Fortuna Düsseldorf: Niko Gießelmanns Kampf gegen die Zeit

Fortunas verletzter Linksverteidiger : Gießelmanns Kampf gegen die Zeit

Die Risswunde am Fuß von Niko Gießelmann heilt langsam aus, der Bluterguss macht Fortunas Linksverteidiger aber noch zu schaffen. Sein Einsatz im Spiel bei Eintracht Frankfurt ist ungewiss. Viele Alternativen gibt es im Kader nicht.

Niko Gießelmann ist der Dauerbrenner bei Fortuna. Seit seinem Wechsel im Sommer 2017 verpasste der 27-Jährige von 44 möglichen Pflichtspielen nur ein einziges – wegen einer Gelbsperre. Nur ein Mal setzte Trainer Friedhelm Funkel den Linksverteidiger zudem auf die Bank, sonst stand Gießelmann in der Startelf, wurde auch nur drei Mal ausgewechselt. Beim letzten Spiel erstmals nicht aus taktischen Gründen, sondern wegen einer Verletzung. Der Schalker Weston McKennie hatte bei einem Klärungsversuch den Fuß drübergehalten – wie es im Fußballerdeutsch so schön heißt. Das Resultat: Eine Risswunde im linken Fuß, die mit drei Stichen genäht werden musste. Seither konnte Gießelmann nicht mit dem Team trainieren. Und mit jedem Tag wird die Chance auf einen Einsatz im Bundesligaspiel bei Eintracht Frankfurt am Freitag (20.30 Uhr) geringer. „Es wird ein Rennen mit der Zeit. Es kann aber auch gut sein, dass es nichts wird. Ich will unbedingt auflaufen, bin aber auch realistisch genug, um zu sagen: Es wird eng“, sagt Gießelmann.

Die erste Woche der Länderspielpause musste Gießelmann komplett aussetzen, seit Samstag passt sein stärkerer linker Fuß zumindest wieder in Laufschuhe. „Das erste Mal joggen war aber noch nicht so gut“, betont er. „Mittlerweile geht es aber.“ Die Risswunde ist gut verheilt, die Fäden wurden gezogen. „Klar ist da noch Spannung auf der Wunde, aber am meisten macht mir der Bluterguss zu schaffen. Wir versuchen jetzt, dass das Blut schnell genug abfließt.“ Noch hat Gießelmann nicht versucht, die engen Fußballschuhe überzuziehen. „Das muss ich die nächsten Tage dann mal probieren“, sagt er. „Wenn, dann macht es nur Sinn, wenn ich die eine oder andere Einheit mit der Mannschaft vorher machen kann. Ohne Trainingspraxis macht es keinen Sinn zu spielen.“

Neben der Frage, ob Gießelmanns Fuß überhaupt in den Schuh passt, steht die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Einsatzes so kurz vor einer wichtigen englischen Woche mit dem Pokalspiel in Ulm und dem nächsten Ligaspiel gegen Wolfsburg. Zumal die Spieler der Eintracht wissen werden, wo Gießelmanns Schwachstelle ist. „Es kann sein, dass es solche Spieler gibt, die einem dann extra da einen mitgeben, aber ich sehe nicht das Schlechteste im Menschen. Ich spiele ohnehin nur, wenn ich keine Schmerzen spüre.“

Das Problem für Funkel: In Diego Contento fehlt die etatmäßige Alternative mit einem Kreuzbandriss ebenfalls. Vermutlich müsste im Fall der Fälle Jean Zimmer von der rechten auf die linke Seite wechseln. „Es ist natürlich ärgerlich, dass beide Linksverteidiger verletzt sind. Aber es wird sich im Ernstfall schon jemand finden, der meine Position einnehmen kann“, sagt Gießelmann, der dem Schalker McKennie keine Vorwürfe für sein hartes Einsteigen macht. „Klar, es war ein fieses Foul, aber ich bin ihm nicht böse“, sagt er und adressiert seinen Frust an eine andere Stelle: „Dem Schiedsrichter und dem Assistenten muss ich einen Vorwurf machen – vor allem dem Assistenten, der einen Meter danebensteht und keinen Hinweis gibt, dass das eine Gelbe Karte war.“

Immerhin: Schiedsrichter Sven Jablonski entschuldigte sich bei Gießelmann, nachdem er dessen Knöchel gesehen hatte.