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Fortuna Düsseldorf: Nachruf auf Peter Biesenkamp und Lothar Weschke

Nachruf auf Biesenkamp und Weschke : Zwei, die Fortuna im Herz trugen

Peter Biesenkamp und Lothar Weschke sind gestorben. Ein Nachruf von RP-Redakteur Friedhelm Körner, der beide Spieler zur aktiven Zeit spielen sah.

In Peter Biesenkamp und Lothar Weschke, die am vergangenen Wochenende innerhalb weniger Stunden verstorben sind, Biesenkamp mit 73, Weschke mit 76 Jahren, hat Fortuna zwei Spieler verloren, die 1971 mit den Fußballern aus Flingern den Aufstieg in die Bundesliga schafften. „Beide waren menschlich und sportlich immer positiv“, unterstreicht Hans-Georg Noack, lange Jahre Vorstandsmitglied der Fortuna.

Biesenkamp war von 1968 an in der Regionalliga aktiv. In der Bundesliga bestritt er 72 Spiele, erzielte dabei sechs Tore und gehörte dem Düsseldorfer Team an, das 1973 und 1974 unter Trainer Heinz Lucas jeweils Tabellendritter wurde - die bisher besten Platzierungen des Klubs am Ende einer Saison in der deutschen Eliteklasse. Als Fortuna dreimal hintereinander in Mönchengladbach gewann, zur Glanzzeit der Borussia mit Trainer Hennes Weisweiler, kam auch er zweimal zum Einsatz.

Ebenso wie 1975 beim spektakulären 6:5-Erfolg im Heimspiel gegen Bayern München um die Weltmeister Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Georg Schwarzenbeck und Gerd Müller, als er in der 85. Minute Fred Hesse ablöste. Mit diesem Spiel beendete er seine Karriere in der Bundesliga.

Biesenkamp, in Düsseldorf geboren, trug bereits mit elf Jahren das Trikot der Fortuna, spielte in allen Jugendstufen für den Verein und wurde 1969 zweimal in die Amateur-Nationalmannschaft berufen. In der Aufstiegsrunde zur Bundesliga 1971 schoss er drei Tore. Bei den Profis rückte der gelernte Abwehrspieler ins Mittelfeld vor. Dank der Körpergröße von 1,90 m zeichnete den vielseitigen Fußballer ein glänzendes Kopfballspiel aus. Er spiete mit großer Übersicht, hatte ein außergewöhnliches Ballgefühl, eine sehr gute Technik.

Nach seiner Laufbahn in der Bundesliga verstärkte Peter Biesenkamp, vom damaligen Amateurobmann Benno Beiroth dazu ermuntert, wieder die zweite Mannschaft, die 1977 mit einem Erfolg in den Finalbegegnungen mit dem SV Sandhausen (1:0 und 2:2) die deutsche Amateurmeisterschaft gewann. Gemeinsam mit Hardy Helmreich, auch er ein Akteur mit Bundesligaerfahrung, war er als Libero mit 38 Saisoneinsätzen und fünf Toren eine Stütze der Mannschaft. „Das ist der schönste Tag bei der Fortuna“, beschrieb er den Titelgewinn. „Peter war im Team ein ruhender Pol“, umreißt Beiroth, der bei Fortuna auch Mannschaftskollege Biesenkamps gewesen war, die Bedeutung des Routiniers im Aufgebot der Amateure.

Biesenkamp spielte noch in der von Heinz Lucas betreuten Traditionsmannschaft „Fortuna 70“. Er arbeitete als Kaufmann, war Vorstandsmitglied beim Oberligisten Turu Düsseldorf, traf sich häufig mit seinen Fortuna-Kameraden, wohnte in der Carlstadt und zuletzt in einem Seniorenzentrum in Flingern.

Lothar Weschke starb in einer Klinik. Der dribbelgewandte und beidfüßig starke Flügelstürmer trug die Trikots von Eintracht Braunschweig, mit der er bereits 1964 und 1965 in der Bundesliga aktiv war, und Kickers Offenbach, ehe er 1968 zur Fortuna wechselte. In ihrer Regionalligamannschaft gehörte er zur Stammbesetzung und war 16 Mal als Torschütze erfolgreich, einmal auch in der Aufstiegsrunde zur ersten Liga bei Wacker Berlin. In der Bundesliga kam Weschke für Fortuna allerdings nur noch zu sechs Einsätzen. Reiner Geye und Dieter Herzog, später Nationalspieler, waren in der Offensive gesetzt, sodaß Weschke seine Laufbahn beim damaligen Zweitligisten Röchling Völklingen ausklingen ließ.

Düsseldorf blieb er jedoch verbunden und arbeitete in der Stadt als Versicherungskaufmann. „Er war im Beruf sehr erfolgreich, korrekt und hilfsbereit“, sagt Fortunas heutiger Ehrenpräsident Hans-Georg Noack. Lothar Weschke pflegte bis zuletzt den Kontakt mit den alten Kameraden. Viele Jahre trotzte er schweren Krankheiten. „Er war ein Kämpfer“, sagt Benno Beiroth.