Fortuna Düsseldorf: Rouwen Hennings betreibt in Hoffenheim Eigenwerbung

Fortunas neue Stürmer-Hierarchie : Hennings betreibt Eigenwerbung

Rouwen Hennings hat sich mit seinem Treffer gegen Hoffenheim wieder in den Vordergrund gespielt. Das kann helfen, wenn es darum geht, einen Sturmpartner von Dawid Kownacki auszuwählen.

Die Antwort kommt prompt und ist zunächst nicht besonders ausführlich. „Nö“, sagt Rouwen Hennings auf die Frage, ob sein Tor zum 1:1 in Hoffenheim auch deshalb wichtig ist, um in Fortunas Kader nicht in Vergessenheit zu geraten. Schließlich hat der Verein seinen Angriff am letzten Tag der Winter-Transferperiode um Dawid Kownacki erweitert. Nach einem verschmitzten Lächeln ergänzt Hennings dann: „Er war ja noch nicht da. Man hat im Training aber schon gesehen, dass er wirklich Qualität hat und uns weiterhelfen wird.“ Fortunas Stürmer wissen: Kownacki sitzt ihnen ab jetzt im Nacken.

Für Hennings war der lehrbuchmäßige Kopfball zum Ausgleich kurz nach der Halbzeit nach ebenso lehrbuchmäßiger Flanke von Kevin Stöger das dritte Saisontor. „Stögi spielt die Bälle häufig mit so viel Effet rein. Die fallen dann einfach so runter. Der Verteidiger hat wohl nicht damit gerechnet“, sagt Hennings, hebt aber lieber den Teamgedanken hervor, als seine persönlichen Interessen in den Vordergrund zu stellen: „Ich freue mich einfach, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Jetzt werden wir sehen, wie es in den nächsten Wochen weitergeht.“

Friedhelm Funkel verriet bereits, dass Kownacki am Mittwoch beim Achtelfinale im DFB-Pokal auf Schalke im Kader stehen wird. „Dafür haben wir ihn ja geholt“, sagt der Trainer. „Ob er aber direkt von Beginn an spielt, muss ich mir noch überlegen, aber er wird auf jeden Fall im Kader sein. Wir müssen versuchen, ihn langsam einzubauen.“ Das polnische Sturmjuwel wurde jedenfalls nicht verpflichtet, um dauerhaft auf der Bank zu sitzen.

Und auch, wenn die Anzahl der Stürmer durch den Abgang von Havard Nielsen als Leihgabe zum MSV Duisburg gleich geblieben ist, gibt es nun eine neue Hierarchie im Angriff.

In Kownacki, Hennings, Marvin Ducksch, Kenan Karaman und Dodi Lukebakio stehen fünf potentielle Sturmspitzen im Kader. In neun Bundesliga-Partien setzte Funkel bisher auf ein System mit nur einer echten Spitze. In zehn Spielen waren es zwei Angreifer. Lukebakios Stammposition ist aber immerhin der rechte Flügel. Dennoch ist das Gedränge um die Nominierung für die Startelf groß.

Nach den Eindrücken aus den vergangenen Spielen hat sich vor allem Ducksch, der gegen Ende der Hinrunde gar nicht mehr zum Einsatz kam, wieder mehr Standing erarbeitet. Für Hennings und vor allem Karaman könnten die Einsatzchancen in den kommenden Wochen aber weiter sinken, sollte Kownacki seinen Vorschusslorbeeren gerecht werden

„Ich habe vorne vier Jungs, die es sehr ordentlich gemacht haben, jetzt habe ich noch eine weitere Option dazu bekommen. Es werden immer wieder andere Spieler vorne drin spielen“, kündigt Funkel an. „Immer wieder frische Spieler, das wird ganz entscheidend sein.“

Kownacki gilt als moderner, kompletter Neuner, der sowohl am Ball und in der Luft stark ist als auch eine gute Grundschnelligkeit mitbringt. Somit ist der 21-Jährige als einzige Spitze in einem 4-1-4-1 oder einem 4-2-3-1 eine gute Option, kann aber natürlich auch als Doppelspitze mit Partner auflaufen. Und dafür hat Rouwen Hennings in Hoffenheim – bei aller Bescheidenheit – sicherlich auch Eigenwerbung betrieben.

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