1. Sport
  2. Fußball
  3. Fortuna

Fortuna Düsseldorf: Manfred Bockenfeld wird 60

Kalenderblatt 23. Juli : Manni Bockenfeld wird 60

Verteidiger Manfred Bockenfeld wechselte 1981 von Bocholt nach Düsseldorf und blieb sechs Jahre. Er wurde als Fortune Nationalspieler, später mit Werder Bremen sogar Europapokalsieger und Deutscher Meister. Am 23. Juli feiert er den 60. Geburtstag.

Die große Fußballwelt schien für Manfred Bockenfeld lange unerreichbar und unendlich weit entfernt. Nie hätte er für möglich gehalten, dass er einmal mit Fußball sein Geld verdienen würde, als er im beschaulichen Münsterland aufwuchs. Doch 1981 wurden Fortuna Düsseldorf und einige andere Klubs auf das Talent des Rechtsverteidigers aufmerksam, der mit dem 1. FC Bocholt in die Zweite Liga aufgestiegen war. Er entschied sich für Fortuna, blieb sechs Jahre, entwickelte sich zu einem der besten Verteidiger Deutschlands und wurde von Bundestrainer Jupp Derwall in die Nationalelf berufen. Am 23. Juli wird der gebürtige Oedinger, der wieder in seinem Heimatdorf lebt, 60 Jahre alt.

Bockenfeld begann mit dem Fußball in der Jugend des FC Oeding (Kreis Borken), wo er als Stürmer beeindruckte. Seine Karriere nahm Fahrt auf, als er 1978 als 18-Jähriger zum 1. FC Bocholt wechselte. Coach Friedel Elting soll zu ihm nach dem Probetraining gesagt haben: „Hömma, Bauer, du bist nicht schlecht! Komm wieder!“ Elting schulte seinen Schützling zum Verteidiger um, der nach dem Aufstieg eine bärenstarke Saison in der Zweiten Liga absolvierte. Der schussstarke Abwehrspieler erzielte 14 Tore in 41 Einsätzen. Im Sommer 1981 schloss er sich den von Jörg Berger trainierten Fortunen an und erzielte bis 1987 in 178 Spielen 20 Tore. Im Februar 1984 durfte Bockenfeld in einem Vorbereitungsspiel zur Fußball-EM für das Nationalteam auflaufen, die Partie gegen Bulgarien (3:2) blieb aber sein einziger Einsatz für die Auswahl. 1984 nahm er an den Olympischen Spielen in Los Angeles teil und verpasste keine einzige Minute der vier Partien. An der Seite von Andreas Brehme, Guido Buchwald und Jimmy Hartwig schieden Bockenfeld & Co. mit 2:5 gegen den späteren Bronzegewinner Jugoslawien aus. Gerne erinnert sich Bockenfeld an die Olympischen Spiele, die für ihn „das größte Erlebnis der Karriere“ waren.

Zu Bockenfelds Höhepunkten bei der Fortuna zählte die Saison 1983/84, in der die Mannschaft nach einer phantastischen Hinrunde als Sechster überwinterte und gleich zu Beginn der Rückrunde vor jeweils 60.000 Zuschauern Borussia Mönchengladbach und Bayern München jeweils mit 4:1 schlug. In der Partie gegen Borussia trug sich Bockenfeld auch als Torschütze ein. Nach Fortunas Abstieg aus der Bundesliga wechselte Bockenfeld 1987 zum SV Waldhof Mannheim. Die erfolgreichste Zeit seiner Laufbahn begann, als Werder-Trainer Otto Rehhagel ihn 1989 an die Weser holte. Mit Bremen gewann der gelernte Kfz-Mechaniker 1992 im Finale gegen den AS Monaco den Europapokal der Pokalsieger, wurde 1990 Vize-Meister und zweimal DFB-Pokalsieger (1991 und 1994).

Seine Karriere beendete er 1997 beim 1. FC Bocholt. Bockenfeld brachte es insgesamt auf 336 Bundesliga-Einsätze und erzielte dabei 34 Tore. Seine schönste Zeit, sei die in Düsseldorf gewesen, sagt Bockenfeld gerne. Bei den Fans war „Manni“ Kult: Sie sangen in den 80er-Jahren seinen Spitznamen passend zur Melodie von „Mammy Blue“.