Fortuna Düsseldorf: Matthias Zimmermann ist Fortuna sehr dankbar

Vor dem Gladbach-Spiel : Zimmermann ist Fortuna sehr dankbar

Matthias Zimmermann fühlt sich in Düsseldorf „ausgesprochen wohl“. Und der 26-Jährige hat nicht vergessen, dass der Aufsteiger ihm nach achtmonatiger Verletzungspause eine Chance gegeben hat.

Am Samstag trifft Fortuna auf Borussia Mönchengladbach. Ein besonderes Spiel für die Düsseldorfer, sind die Gladbacher doch ihr räumlich nächster Nachbar in der deutschen Eliteklasse. Und auch für einen in Fortunas Reihen ist es kein Spiel wie jedes andere, denn Matthias Zimmermann hat seine ersten Profi-Schritte im Trikot der Borussia unternommen.

Den persönlichen Charakter spielt der 26-Jährige allerdings herunter. „Gladbach, das ist schon sehr lange her. Ich habe das längst abgehakt, war damals ja erst 19“, sagt er. „Mit Tony Jantschke habe ich allerdings noch sehr guten Kontakt, auch mit Patrick Herrmann.“ Ein Bundesligaspiel durfte er seinerzeit unter Trainer Lucien Favre machen, „und eines im Europapokal. Das kann mir keiner mehr nehmen.“

Die Gegenwart interessiert Zimmermann mit Blick auf die Partie am Samstag (15.30 Uhr, Arena) freilich mehr als die alten Tage. „Die Gladbacher kommen auch nicht mit sehr viel Selbstbewusstsein zu uns und denken, die Fortuna hauen wir jetzt weg“, versichert der Rechtsverteidiger. „Das ist ein 50:50-Spiel, ein Derby.“ Und dabei versetzt es ihn keinesfalls in nackte Panik, dass sein Team die beiden Partien vor der Länderspielpause verloren hat. „Wir haben 31 Punkte – andere würden darum betteln, so viele zu haben“, stellt der frühere Stuttgarter fest. „Sicher haben wir jetzt gegen Gladbach, bei Hertha und gegen die Bayern drei schwere Spiele vor uns, aber wir können gegen alle drei was holen. Und danach haben wir immer noch fünf Spiele, und Stuttgart hat auch schwere Aufgaben vor sich.“

Zimmermann lässt sich nicht dazu hinreißen, die allgemeine Sprachregelung bei Fortuna („wir sind noch nicht durch“) zu verlassen – sein Optimismus ist dennoch zwischen den Zeilen herauszuhören. Seine positive Grundstimmung hat viel damit zu tun, dass seit seinem Wechsel an den Rhein endlich die Gesundheit wieder mitspielt. Wegen eines Kreuzbandrisses hatte Zimmermann fast ein Dreivierteljahr auf Eis gelegen. Fortuna verpflichtete ihn dennoch – und das hat der Mann mit dem Kämpferherz nicht vergessen: „Ich fühle mich hier wohl, ich bin sehr dankbar, dass Fortuna mir die Chance gegeben hat nach achteinhalb Monaten Verletzungspause. Ich war ein Niemand, kaum einer hatte mich auf der Rechnung. Es ist möglich, hier etwas mit der Fortuna aufzubauen, und da wäre ich gern dabei. Ich hoffe, dass ich den Weg noch mitgehen kann.“

Klingt ganz nach Vertragsverlängerung, was durchaus bald ein Thema werden könnte, da sein bisheriges Arbeitspapier im Juni 2020 ausläuft. „Noch hat keiner mit mir gesprochen“, sagt er dazu. „Erstmal bin ich auch nur darauf fokussiert, die Saison gut zu Ende zu spielen. Wir haben noch acht geile Spiele, und wir brauchen noch Punkte. Ich will unbedingt noch zwei oder drei Siege holen, weil es einem auch persönlich gut tut.“

Und gut täte ihm gerade gegen seinen Ex-Klub ein Erfolg – bei allem Abwiegeln. „Ich möchte zeigen, dass ich ein anderer Mensch geworden bin, was ich gelernt habe“, erklärt er mit Blick auf seine Borussen-Zeit. „Und ich bin noch nicht am Ende, ich habe noch einiges in mir. Aber ich muss niemandem mehr etwas beweisen in Gladbach. Ich habe fast alle Spiele gespielt.“ Genauer gesagt hat Zimmermann sogar alle Ligapartien Fortunas bestritten – 25 der 26 über die volle Distanz, lediglich beim 1:1 in Leipzig wurde er zehn Minuten vor dem Abpfiff ausgewechselt.

Seit fast zwei Monaten muss er nun befürchten, dass eine Gelbsperre diese Serie beendet: Damals sah er beim 1:1 in Hoffenheim seine vierte Gelbe Karte. „Es gab ein, zwei Situationen, wo ich ein Foul hätte machen können oder vielleicht sogar müssen, als ich dann aber an die fünfte Gelbe Karte gedacht habe“, gibt er ehrlich zu. „Beim Stand von 2:5 in Wolfsburg oder 0:3 gegen Frankfurt brauche ich wirklich keinen mehr umzuhauen. Ich glaube aber, gegen Gladbach könnte es eng werden mit der fünften, weil wir da alle noch eine Schippe drauflegen müssen.“ Wenn das gelingt, nimmt „Zimbo“ sicher niemand eine Sperre übel.

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