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Fortuna Düsseldorf: Plötzlich die Gejagten

Fortuna Düsseldorf : Plötzlich die Gejagten

Fortuna Düsseldorf steht mit zehn Punkten an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga. Am Sonntag (13.30 Uhr/Live-Ticker) kommt nun Union Berlin in die Esprit-Arena. Und die Köpenicker sind in Schlagdistanz.

Fortuna Düsseldorf steht mit zehn Punkten an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga. Am Sonntag (13.30 Uhr/Live-Ticker) kommt nun Union Berlin in die Esprit-Arena. Und die Köpenicker sind in Schlagdistanz.

Ungewohnt dürfte das Gefühl schon sein, eine Liga anzuführen. Immerhin war das in der Saison 2011/12 letztmals der Fall. Am Ende stiegen die Düsseldorfer in die Bundesliga auf. Und auch jetzt besteht Hoffnung: "Hier sagt keiner, wir wollen nicht aufsteigen. Selbst ich nicht", betont Trainer Friedhelm Funkel, der aber gelassen der Dinge harrt, die noch kommen mögen. Das obere Tabellendrittel ist angepeilt. Und der 63-Jährige erklärt: "Wir sind ganz ordentlich gestartet, aber da darf niemand glauben, dass wir schon aufgestiegen sind."

Die Liga ist in diesem Jahr extrem ausgeglichen, heißt es überall. Jeder kann jeden schlagen. Aber die Fortuna hatte nach mehreren durchwachsenen Spielzeiten niemand ganz oben erwartet.

Fortuna hatte das nötige Spielglück

Den FC Ingolstadt vielleicht. Darmstadt 98, Eintracht Braunschweig, VfL Bochum oder Union Berlin galten ebenfalls als Mannschaften, die angreifen könnten. Ingolstadt wurde kalt erwischt, Braunschweig und Bochum krebsen im Mittelfeld herum. Darmstadt ist als Zweiter (ebenfalls zehn Zähler) nah dran. Berlin mit achten Punkten auf Platz vier auch. Und Fortuna darf momentan eben erleben, wie es sich anfühlt, wenn hinter einem mit den Säbeln gerasselt wird. Eigentlich ganz schön, wenn der Aufstiegsdruck fehlt. Das Glück wiegt nicht schwer, es ist federleicht.

Das erste Spitzenspiel in Sandhausen hat Fortuna durch ein Tor in der 90. Minute gewonnen. Zumindest die Dramatik in der Schlussphase wurde der Bezeichnung "Spitzenspiel" gerecht. "Wir haben bisher gut gespielt, keine Frage. Aber wir hatten auch das notwendige Spielglück — und das braucht man im Fußball, um erfolgreich zu sein", sagt Funkel mit der nötigen Demut.

"Bislang waren wir effizient"

Am Sonntag kommt nun Union Berlin zum Kräftemessen in die Esprit-Arena. Beide Mannschaften sind ungeschlagen. Berlin ist ebenso wie Fortuna offensiv gefährlich (jeweils acht Tore), dafür aber defensiv anfälliger. Sechs Gegentreffer haben sich die Schützlinge von Trainer Jens Keller schon gefangen — drei davon gegen Aufsteiger Holstein Kiel. Die Flucht nach vorne könnte für den Gejagten also durchaus eine Option sein.

"Bislang waren wir effizient, haben unsere Möglichkeiten genutzt, um Tore zu erzielen. Das ist ein gravierender Unterschied gegenüber dem vergangenen Jahr. Dadurch haben wir die Spiele zuletzt gewonnen", sagt Funkel, der erstmals ohne Flügelflitzer Ihlas Bebou auskommen muss (wechselte zu Hannover 96). Dafür stehen in Benito Raman und Takashi Usami zwei neue Offensivkräfte im Kader. Zudem ist der Norweger Harvard Nielsen wieder fit.

Funkel hat die Qual der Wahl

"Jetzt sind noch zwei starke Spieler dazugekommen, die auch spielen wollen. Da wird gegen Berlin der eine oder andere, der zuletzt immer dabei war, im Kader fehlen", kündigt Funkel an: "Aber das ist mir natürlich viel, viel lieber, als wenn ich gerade 16 Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung habe." Der Nummer eins fehlt am Sonntag nur die Nummer eins: Schlussmann Michael Rensing muss wegen einer angebrochenen Rippe wie schon in Sandhausen Raphael Wolf den Vortritt lassen.

Bei den Gästen sind Abwehrboss Toni Leistner und Angreifer Sebastian Polter wieder fit. Keller bangt allerdings um die Einsätze von Innenverteidiger Marc Torrejon (Wadenprobleme) und Stürmer Steven Skrzybski (Achillessehnenreizung).

In der vergangenen Saison verspielten die Berliner vor allem gegen die direkten Konkurrenten den Aufstieg, landeten am Ende auf Platz vier. Nun geht es in Düsseldorf gegen einen ebenbürtigen Gegner. Das Spitzenspiel des fünften Zweitliga-Spieltags verspricht auch ein Spitzenspiel zu werden.

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(jado)