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Fortuna Düsseldorf muss Derby-Gefühl selbst erzeugen

Keine Zuschauer beim Spiel in Köln : Fortuna muss Derby-Gefühl selbst erzeugen

Derbys leben von der aufgeheizten Atmosphäre. Am Sonntag sind keine Zuschauer im Kölner Stadion. Eine hohe Eigenmotivation ist gefragt. Und die spricht Trainer Uwe Rösler seiner Mannschaft auch zu.

Wenn es um Derbys geht, muss Uwe Rösler nicht lange über seine intensivsten Erfahrungen nachdenken: „Manchester City gegen Manchester United war etwas ganz Besonderes, keine Frage“, sagt er. Von vier Spielen konnte er zwar keines gewinnen, aber immerhin drei Tore für die Citizens erzielen. Nun steht für den 51-Jährigen das erste Derby als Trainer in Deutschland an: Mit Fortuna beim 1. FC Köln – allerdings ganz ohne Zuschauer. Ist das dann überhaupt ein echtes Rheinisches Derby? „Es ist ein Derby, ganz klar“, sagt Rösler. „Es ist Kölsch gegen Alt. Und Alt schmeckt mir ohnehin besser.“

Mehrere Spieler haben schon kundgetan, dass sie mit einem weinenden Auge in das Duell mit der Nachbarstadt gehen werden. „Schon vor der Saison habe ich mich auf das Spiel beim FC gefreut“, sagt Verteidiger Niko Gießelmann. „Ein Derby zu spielen, ist immer etwas ganz Besonderes. Leider wird es keine Stimmung geben, weil keine Zuschauer im Stadion sein werden. Aber das müssen wir als Profis so annehmen. Es wird sicher schwer werden, denn Köln ist gut drauf, aber wir haben die Qualität, um sie asuwärts zu besiegen.“

Ohne die Corona-Krise wären am Sonntagabend über 50.000 Zuschauer im ausverkauften Kölner Stadion. Das Derbyfeeling würde automatisch kommen, wenn sich der Bus mit den Spielern den Weg durch die Fanmassen bahnen würde. Aber so sagt Uwe Rösler: „Wir werden wieder das gleiche Hotel wie in der vergangenen Saison beziehen und am Sonntag entspannt anreisen, wir rechnen schließlich nicht mit Staus.“

Der Trainer sieht bei seinen Spielern nach eigener Beobachtung jeden Tag die richtige Anspannung und setzt weiter darauf, dass das Team in der Lage ist, sich ohne Anfeuerung der Zuschauer selbst ausreichend zu motivieren. „Die Wichtigkeit des Spiels ist uns sowieso klar, weil wir mitten im Abstiegskampf sind“, sagt der 51-Jährige. „Ein Derby ist immer stark von Emotionen geprägt. Dieses Mal müssen wir diese selbst erzeugen. Wir müssen sie aber auch gegen Schalke und in München selbst erzeugen. Es liegt an uns, wie wir ins Spiel gehen. Wir sind uns jedenfalls bewusst, dass es ein Derby ist.“

Zehn Punkte liegen mittlerweile zwischen den Kölnern, die unter Trainer Markus Gisdol eine beeindruckende Serie hingelegt haben, und den Düsseldorfern, die sich für ihre guten Leistungen in der Rückrunde bisher nur einmal mit drei Punkten belohnt haben. Rösler ist sich absolut sicher, dass die Chance für einen Sieg im Derby dennoch groß ist. „Ich habe ein gutes Gefühl. Wir sind absolut in der Lage, dort etwas zu holen. Der letzte Spieltag hat gezeigt, dass es viele Auswärtssiege geben kann. Der Vorteil des Heimpublikums ist abhandengekommen“, sagt der Trainer.

Verzichten muss Rösler im Derby auf seinen Abwehrchef: Kaan Ayhan hatte im Spiel gegen Paderborn seine fünfte Gelbe Karte gesehen und muss nun aussetzen. „Er ist ein wichtiger Bestandteil unseres Teams, hat den Willen, immer besser zu werden. Klar, wird uns Kaan fehlen“, sagt der Coach, der auch verrät, wer den türkischen Nationalspieler ersetzen wird: „Zanka wird spielen.“ Der von Fenerbahce Istanbul ausgeliehene Mathias „Zanka“ Jørgensen wird in die Dreierkette an die Seite von Andre Hoffmann und Niko Gießelmann rücken.

Eine Option für den Kader ist nach überstandener Knieverletzung auch Dawid Kownacki. „Er könnte auf der Bank sitzen“, sagt Rösler.