Fortuna Düsseldorf: Rouwen Hennings lächelt nach zwei Toren wieder

Fortunas Torjäger : Rouwen Hennings kann endlich wieder lächeln

Beim Sieg gegen Borussia Mönchengladbach hat Rouwen Hennings zwei Tore geschossen. „Wir haben einiges dazugelernt“, sagt der Doppeltorschütze, der seiner persönlichen Negativserie ein Ende setzte.

Sehr häufig hat man Rouwen Hennings in den vergangenen Wochen nicht lächeln sehen. Fortunas Stürmer genießt zwar seit seinem Siegtreffer zum 2:1 in Dresden im April 2018, der den Aufstieg in die Bundesliga bedeutete, beim Düsseldorfer Anhang Legendenstatus, doch mit der aktuellen Entwicklung konnte er nicht zufrieden sein. Nur in vier der zehn Ligaspiele dieses Jahres stand der 31-Jährige in der Startelf, zweimal wurde er nicht einmal eingewechselt – eine schwache Quote für einen, der jahrelang bei Trainer Friedhelm Funkel so gut wie gesetzt war.

Am Samstag freilich kehrte das Lächeln zurück. Und wie. Der erfahrene Angreifer strahlte in der Mixed Zone wie ein Jugendspieler nach seinem ersten Tor. Hennings hatte davon sogar gleich zwei gemacht, und zwar nicht eben unbedeutende: das 1:0 und 3:0 beim begeisternden 3:1-Sieg über Borussia Mönchengladbach. „Natürlich bin ich sehr froh darüber“, gab Hennings zu. „Die letzten Wochen waren ein bisschen unglücklich, da habe ich die eine oder andere Chance liegengelassen.“

Verrückt habe er sich davon jedoch nicht machen lassen. „Bei meiner Riesenchance in Wolfsburg bin ich eigentlich auch cool geblieben, aber VfL-Torhüter Koen Casteels hat leider geahnt, was ich vorhatte. Das ist halt bitter, aber ich versuche es wie immer. Das hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin, und damit bin ich ganz zufrieden.“ Nachvollziehbar, denn auch wenn der Hol­steiner wegen der Konkurrenz durch Hochgeschwindigkeits-Stürmer wie Dodi Lukebakio, Dawid Kownacki und Benito Raman nicht mehr in jeder Partie allererste Wahl ist, so streift er doch mehr und mehr das Klischee ab, nur ein Zweitligastürmer zu sein.

Fortunas Fans feierten ihn jedenfalls frenetisch. „Es ist schön, mit Standing Ovations verabschiedet zu werden, das möchte man am liebsten immer haben“, kommentierte er grinsend, um dann sogleich die Teamleistung in den Vordergrund zu stellen. „Die Anfangsphase lief optimal. Wir wollten kompakt stehen und immer wieder Nadelstiche setzen. Dass es später dann sogar Speerstiche wurden – umso besser.“

Mindestens ebenso wichtig wie die optimale Chancenverwertung in der ersten Viertelstunde war für den Routinier das geschickte Verwalten des Vorsprungs in der Folge. „In Regensburg haben wir im Aufstiegsjahr auch 3:0 geführt, und danach verloren wir noch 3:4“, erinnerte er sich. „Wir haben einiges dazugelernt seit damals. Wir haben mehr Spielkontrolle und können uns auch unter Druck besser befreien. Das hat uns heute sehr geholfen.“

Nur eines lag dem Torjäger an einem nahezu perfekten Nachmittag noch auf der Seele. „Es gab schon einige Foulspiele, die an der Grenze waren, aber ganz ehrlich? Ich mag sowas, das gehört zu einem Derby dazu, solange alle danach gesund vom Platz gehen. Alassane Pleas Ellbogenschlag gegen Adam Bodzek dagegen finde ich nicht okay“, erklärte Hennings. „Für mich war das ganz klar ein Platzverweis. Ich weiß gar nicht, warum wir dann überhaupt immer Schiedsrichterbelehrungen haben, in denen uns gesagt wird, dass so etwas definitiv mit Rot geahndet werden muss.“ Der Zorn darüber hielt jedoch nicht lange vor. „Ich denke“, schloss der Doppeltorschütze, „dass wir heute viele Düsseldorfer ziemlich glücklich gemacht haben.“

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