Fortuna Düsseldorf: Oktober stellt Weichen für die ganze Saison

Nach dem 1:3 bei Hertha BSC : Fortuna muss schnell wieder in die Spur

Das 1:3 bei Hertha BSC war der schlechteste Saisonauftritt der Düsseldorfer. Sowohl im kämpferischen als auch im spielerischen Bereich muss eine Trendwende her. Es stehen wichtige Spiele gegen drei direkte Konkurrenten im Abstiegskampf an. Eine Analyse.

Das Wort Krise hat im Sprachgebrauch von Friedhelm Funkel keinen Platz. Der Trainer spricht lieber von schwierigen Phasen. „Ich habe das Wort Krise auch nicht in den Mund genommen, als wir letztes Jahr sechs Mal in Folge verloren haben“, sagt Funkel. „Entscheidend ist, wo wir am 34. Spieltag stehen.“ Wie man das Kind nun aber auch nennen mag, fest steht: Fortuna hat nach dem katastrophalen Auftritt beim 1:3 bei Hertha BSC am Freitag viele Probleme.

[Link auf Beitrag 68677701]Die Fakten sind eindeutig. Aus den vergangenen sechs Partien in der Fußball-Bundesliga holten die Düsseldorfer nur einen Punkt. Besonders bitter ist, dass Fortuna zuletzt fünf Mal mit 1:0 in Führung gegangen ist, aber nur gegen den VfL Wolfsburg wenigstens ein 1:1 erreichte. In der Tabelle ist das Team auf Platz 15 abgerutscht, punktgleich mit Köln, das auf dem ersten Abstiegsplatz steht. Funkel hat ein einfaches Rezept für die Länderspielpause: „Wir werden sehr, sehr hart arbeiten.“

Wichtig wird sein, dass die Mannschaft danach wieder mit der richtigen Arbeitseinstellung in ein Bundesligaspiel geht. Denn auch wenn es noch eine frühe Phase in der Saison ist, gibt es mehrere Faktoren, die dafür sprechen, dass die kommenden Wochen von entscheidender Bedeutung für Fortuna werden können.

Die Düsseldorfer Verantwortlichen waren sich von Beginn an bewusst, dass die alte Regel „Für einen Klub wird es im zweiten Jahr nach dem Aufstieg schwerer“ auch für die Fortuna Bestand hat. Das liegt zum einen am personellen Aderlass, vor allem in Person von Dodi Lukebakio und Benito Raman. Denn unabhängig davon, ob die beiden qualitativ gleichwertig ersetzt werden konnten, mussten und müssen sich die Neuen an das Fortuna-Spielsystem gewöhnen. Dass das wirklich noch Zeit zu brauchen scheint, sah man am Freitag an den Auftritten von Bernard Tekpetey und vor allem Nana Ampomah, die sowohl defensiv als auch offensiv nicht über die Bewertung „stets bemüht“ hinauskamen.

Zum zweiten ist es immer gefährlich, wenn eine Mannschaft zwar guten Fußball spielt, sich dafür aber nicht mit Punkten belohnt. So in den vergangenen Partien bei Fortuna geschehen – mit Ausnahme des Auftritts am Freitag in Berlin. Das kann eine Abwärtsspirale einleiten. Und deshalb ist nun besondere Vorsicht geboten. Nach der Länderspielpause muss direkt wieder zurück in die Spur gefunden werden. Das gilt für den kämpferischen Bereich noch mehr als für den spielerischen. „Wir werden auch wieder Phasen haben, in denen wir punkten und besser spielen“, sagt Funkel. Das sollte möglichst schnell passieren.

Und da kommen wir schon zum dritten Faktor: die kommenden Gegner. Als nächstes stehen die Partien gegen Mainz, in Paderborn und gegen Köln an. Sportvorstand Lutz Pfannenstiel fasst treffend zusammen: „Das sind drei Gegner, die wir hinter uns lassen wollen. Da müssen Punkte her.“

Diese Begegnungen werden für die Tabelle wichtig sein, wichtiger aber wohl noch für die Gemengelage rund um den Verein, der durch die Querelen rund um den Vorstandsvorsitzenden Thomas Röttgermann noch immer nicht zur Ruhe gekommen ist. Jetzt kommen sportliche Probleme hinzu. Gerne ziehen die Verantwortlichen die vergangene Saison als Vergleich heran. Als das Umfeld und die Fans trotz der sechs Niederlagen in Serie die Ruhe bewahrten. Doch auch das kann sich im zweiten Jahr ändern. Fortuna wäre nicht der erste Klub, bei dem gewachsene Ansprüche nach erfolgreichen Jahren zu anhaltenden Dissonanzen führen können.

„Die Mannschaft wird zurückkommen. Ich bin überzeugt davon, dass wir in der Winterpause dort stehen, wo wir uns sehen wollen“, verspricht Funkel, der an seiner teaminternen Herangehensweise nichts großartig ändern möchte. Er baut auf das gewachsene Vetrauensverhältnis zu seinen Spielern, möchte die Gemeinschaft stärken und hofft darauf, dass seine Mannschaft ihm das mit Punkten danken wird.

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