Fortuna Düsseldorf: Rouwen Hennings ist Fortunas Lebensversicherung

Schon zehn Saisontreffer : Hennings ist Fortunas Lebensversicherung

Fortuna Düsseldorfs Rouwen Hennings ist in der Form seines Lebens. Das 1:1 bei der TSG Hoffenheim ist sein zehnter Treffer im 13. Saisonspiel — eine überragende Quote.

Für einen Mittelstürmer ist es ein eher frustrierendes Spiel. Rouwen Hennings rackert, feuert seine Fortuna-Kollegen an, läuft, fordert die Bälle — aber sie kommt einfach nicht, die eine große Torchance, auf die jeder Mittelstürmer wartet. Bis zur 88. Minute. Da fliegt der Ball plötzlich in den Strafraum der TSG Hoffenheim, Alfredo Morales erwischt ihn irgendwie mit dem Knie und leitet ihn so zu Hennings weiter. „Als ich sah, dass der Ball auf Rouwens linken Fuß fällt, habe ich innerlich schon gejubelt“, sagt Friedhelm Funkel. Augenblicke später darf der Trainer es auch öffentlich. Hennings nagelt die Kugel in die lange Ecke, 1:1, ein wichtiger Punkt im Abstiegskampf.

Der 32-Jährige hat einen unglaublichen Lauf, lässt so gut wie keine klare Torchance aus. „Glücklicherweise“, sagt er norddeutsch-trocken. „Von mir aus darf das noch eine Weile so weitergehen.“ Funkel und die Teamkollegen sehen das ähnlich, denn der Bad Oldesloer ist Fortunas Lebensversicherung. Acht der jüngsten neun Ligatore der Düsseldorfer gehen auf sein Konto; seit mehr als zwei Monaten hat außer dem früheren Karlsruher nur Erik Thommy (gegen Köln) für Fortuna getroffen.

„Ein bisschen Glück gehört schon dazu“, meint Hennings bescheiden und spielt dabei augenzwinkernd auf die Entstehung des 1:1 in Sinsheim an. „Da ist der Ball ganz gezielt an Alfies Knie gesprungen und perfekt in meinem Lauf gelandet.“ Aber Glück allein ist keine Erklärung dafür, dass die Fußballszene den besten Hennings aller Zeiten erlebt. Mehr als zehn Treffer in einer Saison hat er als Profi erst ein Mal erzielt: 2014/15 für den Karlsruher SC, aber die 18 Tore damals machte er in der Zweiten Liga und in der Relegation. Ein Jahr später, als er für den FC Burnley in Englands zweiter Liga kickte, gelang ihm gar nur ein einziger Treffer (siehe Info).

„Ich freue mich sehr, dass es zurzeit so gut klappt mit dem Toreschießen, habe mir aber auch das eine oder andere zugetraut“, sagt er selbstbewusst. „Ich glaube, dass ich meine Stärken ganz gut einschätzen kann.“ Und auch die seiner Mannschaft: „Dass Hoffenheim nach der Pause fast gar nichts mehr gemacht hat, war auch ein Stück weit uns geschuldet. Wir haben sie früher angelaufen, höher Druck aufgebaut und sie zu Fehlern gezwungen. Wir kennen das umgekehrt selber, wenn der Gegner so agiert – aber so herum macht es mehr Spaß.“

Dass es am Ende noch mit einem Punkt klappte, sei für die Köpfe der Düsseldorfer ganz wichtig, erklärt Hennings weiter. „Sonst fährst du nach Hause und bist genervt, weil du eine gute Partie gemacht und doch verloren hast.“ Zwar wäre auch ein Fortuna-Sieg möglich gewesen, „aber aufgrund des späten Tores ist der Punkt völlig in Ordnung“.