Fortuna Düsseldorf: Neue Vorwürfe gegen Vorstandschef Thomas Röttgermann

Vorwürfe im „Spiegel“ gegen Röttgermann : Fortunas Vorstandschef in der Kritik

Fortuna Düsseldorf kommt auch unter Thomas Röttgermann im Management des Vereins nicht zur Ruhe. In einem Bericht des „Spiegel“ werden interne Mails zitiert und dem Vorstandsvorsitzenden schwere Vorwürfe gemacht. Der Bundesligist wehrt sich in einer Stellungnahme.

Fortuna kommt nicht zur Ruhe. Nun bekommen die Unstimmigkeiten rund um Vorstandschef Thomas Röttgermann auch bundesweite Aufmerksamkeit. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet unter dem Titel „Fortunas Luftschlösser – interne Dokumente belegen Klüngelei“ über die obersten Gremien des Düsseldorfer Bundesligisten. Viel Neues steht in dem Bericht allerdings nicht. Dennoch ist es es für die Führungsebene rund um Aufsichtsratschef Reinhold Ernst eine unappetitliche Nummer. Schließlich wurde Röttgermann vor allem verpflichtet, um Ruhe ins Management des Vereins zu bekommen. Genau das Gegenteil ist aber nun der Fall.

Es geht unter anderem um die pikante Personalie Felix Welling, der ab Dezember neuer Direktor Strategie, Marke, Geschäftsentwicklung und Digitalisierung werden soll. Welling ist ein alter Bekannter aus Röttgermanns Zeit beim VfL Wolfsburg und gleichzeitig einer der beiden Partner bei einer App-Idee, die Röttgermann ohne Absprache mit dem Aufsichtsrat auch nach seinem Amtsantritt bei Fortuna weiter verfolgte. Laut „Spiegel“ kassiert Welling in Düsseldorf: 120.000 Euro Gehalt, 15.000 Euro Bonus und einen Dienstwagen.

„Neben Welling holte sich Röttgermann auch eine neue Assistentin, die einst bei Hertha-Kumpel Schiller arbeitete“, heißt es im „Spiegel“ weiter. Ingo Schiller war Röttgermanns zweiter Partner bei der App-Idee. Wegen der Affäre um das Zusatz-Projekt musste Röttgermann unlängst bei Ernst vorsprechen und stellte hernach kleinlaut fest:  „Ich bin zwar der Auffassung, dass es keine Nebentätigkeit war, aber dennoch hätte ich den Aufsichtsrat informieren müssen. Das war ein Fehler. Das hätte ich intelligenter machen können.“ Ernst hatte dazu gesagt: „Es wäre sicher besser gewesen, wenn er den Aufsichtsrat informiert hätte.“

Und auch in Sachen Benito Raman soll laut „Spiegel“ ein falscher Eindruck erweckt worden sein. Im Sommer wechselte die Offensivkraft zum FC Schalke 04 – und Röttgermann verkündete im "Kicker": "Nördlich von 13 Millionen Euro" liege das "Gesamtpaket". Im Transfervertrag steht aber laut „Spiegel“ eine fixe Ablösesumme von 6,5 Millionen Euro. Durch diverse Bonuszahlungen kann der Deal auf zehn Millionen Euro anwachsen. Die 13 Millionen kommen offenbar zustande, weil der Schalker Leihspieler Bernard Tepketey auf den Raman-Deal angerechnet wird.

Der Verein hat auf die Berichterstattung reagiert und veröffentlicht eine Stellungnahme. Darin heißt es: „Fortuna Düsseldorf wehrt sich entschieden gegen die unrichtige Berichterstattung und nimmt zu den folgenden Themen Stellung: Spiegel Online behauptet, der Transfer von Benito Raman zu Schalke 04 könnte nur bei einem „ungeahnten Erfolgslauf“ 10 Millionen Euro einbringen. Das ist falsch. Der Transfer von Benito Raman hat inklusive aller in großen Teilen garantierten Bonuszahlungen sowie dem Leihgeschäft von Bernhard Tekpetey eine Größenordnung von mindestens 13 Millionen Euro. Spiegel Online behauptet, Thomas Röttgermann hätte seinen „Spezi“ Felix Welling als neuen Direktor geholt und spricht in diesem Zusammenhang von „Günstlingswirtschaft“. Fortuna Düsseldorf stellt klar, dass der Vorstand bei der Personalbesetzung ausschließlich fachliche Qualitäten als Kriterium zugrunde legt. Sogenannte Vetternwirtschaft ist somit absolut ausgeschlossen.“

Die vollständige Reaktion des Vereins können Sie hier nachlesen.