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Fortuna Düsseldorf: Nach Niederlage gegen den HSV zeigen sich Spieler selbstkritisch

Niederlage beim Hamburger SV : Fortuna-Spieler selbstkritisch nach Auftakt-Pleite

Die Akteure von Fußball-Zweitligist Fortuna zeigten sich zerknirscht nach der 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV. Trainer Uwe Rösler moniert, das Absprachen nicht eingehalten wurden. Rouwen Hennings hofft, dass die Fehler zeitnah behoben werden können.

Es passte wohl zu diesem gebrauchten Abend in der Hansestadt, dass die Reisegruppe Fortuna noch eine Rundfahrt durch Hamburg einlegen musste. Weil der Elbtunnel ab 21 Uhr gesperrt war, ging es mit dem Bus einmal quer durch die Metropole vorbei an der Reeperbahn. Mit Vergnügen hatte der Auftritt der Gäste allerdings überhaupt nichts zu tun. Zum Auftakt der Zweiten Liga präsentierte sich das Team von Cheftrainer Uwe Rösler in, gelinde gesagt, bescheidener Verfassung. Das 1:2 gegen den einstigen Bundesliga-Dino hat schonungslos offengelegt, dass es noch viel aufzuarbeiten gibt.

Florian Kastenmeier hat damit gleich nach dem Spiel angefangen und kommt zu einer sehr schonungslosen Einschätzung der Gesamtsituation. „Das war eine schwierige Partie. Wir sind nicht gut reingekommen, waren unglücklich am Ball, haben dann den Elfmeter bekommen, den Faden verloren und wurden ungeduldig, haben dann das 0:2 bekommen. Der Anschlusstreffer hat am Ende nicht gereicht. Wir Waren einfach zu nervös und nicht so mutig am Ball, wie wir normal spielen können“, bekundet der Torwart. „Sie haben uns super analysiert, sind über die außen gekommen. Wir haben relativ früh umgestellt, kamen dann besser zu recht, aber es hat nicht gereicht. Jetzt wissen wir, wo wir stehen.“ Mit seiner persönlichen Leistung geht er nicht ganz so hart ins Gericht. „Ich denke, ich habe zwei Mal gut gehalten, darauf kann ich selber aufbauen“, sagt er. „Beim Elfmeter war ich dran, dass ärgert mich. Aber so ist es nun mal.“ Was er großzügig unterschlägt: auch Kastenmeier ist mitunter noch etwas orientierungslos durch die Partie gestolpert und unterlief zwei Bälle. Was er braucht ist weiter Spielpraxis und Rückkhalt seiner Kollegen.

Die waren allerdings noch viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Beispiel Florian Hartherz. Der Zugang war auf der linken Abwehrseite ein absoluter Totalausfall. Zu allem Überfluss verursachte er auch noch kurz vor dem Pausenpfiff einen Elfmeter. Er selbst sagt dazu: „Die Elfmetersituation war unglücklich. Wir kriegen den Ball nicht geklärt und er springt hoch, Dudziak kommt von der Seite und ich treffe ihn am Fuß. Am Ende muss man sagen, dass es ein klarer Elfmeter ist. So etwas darf mir natürlich nicht passieren. Ich muss das besser machen, abhaken, weiter geht es. Den Jungs kann man keinen Vorwurf machen in Punkto Leidenschaft, aber wir müssen das Übergangsspiel verbessern und zielstrebiger zum Tor werden.“

Fortuna hat nun bis Samstag Zeit, gleich eine Reihe von Dingen aufzuarbeiten. Im Spiel gegen Würzburg steht man unter Zugzwang, mit einer weiteren Niederlage würde man bereits ordentlich unter Druck geraten. „Das war nicht gut von uns. Wir haben kaum eine Torchance herausarbeiten können. Wir hatten kaum Zugriff. Die Hamburger haben uns sehr gut unter Druck gesetzt“, urteilt Rouwen Hennings. „Man muss das Spiel ganz normal aufarbeiten. Die schlechten Sachen analysieren und Bestenfalls schon bis zur nächsten Partie abstellen.“

Und was sagt der Trainer? „Wir wollten sie am Anfang mutig hoch anlaufen, haben wir auch gemacht. Sie haben aber super unser Pressing überspielt. Wir sind dann etwas unruhig geworden. Das Spiel plätscherte dann so dahin. Normal gehst du 0:0 in die Pause, dann kassierst du in der Nachspielzeit so ein Tor. Das war sehr ärgerlich, weil wir uns im Vorfeld über die Bedeutung von Einwürfen unterhalten haben und ganz klar eingeteilt haben, wer wofür zuständig ist. Hätten wir das beherzigt, kommt es zu dieser Elfmetersituation gar nicht.“

Seine Bestandsaufnahme fehlt dementsprechend ernüchternd aus: „Speziell im offensiven Bereich haben wir heute zu wenig Zweikämpfe gewonnen. Eins gegen eins gab es gar nicht, unsere Abläufe auf den Seiten haben nicht so funktioniert. Wir haben teilweise Bälle sehr, sehr gut gewonnen, aber der erste Ball nach vorne war sehr fehlerhaft und das hat dann dazu geführt, dass wir nicht so viel kreieren konnten.“

In Sachen Produktivität gab es dann immerhin noch eine Erfolgsmeldung für das Lager von Fortuna. Alfredo Morales und Brandon Borrello, auf dem Rasen nur sehr dosiert im Einsatz, mussten hinterher zur Dopingprobe antreten - und kamen gleich zur Sache. Der Mannschaftsbus war da allerdings schon ohne sie los gefahren. Wie in solchen Fälle gängige Praxis. Teammanager Sascha Rösler chauffierte die Beiden in seinem Dienstwagen zurück nach Düsseldorf.