fußball-Oberhaus. 170 Partien (62 Siege, 48 Remis, 60 Niederlagen, 219:226 Tore) mussten die Rot-Weißen in Liga zwei absolvieren, bevor ihnen die ersehnte Rückkehr gelang. Nun geht es ab dem Wochenende 24. bis 26. August wieder gegen die Großen der nationalen Fußball-Szene.

Damit auch wieder gegen Hertha BSC. Die Duelle der Fortuna mit dem Hauptstadtklub haben eine lange Tradition. Zu den Höhepunkten der Klubgeschichte gehörten die Spiele 1979 im DFB-Pokalfinale und 2012 in der Relegation zum Aufstieg in die Bundesliga. In beiden Partien setzten sich die Rot-Weißen auf dramatische Weise durch.

23. Juni 1979: Seel trifft zum Pokalsieg. Wolfgang Seel war im Niedersachsenstadion der ganz große Held des Pokalfinales gegen Hertha, die pikanterweise vom früheren Düsseldorfer Coach Kuno Klötzer trainiert wurde. Vier Minuten vor Schluss der Verlängerung stand es immer noch 0:0, als dem sechsmaligen Nationalspieler sein wichtigstes Tor im Fortuna-Trikot gelang. Viele Fans hatten sich bereits auf ein Wiederholungsspiel zwei Tage später eingerichtet, als der Linksaußen mit einem Kunstschuss Norbert Nigbur im Berliner Tor bezwang. Seel war in eine Rückgabe von Uwe Kliemann auf seinen Keeper gesprintet, die im unebenen Rasen hängen geblieben war. Halb im Fallen schnibbelte Seel den Ball mit seinem schwächeren linken Fuß fast von der Torauslinie aus ins Netz und sorgte für eine Sternstunde der Fortuna.

Die Männer von Cheftrainer Hans-Dieter Tippenhauer streiften damit an jenem 23. Juni 1979 vor 10.000 mitgereisten Düsseldorfer Fans das Trauma von fünf verlorenen Pokalendspielen und den Makel des ewigen Verlierers ab. Ein Jahr zuvor hatte sie das Finale gegen Köln verloren.

1979 war das erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Rot-Weißen. Denn bevor sie in Hannover ihren ersten Pokalsieg feierten, hatten sie ihren Fans bereits am 16. Mai mit der Leistung beim Europacupfinale gegen den FC Barcelona in Basel einen denkwürdigen Abend bereitet. Erst in der Verlängerung mussten sie sich dem hohen Favoriten aus Spanien mit 3:4 geschlagen geben.

15. Mai 2012: Rehhagel hat „Halbangst. So eine Partie wie das Relegations-Rückspiel der Fortuna gegen Hertha hatte es noch nicht gegeben. Es stand 2:2, als Tausende Zuschauer eine gute Minute vor Ablauf der Nachspielzeit den Platz stürmten, weil sie annahmen, dass die Partie beendet ist. Ein Fan klaute sogar den Elfmeterpunkt, der bei der Spielfortsetzung fehlte. Mit all dem lösten die Anhänger eine Prozesslawine aus, mit der die Berliner ihren Platz in der Bundesliga erzwingen wollten. Hertha-Coach Otto Rehhagel faselte vor Gericht sogar von „Halbangst“.

Beide Mannschaften verschwanden nach dem Platzsturm in der Kabine, Schiedsrichter Wolfgang Stark pfiff aber wieder an, und es blieb beim Remis. Fortuna war nach dem 2:1-Hinspielsieg damit aufgestiegen. Maximilian Beister hatte schon nach 24 Sekunden zum 1:0 getroffen und sein Team damit der ersten Liga ganz nahe gebracht. Einwechselspieler Ranisav Jovanovic sorgte für das 2:1 (59.). Für Hertha waren Änis Ben-Hatira (22.) und Raffael (85.) erfolgreich.

23. März 1991: Das bislang letzte Bundesligaspiel gegen die Berliner. Vor mehr als 27 Jahren siegten die Düsseldorfer mit 4:2 gegen die „Alte Dame“. Thomas Allofs (54., 73.), Jørn Andersen (78.) und André Winkhold (83.) trafen für die Düsseldorfer, Armin Görtz (81.) und ein Eigentor von Norbert Schlegel (82.) sorgten für die Tore der Gäste, die wenige Wochen später als Letzter abstiegen. Die Fortunen folgten ihnen ein Jahr später – ebenfalls als Schlusslicht – in Liga zwei.