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Fortuna Düsseldorf nach 1:0 gegen 1. FC Heidenheim: "War ein Sieg des Willens“

Nach 1:0 gegen Heidenheim : „Es war ein Sieg des Willens“

Am sechsten Spieltag hat Fortuna erstmals gezeigt, dass sie gewillt ist, den Fußball in der Zweiten Liga anzunehmen. „Die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt und in unserer Situation absolut das Maximum herausgeholt“, sagte Trainer Uwe Rösler.

Um 20.22 Uhr wurde es noch einmal richtig laut in der Arena in Düsseldorf-Stockum. Schreie der Erleichterung hallten durch das fast leere Stadion. Fortuna feierte den Schlusspfiff einer Begegnung, die sie mit viel Einsatz auf ihre Seite gezogen hatte. „Es war ein Sieg des Willens“, sagte Trainer Uwe Rösler nach dem 1:0-Sieg gegen den 1. FC Heidenheim. „Die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt und in unserer Situation absolut das Maximum herausgeholt.“

Das „in unserer Situation“ war vor allem auf zwei Umstände gemünzt. Einmal standen die Düsseldorfer vor der Partie auf dem 16. Tabellenplatz, konnten nur auf einen Sieg aus den ersten fünf Partien verweisen. Zweitens standen gerade mal 14 fitte Feldspieler aus dem Profikader auf dem Spielberichtsbogen, zwölf Akteure sind verletzt oder waren gesperrt. „Die Mannschaft hatte in den letzten Monaten unheimlich viel Pech, hat sich heute belohnt. Das hätten uns wenige Experten vor dem Spiel zugetraut“, sagte Rösler, der damit auf die zunehmende Kritik aus dem Umfeld anspielte.

Fortuna zeigte am Freitagabend in der ersten Halbzeit ihre besten 45 Minuten der Saison. Der Coach verwies dann auch nicht ohne Stolz auf 63 Prozent gewonnene Zweikämpfe in dieser Zeit. Es ging nicht um taktische Finessen, sondern den erkennbaren Willen, etwas erreichen zu wollen. „Wir hatten am Dienstag eine sehr körperbetonten Trainingseinheit über 100 Minuten“, erklärt Rösler. „Die Mannschaft hat das toll umgesetzt. Das spricht für ihren Charakter.“

Marcel Sobottka erzielte nach einer Standardsituation das Tor des Tages (33.). Der satte Volleyschuss allein hätte vielleicht schon zum Titel Matchwinner gereicht. Dass der 26-Jährige aufgrund der Personalnot aber als Linksverteidiger aushalf und seinen Job ausgezeichnet erledigte, machte diese Bezeichnung schließlich völlig unstrittig. „Er war überragend“, sagte Rösler, der sich erst am Freitagmorgen dafür entschieden hatte, Sobottka diese Position anzuvertrauen. „Marc Schnatterer wurde ausgewechselt – das sagt alles über die Leistung von ,Cello’ aus.“ Sobottka selbst sagte: „Am Ende war nicht mehr viel mit Fußball, da war nur noch Kampf. Aber wir haben es heute vom Torwart hinten bis zu den Stürmern richtig gut umgesetzt.“

In der zweiten Halbzeit baute Fortuna schließlich etwas ab, hatte einmal richtig Glück, als Robert Leipertz über den Ball trat, und in Florian Kastenmeier einen Rückhalt, der mit einer Glanzparade gegen Denis Thomalla die Punkte festhielt. „Ab der 60. Minute ist uns der Saft ausgegangen“, gab Rösler zu. „Aber Moral, Wille, Zweikampfstärke und Robustheit waren da. Wir haben die Emotionalität gezeigt, die wir brauchen.“

Jakub Piotrowski, der einen starken Mittelfeldmotor gab, war nach der Partie überglücklich: „Wir haben Moral gezeigt und alles reingehauen, was im Tank war. Fortuna sprang mit diesem Sieg vor den restlichen Partien des Spieltags vorübergehend auf Platz zehn in der Tabelle. Rösler sagte aber auch: „Wir bleiben mit beiden Beinen auf dem Boden.“