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Fortuna Düsseldorf: Neuauflage des alten Klassikers gegen den Wuppertaler SV abgesagt

In der Regionalliga : Neuauflage des Klassikers Fortuna gegen WSV abgesagt

Es wäre eine brisante Partie geworden zwischen Fortunas U23 und dem Wuppertaler SV. Doch nun wird es ein bisschen dauern, bis die alten Rivalitäten gepflegt werden können: Eine Platzkommission hat die für Samstag geplante Partie abgesagt.

Fortuna Düsseldorf gegen den Wuppertaler SV – früher hat dieses rheinisch-bergische Duell die Fans beider Fußballklubs elektrisiert, auch über die nordrhein-westfälischen Grenzen hinaus. Im vergangenen Jahrzehnt haben sich die Wege der zwei Vereine allerdings fundamental voneinander getrennt. Fortuna ist zwei Mal in die Bundesliga aufgestiegen, die Wuppertaler krebsten dagegen zwischenzeitlich sogar in der fünftklassigen Oberliga herum.

Seit einiger Zeit duelliert sich der WSV deshalb nicht mehr mit Fortunas Profis, sondern mit der Regionalliga-Mannschaft: das nächste Mal am Samstag (14 Uhr, Paul-Janes-Stadion) – so sah zumindest der Plan aus. Allerdings ist die Partie am Freitagvormittag abgesagt worden. Grund dafür sind die massiven Schnee- und Regenfälle der vergangenen Tage. Eine Platzkommission hat den Rasen am Flinger Broich für unbespielbar erklärt.

Alte Rivalität Die gegenseitige Abneigung ist weiterhin vorhanden, aber etwas abgekühlt. Für Fortunas Fanszene spielen andere Gegner mittlerweile eine größere Rolle – weil es mit den Wuppertalern in jüngerer Vergangenheit eben keine sportlichen Berührungspunkte mehr gab. Partien der „Zwoten“ besuchen die Düsseldorfer Ultras nur ganz selten, Risikospiele wie das Aufeinandertreffen mit den Bergischen setzt der Verband stets parallel zu den Begegnungen der Profis an, sofern überhaupt Zuschauer zugelassen sind. Als sich Fortuna und der Wuppertaler SV im April 2009 letztmals gegenübergestanden hatten, trennten sie sich in der Dritten Liga mit einem torlosen Unentschieden. Auf dem Rasen standen unter anderem Michael Melka, Jens Langeneke, Olivier Caillas, Andreas Lambertz und Axel Lawarée. Trainer war Norbert Meier.

Spektakuläre Duelle Auch Fortunas „Zwote“ hat sich mit dem WSV schon etliche rassige Duelle geliefert. Zwei Partien ragen besonders heraus: Vor ziemlich genau vier Jahren gingen die Flingerner mit 1:5 in Wuppertal unter, den Ehrentreffer erzielte Kaan Akca. In der vorletzten Saison kam es zu einem spektakulären Schlagabtausch. An einem nassen Oktoberabend unter der Woche lag die „Zwote“ durch Tore von Joshua Endres, Aymen Barkok und Kaito Miyake zur Pause mit 3:0 in Führung. Nach dem Seitenwechsel kam der WSV allerdings zurück, schaffte den Anschluss – und hätte in letzter Sekunde beinahe noch den Ausgleich erzielt. Doch am Ende rettete die Mannschaft von Trainer Nico Michaty den Sieg ins Ziel.

Neue Mannschaft In dieser Saison kämpfen die Wuppertaler ums sportliche Überleben. Chefcoach Alexander Voigt musste im Dezember seinen Hut nehmen. Die Nachfolge des 42-Jährigen trat Björn Mehnert an, der kurz zuvor bei Rot Weiss Ahlen entlassen worden war. Im Winter haben die Verantwortlichen den Kader massiv verstärkt: Sebastian Patzler (zuletzt Viktoria Köln, hat sich danach bei der „Zwoten“ fitgehalten), Christopher Schorch (1. FC Saarbrücken), Moritz Römling, Lars Holtkamp (beide VfL Bochum), Lars Bender (Fortuna Köln) und Burak Gencal (Bonner SC) sind neu in Wuppertal. Und offenbar ist die Trendwende gelungen, denn seine ersten zwei Rückrunden-Spiele hat der WSV gegen Ahlen (1:0) und Lippstadt (3:1) gewonnen.

Michatys Appell „Für uns ist es wichtig, alles rauszuhauen. Wir müssen hundertprozentige Homogenität, Stabilität und Konzentration auf den Platz bekommen“, sagt der Trainer nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge. „Wir müssen uns jetzt in die Rückrunde reinkämpfen und reinbeißen. Wenn man einen Lauf hat, geht vieles von alleine. Aber wenn man Spiele verliert, schwinden das Selbstbewusstsein und die Leichtigkeit. Es geht jetzt nur miteinander.“ Aus den gegensätzlichen Trends beider Teams hätte Michaty eine Chance für seine Schützlinge abgeleitet: „Vielleicht ist es in der jetzigen Phase ganz gut, dass wir nicht der Favorit sind. Mit der neuen Mannschaft wird Wuppertal in der Rückrunden-Tabelle im ersten Drittel landen.“

Mit der Überprüfung dieser These müssen alle Beteiligten nun bis zum noch nicht terminierten Nachholspiel warten.