Fortuna Düsseldorf: RP-Redakteure tippen Fortunas Saison

Fortuna Düsseldorf: Für Fortuna geht's weiter nach oben

Am Montag geht's los: Dann empfängt Zweitligist Fortuna Düsseldorf die Eintracht aus Braunschweig zum Saisonauftakt (20.30 Uhr/Live-Ticker). Vor Beginn der Spielzeit haben unsere Redakteure getippt, wie es für die Rheinländer laufen wird.

Das Ergebnis: Um den Klassenerhalt zittern muss Fortuna in der Saison 2017/18 nicht mehr. Es geht weiter nach oben. Allerdings nicht nach ganz oben.

Jan Dobrick: "Hoffnung auf einen einstelligen Platz ist berechtigt"

Jan Dobrick Foto: Hans-Juergen Bauer

Fortuna steht unter Druck. Mal wieder. Schon im Mai, als die Düsseldorfer den Abstieg mit Mühe und Not verhindert hatten, gab der Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer das Minimalziel für die Saison 2017/18 aus: Platz sechs. Trainer Friedhelm Funkel nahm sogar das Wort Aufstieg in den Mund. Klare Ansagen, an denen sich die Verantwortlichen nun messen lassen müssen.

Der Zweitligist musste Leistungsträger wie Kevin Akpoguma ziehen lassen, investierte aber auch in den Kader: Rouwen Hennings wurde fest verpflichtet, die Kaufoption bei André Hoffmann gezogen. Zudem kamen sechs Neue. Funkel ließ in der Vorbereitung ein 3-5-2-System spielen, das seinem Sicherheitsfußball etwas mehr Schwung verleihen dürfte.

Die Liga ist so ausgeglichen wie lange nicht. In der vorigen Spielzeit waren die ersten beiden Plätze schon vor dem Start an Stuttgart und Hannover vergeben. Nun ist maximal Ingolstadt favorisiert. Dahinter bleibt Platz für Teams wie Braunschweig, Berlin, Darmstadt oder St. Pauli. In Düsseldorf ist die Hoffnung auf einen einstelligen Tabellenplatz berechtigt. Prognose: Platz sechs bis acht.

Thomas Schulze: "Es kann ein kleiner Aufwärtstrend entstehen"

Thomas Schulze Foto: Krebs, Andreas

Fortuna befindet sich seit Dezember 2012 in einem Abwärtstrend, der erst in der vergangenen Saison zumindest gestoppt werden konnte. Von der Bundesliga ging es abwärts, nach großem Zittern konnte der Absturz in die Drittklassigkeit vermieden werden, ehe die Mannschaft unter Funkel in der vergangenen Saison nach einer insgesamt soliden Leistung, jedoch mit enttäuschenden Auftritten vor heimischem Publikum auf Platz elf landete.

Die Erwartungen sind hoch. Der Vorstandsvorsitzende Schäfer hat als Minimalziel Platz sechs ausgegeben. Funkel selbst hat von einer Aufstiegschance gesprochen, sofern Fortuna "vier, fünf gute Leute" dazu hole. Ist das gelungen? Havard Nielsen, Emir Kujovic, Davor Lovren, Florian Neuhaus und Niko Gießelmann — die Anzahl stimmt, auch die Qualität?

Die 2. Bundesliga gleicht einer Wundertüte. Dass die "Bild" Fortuna auf Platz zwei sieht, ist der Tatsache geschuldet, dass die Stärken wohl eher im spekulativen und euphorischen Bereich liegen denn in der nüchternen Analyse. Gelingt dem Verein der nächste Schritt der Stabilisierung, kann ein kleiner Aufwärtstrend entstehen, so dürfte eine Platzierung zwischen sechs und zehn realistisch sein. Schneidet Fortuna besser ab, so ist dies Trainer Funkel zu verdanken, dem es dann gelungen wäre, die Spieler deutlich besser zu machen.

Bernd Jolitz: "Fortuna kann eine gute Rolle spielen"

Bernd Jolitz Foto: RPD_RP-Online

Fortunas Kaderplaner waren fleißig in der Sommerpause. Chefscout Uwe Klein hat gemeinsam mit dem Vorstand und dessen Assistenten Robert Palikuca gezielt an den Schwachstellen des Kaders gearbeitet und vielversprechende Zugänge verpflichtet. Vor allem im Angriff hat sich einiges getan.

Dennoch bleibt die Abschlussschwäche das große Problem der Düsseldorfer. Das hat die Vorbereitung deutlich gezeigt, als gegen zugegeben starke Gegner wie Brighton und Charleroi keine Treffer gelangen. An diesem Defizit müssen Trainer Funkel und seine Profis arbeiten.

Eine Chance liegt allerdings in der Zusammensetzung der Liga, denn im Gegensatz zur Vorsaison gibt es keine klaren Favoriten, und niemand kann sagen, ob Vereine wie Union Berlin oder Dynamo Dresden erneut eine so gute Saison hinlegen können. Gemessen an all diesen Faktoren kann Fortuna eine gute Rolle spielen. Für den ganz großen Wurf wird es wegen der Abschlussschwäche jedoch nicht reichen — Fortuna wird Vierter.

(jado/jol/ths)