Fortuna Düsseldorf muss das Wir-Gefühl transportieren - ein Kommentar

Aufsteiger spielt tolle Saison : Fortuna muss das Wir-Gefühl jetzt in die Zukunft transportieren

Eine tolle Saison von Fortuna hat am Samstag ihren emotionalen Abschied genommen. Nun geht es darum, die Werte, die dafür gesorgt haben, über die Sommerpause zu retten und auf andere Ebenen zu übertragen.

Friedhelm Funkel wirkte angefasst, als er das Mikrofon in die Hand nahm und zu den Fortuna-Fans sprach. Der Trainer wiederholte das, was er schon seit Wochen und Monaten predigt: Fortuna hat den Klassenerhalt nur geschafft, weil es einen großen Zusammenhalt gab. Zwar nicht im gesamten Klub, aber eben in dem Bereich, in dem es zählt: in der sportlichen Abteilung.

Zu der zählt Funkel sein Trainerteam, das Funktionsteam, die Ärzte, die Spieler und eben auch die Fans. Die Anhänger hielten zu ihrem Team, auch nach der 1:7-Klatsche in Frankfurt, auch nach sechs Niederlagen in Serie. Fans haben meist ein feines Gespür dafür, wie es um den Zustand ihrer Mannschaft bestellt ist. Und beim Düsseldorfer Team merkten sie, dass dort eben eine Gemeinschaft entstanden ist, ein verschworener Zirkel, zu dem sie auch gehören wollten. Egal, was kommt.

Und diese Symbiose führte dann letztendlich zum Erfolg. Trainer und Mannschaft konnten in Ruhe arbeiten, verbesserten sich stetig und fuhren als absoluter Außenseiter letztlich überragende 44 Punkte ein. Die Ultras würdigten das am Samstag mit einem Banner, das für sich steht: „Das F95-Logo mit Stolz durch die Liga getragen. Die Kurve verneigt sich vor euch.“

Nun ist es an allen Beteiligten dieses Wir-Gefühl über die Sommerpause zu transportieren. Sportvorstand Lutz Pfannenstiel ist zusammen mit den Kaderplanern um Uwe Klein gefordert, erneut Spieler zu verpflichten, die sportliche Qualität mit einwandfreien charakterlichen Eigenschaften verbinden. Die Mannschaft und die Trainer sind gefordert, ab dem ersten Trainingstag der neuen Saison wieder diese Wagenburg-Mentalität zu erschaffen, die das eigene Ego in den Hintergrund rückt. Die Fans dürfen ihre Erwartungshaltung nicht verändern, sie müssen mit der gleichen Demut die Spiele bewerten, wie in dieser Saison.

Und schließlich wäre es für den Klub sicher von Vorteil, wenn auch die Führung um Aufsichtsrat und Vorstand aus der vergangenen Saison den einzig wahren Schluss ziehen würde: Es geht nicht um persönliche Eitelkeiten, es geht um den Zusammenhalt. Wenn all das gelingt, steht Fortuna wieder eine Saison mit positivem Erinnerungswert bevor.

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