Fortuna Düsseldorf: Oliver Fink ist in der Ersten Liga und nach Verletzung Kapitän auf Abruf

Fortuna Düsseldorf: Oliver Fink ist Kapitän auf Abruf

Fortuna Düsseldorfs Oliver Fink ist derzeit verletzt. Einen Stammplatz hat der 36-Jährige für die Erstliga-Saison ohnehin abgehakt. Dennoch bleibt er Spielführer der Fortunen.

Wenn Oliver Fink in diesen Tagen über seinen Verein spricht, schwingt dabei auch eine Portion Stolz mit. „Ich merke das jetzt vielleicht auch, weil ich verletzt bin, etwas außerhalb stehe und noch mehr Kontakt zu den Fans habe“, sagt er einleitend. „Die Euphorie und die Hingabe der Anhänger für den Verein sind hier noch einmal ein Stück gewachsen. Ein Teil davon zu sein, mit Düsseldorf wieder in der Bundesliga zu spielen, das ist schon etwas Besonderes.“ Einzig: Spielen kann er derzeit nicht. Fink hatte sich im ersten Trainingslager im Westerwald Anfang Juli einen Faserriss in der Wade zugezogen. Mehr als Lauftraining ist noch nicht möglich.

Fink, 36 Jahre alt, seit 2009 im Verein, hatte bereits nach dem Aufstieg mit gesundem Realismus festgestellt, dass es wohl nicht mehr für einen unumstrittenen Stammplatz in der Bundesliga reichen wird. Doch die Verletzung wirft ihn in der sportlichen Hierarchie natürlich noch weiter zurück. „Klar, für mich hat sich die Situation noch mal verschlechtert, da ich die Vorbereitung nicht mitmachen konnte“, erklärt er. „Ich muss das nachholen. Mal gucken, wie dann der Stand der Dinge ist. Es gibt so viele Unwägbarkeiten, die noch nicht zu beurteilen sind.“

In der vergangenen Saison stand „Finki“ noch 22 Mal auf dem Platz, zwölf Mal über 90 Minuten. Besonders in der Rückrunde war er – bis zu seiner Adduktorenverletzung im Schlussspurt – mit seiner Souveränität ein wichtiger Baustein für den Zweitliga-Meistertitel. Trainer Friedhelm Funkel kündigte im Interview mit dieser Redaktion dann auch kurz nach dem Aufstieg an, dass Fink auch in der Bundesliga sein Kapitän bleiben würde – unabhängig von den Spielanteilen.

Vom Spielbetrieb ist Fink aber ohnehin erst einmal weit entfernt. Das Mannschaftstraining ist das Nahziel. „Es wird jeden Tag ein Stück besser. Aber es ist eine zähe Angelegenheit. Ich werde schon noch ein bisschen brauchen“, sagt er, ohne dabei ein Datum im Kopf zu haben. „Ein Zeitplan ist unnötig. Man kann es doch eh nicht beeinflussen. Du kannst nur trainieren und dich ordentlich behandeln lassen. Krampfhaft einen Termin festzulegen, wann du wieder trainierst, würde dich nur unter Druck setzen und zusätzlichen Stress verursachen.“ Den Saisonstart hat der gebürtige Oberpfälzer dabei eigentlich schon abgehakt: „Für mich geht es darum, wieder auf dem Platz zu stehen und aufzuholen. Es wird dann wohl ein bisschen knapp bis zu den ersten Spielen.“

So bleibt ihm momentan nur die Draufsicht. Das zweite Trainingslager in Maria Alm in Österreich nutzte Fink dann eben auch in doppelter Hinsicht: „Erst einmal habe ich natürlich egoistisch an meine Reha denken müssen. Den Rest der Zeit habe ich dann genutzt, um mir einen Überblick zu verschaffen. Es war echt interessant zu sehen: Was machen die Neuen? Wie gut ist die Truppe schon? Wie ist die Stimmung? Und das, was ich gesehen habe, macht Lust auf mehr.“

Aus Finks Sicht läuft die Integration ohne Probleme. Und auch trotz der teils sehr hohen Belastung ziehen alle an einem Strang und lassen sich nicht hängen. „Ich muss sagen, das ist echt ein Selbstläufer. Bisher musste ich noch nicht einmal eingreifen und sagen: Das gefällt mir aber nicht.“ Das Einzige, was ihm so gar nicht gefällt, ist die reine Beobachterrolle.

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