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Fortuna Düsseldorf: Nachfolger von Bruno Hübner bei Eintracht Frankfurt wird Ben Manga

Nachfolger von Hübner bei der Eintracht : Dieser Ex-Fortune wird Sportdirektor in Frankfurt

Er hat Stars wie Filip Kostic, Evan N'Dicka oder Sebastien Haller entdeckt. Nun soll er die Nachfolge von Bruno Hübner als Sportdirektor von Eintracht Frankfurt antreten. Am Düsseldorfer Ex-Profi soll auch Schalke 04 gebaggert haben.

Er hat in der Fußballbranche einen ausgezeichneten Ruf. Er gilt als einer der besten Talentspäher des Landes. Ben Manga hat Spieler wie Filip Kostic, Evan N'Dicka oder Sebastien Haller entdeckt. Bisher hat er vor allem im Hintergrund gewirkt. Nun wird der 47-Jährige befördert und dadurch deutlich öfter im Scheinwerferlicht stehen.

Vom Kaderplaner und Chefscout zum Sportdirektor von Eintracht Frankfurt. Der im Rhein-Kreis-Neuss aufgewachsene Manga soll im Sommer Bruno Hübner ablösen, der nach zehn Jahren den Klub verlässt. Er soll allerdings offenbar nicht eins-zu-eins die Position Hübners übernehmen, am Zuschnitt der Abteilung wird offenbar noch gefeilt.

Um Manga war in den vergangenen Wochen hinter den Kulissen ein Gezerre entstanden. Denn auch andere Klubs sind auf ihn aufmerksam geworden und haben um seine Dienste gebuhlt. Der FC Schalke 04 soll Interesse an Manga gehabt haben. Da Sportvorstand Jochen Schneider aber bei Schalke faktisch schon jetzt nichts mehr zu sagen hat, wurde auch die Pläne nicht weiter verfolgt. Vor seinem Engagement bei den Hessen, war Manga als Scout beim VfB Stuttgart angestellt.

Ben, wer? Während deutschlandweit wohl so mancher den Lebenslauf googeln muss, dürfte es bei den allermeisten Anhängern der Fortuna klingeln. Von 1993 bis 1996 war er für die launische Diva hauptsächlich bei den Amateuren aktiv, nur fünf Pflichtspiele absolvierte er in dieser Zeit in der ersten Mannschaft – und doch dürfte er ganz speziell wegen einer Partie im DFB-Pokal noch in sehr guter Erinnerung geblieben sein.

18. September 1995. An diesem Tag gewannen die Düsseldorfer 3:1 gegen den FC Bayern München. Einer der Helden war Linksverteidiger Ben Manga in seinem erst zweiten Spiel für die Rot-Weißen. „Trainer Ristic kam am Nachmittag vor dem Spiel in mein Hotelzimmer und hat mich gefragt, ob ich Angst habe. Er sagte: ,Wenn du keine Angst hast, will ich heute Abend Dampf sehen.' Also war klar, dass ich keine Angst zeigen durfte“, sagte Manga dem Portal „goal.com“. „ Einfach war das nicht. Auf dem Weg ins Rheinstadion lief plötzlich Jürgen Klinsmann neben mir her. Ich dachte: ,Du liebe Scheiße!' Beim Warmmachen habe ich dann immer auf die andere Seite geguckt, da waren Kahn, Nerlinger, Ziege, ich konnte es nicht glauben.“

Immer wieder entnervte Manga mit schnellen Sprints seine Gegenspieler, stand hinten sicher. In der 89. Minute marschierte er dann von hinten nach vorne, bediente Thomas Seeliger, der zum 3:1 traf. Eigentlich wollte er da schon nicht mehr auf dem Platz gestanden sein, immer wieder hatte er Ristic gebeten, ihn auszuwechseln: „Ristic sagte: ,Du kannst noch laufen, also mach weiter!' Als ich dann in der 89. Minute den Ball bekam, wusste ich nicht, wie ich jetzt so schnell rennen soll. Aber dann habe ich die Fans gehört und bin einfach losgelaufen. Nach 70 Metern habe ich den Ball gepasst, und das Spiel war entschieden. Ein schönes Gefühl.“

Seine aktive Karriere musste er nach weiteren Stationen in Uerdingen, Wuppertal, Aachen, Karlsruhe, Worms und Düren bereits 2006 beenden. Nach drei Kniescheibenbrüchen spielte der Körper nicht mehr mit.

(gic)