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Fortuna Düsseldorf: Petra Brosch arbeitet seit 40 Jahren in der Geschäftsstelle

Mrs. Fortuna : Petra Brosch arbeitet seit 40 Jahren in der Geschäftsstelle

Petra Brosch arbeitet seit 40 Jahren in der Geschäftsstelle und ist von Fortuna Düsseldorf geehrt worden. Obwohl sie immer im Hintergrund gewirkt hat, verkörpert kaum ein Spieler oder Funktionär in solch einem Maße den Verein und die Verbundenheit zu ihm, wie sie.

Als Petra Brosch bei Fortuna Düsseldorf anfing, da war die Mannschaft um Klaus Allofs gerade zum zweiten Mal DFB-Pokalsieger geworden und Oliver Fink, Kapitän der Bundesligamannschaft des vergangenen Jahres, nicht einmal geboren. 1980 war das – und der Fußball noch ein ganz anderer. 40 Jahre später ist die sympathische und so zurückhaltende Frau, die jeder sofort in sein Herz schließt, der mit ihr auf der Geschäftsstelle zu tun bekommt, immer noch dabei. Sie ist damit die mit Abstand dienstälteste Mitarbeiterin bei den Rot-Weißen. Obwohl Petra Brosch immer im Hintergrund gewirkt hat, verkörpert kaum ein Spieler oder Funktionär in solch einem Maße den Verein und die Verbundenheit zu ihm, wie sie.

Begonnen hat alles mit der Stadionzeitung Fortunas. Patenonkel Günter Köhler brachte ihr ein Exemplar von einem Heimspiel des Fußball-Bundesligisten mit und wies sie auf eine Anzeige hin, in der eine Auszubildende gesucht wurde. Petra Brosch, die damals noch Jandrey hieß, bewarb sich und durfte im Juli zu Beginn der Saison 1980/81 am Flinger Broich ihre Ausbildung zur Bürokauffrau beginnen. Ihr Ausbilder war damals der legendäre und vor drei Jahren verstorbene Werner Faßbender – Fußballobmann, Geschäftsführer, Schatzmeister, Vizepräsident und Beiratsmitglied im Klub.

Der Verein ist ihr schnell ans Herz gewachsen, obwohl es ab der Saison 1980/81 (der ersten nach Klaus Allofs) bergab ging, die Zeit der großen Erfolg vorbei war. Acht Abstiege und sieben Aufstiege hat Petra Brosch in den vergangenen vier Jahrzehnten mit den Rot-Weißen erlebt. Sie kann von bitteren Stunden berichten. Bis in die Oberliga wurde ihre Mannschaft durchgereicht. Die folgenden Jahre hat sie in guter Erinnerung und die Rückkehr bis in die Bundesliga. Das sei ihre schönste Zeit gewesen, sagt sie. Vor allem der Aufstieg von der dritten in die zweite Liga. Gerne schwärmt sie vom Zusammenhalt im Verein in den 2000er-Jahren. „Da war die Fortuna-Familie absolut intakt. Da wurde der Verein für mich zu meinem zweiten Zuhause, wo ich viel Zeit verbracht habe, wo es familiär zugeht, wenn auch manchmal stressig.“

Petra Brosch erinnert sich gerne an die alten Zeiten, als die Fans kaum mehr als Wimpel, Fahne und Anstecknadel erwerben konnten und sie nur zu dritt auf der Geschäftsstelle arbeiteten. Damals war sie für vieles zuständig. Sie verkaufte Tickets, beantragte Spielberechtigungen, bestellte bei Puma die Trainingsanzüge für die Spieler und betreute die Mitgliederverwaltung. Heute ist sie ausschließlich für Buchhaltung und Personal zuständig und damit voll ausgelastet. Sie war immer mit Enthusiasmus und vollem Einsatz dabei: Vor einem Pokalspiel gegen Bayern München begann sie morgens um sieben Uhr mit dem Ticketverkauf. Weil es noch kein EDV-System gab, arbeitete sie an der Seite von Paul Jäger bis mitten in der Nacht daran, das Rheinstadion ausverkauft zu bekommen.

Die Zeiten haben sich geändert, die Stadt ist für sie ohne Fortuna nicht mehr vorstellbar. Ihr Wunsch und großer Traum? „Zu erleben, dass Fortuna noch einmal den Pokal gewinnt und international spielt.“