Fortuna Düsseldorf: Mike van Duinen ist bislang nur der Mini-Benschop

Fortuna Düsseldorf : Der Mini-Benschop

Beim Transfer von Mike van Duinen zu Fortuna Düsseldorf fragten sich viele Anhänger: Mike wer? Der Niederländer war nur eingfleischten Eredivisie-Fans ein Begriff. Vom Spielertyp soll er den abgewanderten Charlison Benschop ersetzen. Bisher zahlt er aber vor allem Lehrgeld.

Wenn man böse ist, kann man den derzeitigen Wert der ersten niederländischen Liga an einer Person messen. Van Duinen absolvierte in seiner noch jungen Karriere 123 Spiele in der Eredivisie, erzielte dabei 30 Tore und bereitete elf Treffer vor. Die Fortuna schlug in der Sommerpause zu, ein Vierjahresvertrag wurde mit ihm ausgehandelt. Der 23-Jährige sollte das Loch im Angriff, das die Abgänge von Erwin Hoffer und Charlison Benschop verursacht hatten, stopfen.

Einige Wochen und drei Pflichtspiele später ist die Situation wie folgt: Van Duinen wird als dritter von drei etatmäßigen Stürmern regelmäßig in der Schlussviertelstunde eingewechselt. Der ehemalige Stammspieler des ADO Den Haag ist beim Zweitliga-Aufstiegsaspiranten Fortuna nicht gesetzt.

Die Fußstapfen, in der er treten soll, sind allerdings auch denkbar groß. Aufgrund seines Spielertyps und seiner Physiognomie ersetzt der 1,87 Meter große Niederländer den ehemaligen Publikumsliebling Benschop, der sein Glück nun in der Bundesliga bei Hannover 96 sucht. "Mike van Duinen ist trotz seiner Größe ein schneller Stürmer, zudem zeichnen ihn sein Durchsetzungsvermögen, sein Torriecher und seine Mentalität, immer alles für die Mannschaft zu geben, aus", sagte Fortuna-Manager zum Rachid Azzouzi passenderweise nach Bekanntgabe des Transfers.

Derzeit ist er dennoch relativ weit von der Stammelf entfernt. Und das, obwohl Frank Kramers System für ihn wie maßgeschneidert ist. Die Fortuna operiert mit zwei schnellen Flügelspielern und zwei offensiven Außenverteidigern. Ihr Ziel: nach erfolgreichen Dribblings verwertbare Flanken ins Zentrum schlagen und einen Abnehmer finden. Bisher genossen jedoch ausschließlich Joel Pohjanpalo und Didier Ya Konan, die eher für den filigranen Stürmertyp stehen, das Vertrauen des Trainers und nicht der niederländische Stoßstürmer.

Und das, obwohl die Teamkollegen in den bisherigen drei Pflichtspielen ebenfalls noch nicht restlos überzeugten. Zwar spielen sich die Fortunen genügend Chancen heraus, Tore blieben bislang aber Mangelware. 48 Torschüsse gaben die Düsseldorfer in drei Pflichtspielen ab, lediglich zwei Treffer sprangen dabei heraus. "Wir sind immer wieder gut bis zur Torauslinie gekommen, aber wir finden dann einfach nicht die Spieler im Zentrum", übte Michael Liendl nach dem umkämpften Pokalsieg nach Elfmeterschießen bei Rot-Weiss Essen Kritik. Sein Trainer sagte derweil: "Vorne müssen wir einfach mal zubeißen."

Das könnte alles Musik in den Ohren van Duinens sein. Allerdings drängt er sich nicht auf. Nach seinen Einwechslungen an den ersten beiden Spieltagen war er zwar sehr bemüht und immer aktiv. Torgefahr strahlte er aber nicht aus. Gegen Essen war das teilweise schon besser — dafür blieb er aber wegen eines ganz schwachen Strafstoßes in Erinnerung.

Immerhin kann er sich damit trösten, dass Vorgänger Benschop zu Beginn seiner Zeit in Düsseldorf auch nicht viel erfolgreicher war. In den ersten drei Spielen erzielte der Landsmann ein Tor in 243 Einsatzminuten. Für solch eine Bilanz hat van Duinen noch ein wenig Zeit.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Mike van Duinen

(cfk)