Foto und Sondereinsatz Diesen emotionalen Abschied bereitet Fortuna verdientem Mitarbeiter

Düsseldorf · Nach dem 5:3-Erfolg über den FC Schalke 04 ereigneten sich besondere Szenen auf dem Spielfeld. Deren Hintergrund wären der breiten Öffentlichkeit fast entgangen – dabei waren sie Zeichen der Verbundenheit zwischen Profiteam und Betreuer. Wie die Fortunen den scheidenden Nils Kriszio ehrten.

Fortunas Betreuer Nils Kriszio (mit schwarzer Mütze in der Mitte) im Kreis der Mannschaft – ein emotionaler Abschied.

Fortunas Betreuer Nils Kriszio (mit schwarzer Mütze in der Mitte) im Kreis der Mannschaft – ein emotionaler Abschied.

Foto: Moritz Mueller

Fast wäre die Szene in dem enormen Trubel nach dem Abpfiff der Partie gegen den FC Schalke 04 öffentlich untergegangen. Schließlich ist es zunächst einmal nichts Ungewöhnliches, wenn sich Fortunas Profis nach einem Spiel auf dem Rasen zu einem Kreis zusammenstellen – entweder um einen Sieg zu feiern oder um ein enttäuschendes Ergebnis schnell gemeinsam zu verarbeiten. Doch in diesem Kreis führte nach dem 5:3-Erfolg nicht Trainer Daniel Thioune oder einer der Spieler das Wort, sondern ein junger Mann mit schwarzer Mütze, den nicht jeder sofort erkannte.

Es war Nils Kriszio, langjähriger Betreuer der Fortuna. Und die Szenerie der Kernpunkt seines emotionalen Abschieds. Vor einigen Wochen hatte der 35-Jährige bekanntgegeben, dass er sich selbständig mache und deshalb schweren Herzens seinen Job beim Zweitligisten aufgeben müsse. Denn seine Tätigkeit bestand aus weit mehr als Trikots falten und Bälle aufpumpen: Im Team mit Oliver Paashaus alles rund um eine Profimannschaft zu erledigen, ist ein Vollzeitjob.

Das Funktionsteam (Trainer, Analysten, Scouts, Vorstand) bei Fortuna
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Fortunas Team hinter dem Team

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Foto: dpa/Bernd Thissen

Und Kriszio erledigte ihn so gut, dass er bei Spielern und Trainern enorm beliebt war. Wie der „Express“ zuerst berichtete, durfte er in seiner letzten Arbeitswoche sogar ein Trainingsspiel mitmachen, in dem er eine Torvorlage gab.

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So gut werden Fortunas Heimspiele besucht

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Foto: Frederic Scheidemann

Nach dem Schalke-Kreis wurde noch ein gemeinsames Foto vor der Südtribüne gemacht. Ganz ähnlich, wie es die Mannschaft nach jedem Sieg während der schwersten Zeit des Betreuers getan hatte – als Kriszio sehr schwer erkrankt war. Damals, zu Beginn der vergangenen Saison, hatten Spieler, Trainer und Staff stets ein Video oder Foto eigens für ihn gemacht, um ihm in seinem Kampf Kraft zu geben.

Kriszio gewann ihn und verlässt nun Fortuna als mehr als nur ein ehemaliger Mitarbeiter. Und nach dem 5:3 am vergangenen Samstag, seinem letzten Spiel, bekam er noch einmal ganz große Momente vor großer Kulisse. Völlig verdient.

(jol)
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