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Fortuna Düsseldorf: Miroslav Klose könnte Trainer-Nachfolger von Rösler werden

Gerüchteküche bei Fortuna brodelt : Klose als Nachfolger von Rösler im Gespräch

Miroslav Klose ist ein heißer Trainerkandidat bei Zweitligist Fortuna Düsseldorf. Am Dienstagvormittag gibt es aber zunächst einen Austausch mit Uwe Rösler – auch der 52-Jährige gilt weiter nicht als chancenlos. Was Klaus Allofs dazu sagt.

Miroslav Klose hat mit einer Aussage für Aufhorchen in der Fußball-Republik gesorgt. „Derzeit befinde ich mich mit dem FC Bayern noch in Hotel-Quarantäne und kann die finalen Gespräche über meine Zukunft noch nicht führen“, sagte der Weltmeister von 2014 dem „Kicker“. „Aber es gibt mehrere spannende Optionen, und ich bin mir sicher, dass zeitnah eine Entscheidung darüber fallen wird, was ich in der kommenden Saison machen werde. Und wie gesagt: Ich entscheide, sonst niemand!“

Nach Informationen unserer Redaktion ist eine dieser „spannenden Optionen“: Fortuna Düsseldorf. Wie aus fortunanahen Kreisen durchsickerte, ist Klose schon seit längerer Zeit eine mögliche Variante in den Überlegungen von Vorstand Klaus Allofs. Der kennt den ehemaligen Angreifer bestens aus gemeinsamen Zeiten bei Werder Bremen, wo Klose von 2004 bis 2007 sehr erfolgreiche Jahre hatte. Allofs war zu der Zeit Geschäftsführer Profifußball bei den Hanseaten, die in jenen drei Jahren in der Bundesliga zweimal Dritter und einmal Vizemeister wurden.

Auf Anfrage unserer Redaktion hat Klaus Allofs sich zu dem Thema geäußert. „Ich kann jetzt nicht jedes Gerücht kommentieren“, sagt der Fußballvorstand. „Wir bleiben bei unserem Fahrplan und sprechen mit Uwe Rösler. Wenn es etwas zu vermelden gibt, dann werden wir das tun.“ Ein hartes Dementi hört sich allerdings anders an.

Vor zwei Wochen hat Klose, mit 16 Treffern die Nummer eins der ewigen WM-Torschützenliste, seine letzten Prüfungen zum Fußball-Lehrer erfolgreich abgeschlossen und damit auch die formalen Kriterien erfüllt, um als verantwortlicher Cheftrainer für ein Profi-Team arbeiten zu können.

Die zweite und nicht zu vernachlässigende Seite ist allerdings die fehlende Erfahrung. Bei welchem Klub auch immer der Pfälzer nun als Chefcoach anheuern wird – es wird seine erste Station in dieser Funktion sein, da er bislang nur beim DFB allererste Schritte als Co-Trainer Joachim Löws machte und anschließend beim FC Bayern München die U17 betreute und zuletzt Co-Trainer Hansi Flicks war.

Sollte er also tatsächlich die nicht unheikle Aufgabe bei Fortuna übernehmen, wäre dieses Erfahrungsdefizit ein Problem. Lösen ließe sich es eventuell dadurch, ihm einen mit allen Wassern gewaschenen Mann an die Seite zu stellen, so wie es in Düsseldorf einige Jahre lang Peter Hermann war. In Kloses Fall wäre da Hermann Gerland denkbar, Bochumer Urgestein mit langer Bayern-Historie als Assistenzcoach, die Gerland nun auf eigenen Wunsch im Juni beendet. Gerland will aber weiterarbeiten.

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Unsere Redaktion hatte bereits am Montagnachmittag über ein mögliches Interesse von Fortuna berichtet und ihn in den Kreis der potentiellen Trainerkandidaten aufgenommen. Auch der „Express“ hat das Thema aufgegriffen. Was da vereinzelt noch etwas spöttisch kommentiert wurde („Fortuna sucht doch eh noch einen Stürmer“) konkretisierte sich im Laufe des Montagabends immer mehr. Es soll auf jeden Fall einen Austausch gegeben haben. Das wäre nichts Ungewöhnliches. Denn Fortuna muss sich schließlich darauf vorbereiten, dass es mit Uwe Rösler keine Einigung auf Fortsetzung der Zusammenarbeit gibt. Das könnte allein schon wegen der Laufzeit eines möglichen neuen Vertrages der Fall sein – der Sachse würde zum Beispiel das Angebot einer Verlängerung um nur ein Jahr kaum als den nötigen Vertrauensbeweis werten.

Am Dienstagvormittag (wir hatten exklusiv darüber berichtet) setzen sich Allofs und Sportvorstand Uwe Klein und der Trainer im Lindner Congress Hotel am Seestern zusammen und führen ein erstes Gespräch. Dabei geht es zunächst um die Saisonanalyse – es soll ausdrücklich noch keine Verhandlungsrunde sein. Die würde man erst starten, wenn man eine Basis dafür sähe.

Heißt: Man braucht Einigkeit über die künftige Ausrichtung – vor allem in Sachen Taktik und Spielstil. Denn bislang haben Klein und Rösler da bisweilen schon deutlich aneinander vorbeigeredet. Im Klartext: Klein hat Spieler verpflichtet, die mindestens nicht optimal für das von Rösler favorisierte System geeignet sind. Klein war übrigens seit vergangenem Samstag für Anfragen nicht erreichbar – selbst die eigene Medienabteilung konnte ihn für Nachfragen nicht erreichen. Am Dienstag erklärte er dies unserer Redaktion gegenüber dann allerdings damit, im Augenblick extrem viel zu tun zu haben. Dass man dem Sportvorstand dies in diesen Tagen abnehmen kann, steht völlig außer Frage.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das waren die möglichen Trainerkandidaten bei Fortuna