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Fortuna Düsseldorf: Manager Helmut Schulte plädiert für Augenmaß

Fortuna Düsseldorf : Manager Schulte plädiert für Augenmaß

Fortunas Manager Helmut Schulte sieht Defizite und hält auch personelle Veränderungen für notwendig. Einen Schnitt lehnt er jedoch energisch ab. Torwart Fabian Giefer hat er bereits abgeschrieben.

Die Meinungen gingen auseinander und lagen doch beieinander. Fortuna hatte gegen den FC St. Pauli zwar die beste Leistung in diesem Jahr gezeigt, aber dennoch gegen die ersatzgeschwächten Gäste 0:2 verloren, worüber viele der fast 42.000 Fans natürlich enttäuscht waren. Einigkeit besteht vor allem darin, dass der Bundesliga-Absteiger in dieser Saison eine durchschnittliche Zweitligamannschaft stellt, die noch einige Punkte benötigt, um nicht erneut in den Keller zu rutschen.

Helmut Schulte hatte bei seinem Dienstantritt verkündet, mit ihm werde es keinen großen Umbruch geben. Nachdem er sechs Spiele gesehen hat, drängt sich die Frage auf, ob er seine Meinung nicht revidieren muss. Denn das Team wird den inzwischen gehobenen Ansprüchen in Düsseldorf nicht gerecht. Doch Schulte bleibt gelassen: "Wir haben sehr, sehr viele Verletzte. Wenn man in solch einer Situation in sechs Spielen sieben Punkte holt, ist das ganz in Ordnung."

Da schwingt unüberhörbar die Hoffnung mit, dass die derzeit verletzten Spieler die Qualität deutlich steigern würden. Doch reichen Bebou, Bolly, Bomheuer oder Bellinghausen, um oben anzugreifen? "Wir werden machen, was möglich und nötig ist", sagt Schulte. "Wir haben uns stabilisiert. Das sieht manchmal besser aus, manchmal schlechter." Letzteres war in dieser Saison zu oft der Fall.

Es ehrt Helmut Schulte, dass er das Erbe seines Vorgängers Wolf Werner sehr wohlwollend beurteilt, doch der mit 30 Spielern viel zu große, aufgeblähte Kader muss verändert werden. Dem widerspricht auch der Manager nicht, und er räumt ein: "Der Kader soll verkleinert werden. Wir wollen ihn stabilisieren und verstärken. Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern."

Schulte ist durchaus bereit, personelle Veränderungen vorzunehmen, aber einen Schnitt oder Umbruch lehnt er rigoros ab: "Zehn oder 15 Neue wird es mit mir nicht geben, drei bis fünf Neue kann ich mir vorstellen. Wir wollen die Mannschaft entwickeln, nicht durcheinanderwirbeln."

Hektik und Hysterie sind nun mal nicht die Sache des Sauerländers, der lieber die Ruhe bewahrt, dabei aber klare Ziele verfolgt: "Wir müssen sehen, dass wir erstens in der nächsten Saison weniger Verletzte haben und zweitens uns besser aufstellen." Ein Hauch von Kritik.

Ein Thema scheint für ihn bereits abgehakt. "Natürlich spreche ich mit Fabian Giefer", sagt Schulte. "Wir gehen aber davon aus, dass er in der kommenden Saison nicht bei Fortuna spielt. Aber wir müssen abwarten. Ich kann ihn nicht zwingen, etwas zu vermelden."