Fortuna Düsseldorf: Lukebakio kann gegen Hertha den Unterschied machen

Fortuna empfängt Hertha: Lukebakio kann den Unterschied machen

Einzellob ist bei Friedhelm Funkel selten. Für Fortuna Düsseldorfs Trainer zählt nur die Mannschaft. Von Dodi Lukebakio freilich hält der 64-Jährige sehr viel, auch wenn er betont: „Dodi braucht noch Zeit.“

Aus dem Munde Friedhelm Funkels, der ganz sicher nicht mit Lobeshymnen um sich wirft, zählen solche Sätze doppelt. „Dodi Lukebakio wird irgendwann ein richtig guter Spieler“, sagt der erfahrene Trainer der Düsseldorfer Fortuna. „Er ist unberechenbar, wenn er zu seinen Sprints und Dribblings ansetzt, und da lassen wir ihm auch freie Hand.“ Funkel wäre jedoch nicht Funkel, wenn er solchem Lob für einen gerade 21-Jährigen nicht eine kleine Einschränkung folgen ließe: „Aber Dodi braucht noch Zeit. Bis er dieser richtig gute Spieler ist, kann es noch dauern.“

Dennoch zählt der belgische Angreifer bereits jetzt zu den Hoffnungsträgern bei Fortuna – auch im Samstag-Heimspiel gegen Hertha BSC (15.30 Uhr, Arena). Dafür hat Lukebakio in den vergangenen Wochen gesorgt. In erster Linie im DFB-Pokalspiel beim SSV Ulm, als er zum 5:1-Sieg über den Viertligisten zwei sehenswerte Treffer und zwei Vorlagen beisteuerte. Beim 0:3 in Mönchengladbach stellte die Leihgabe des Premier-League-Klubs FC Watford dann einige bemerkenswerte Dinge mit Borussias Linksverteidiger Oscar Wendt an, der oft nicht mehr zu wissen schien, wo vorn und wo hinten ist – die zählbare Belohnung blieb jedoch aus. Auch, weil Lukebakio nicht entschlossen genug den Weg zum Tor suchte.

Genau das ist der Punkt, an dem der Trainer mit seiner wohlmeinenden Kritik ansetzt. „Manchmal ist Dodi einfach noch zu verspielt“, sagt Funkel. „Das ist für einen jungen Spieler durchaus normal, aber er muss daran arbeiten.“ Dass ihm das gelingen wird, bezweifelt der 64-Jährige nicht: „Er ist sehr lernwillig und hat sich in einigen wichtigen Punkten bei uns schon verbessert. Zum Beispiel in der Rückwärtsbewegung, da muss er sich voll in die Mannschaft einfügen und viele Wege machen.“

In Mönchengladbach funktionierte das über weite Strecken der Partie schon hervorragend. In der ersten Hälfte, die der Außenseiter ausgeglichen gestaltete, marschierte der Belgier immer wieder über die rechte Seite nach vorn, versäumte aber auch nicht, Außenverteidiger Jean Zimmer in der Defensivarbeit zu unterstützen. Funkels wachem Auge entging freilich nichts: Als Lukebakio bei einem seiner Dribblings an Wendt hängenblieb, ärgerte er sich so sehr über den Ballverlust, dass er vorn stehenblieb und den Kopf schüttelte. Der Chefcoach sah es und schimpfte an der Seitenlinie – wie ein Lehrer, der einen außergewöhnlich talentierten Schüler besonders kritisiert, um ihn letztlich noch weiter nach vorn zu bringen.

Und dass Lukebakio in absehbarer Zeit große Schritte nach vorn machen wird, steht kaum in Frage. „Wir wissen schon lange, welche Qualitäten Dodi hat“, sagt Mitspieler Marvin Ducksch anerkennend, und Sportvorstand Erich Rutemöller ergänzt: „Dodis linker Fuß ist einfach überragend.“ Womöglich macht der 21-Jährige ja im ganz wichtigen Spiel gegen Hertha den Unterschied zugunsten des Aufsteigers, der ein Erfolgserlebnis dringend nötig hätte. Denn wenn Lukebakio am Saisonende wieder zurück nach Watford geht, möchte er ganz sicher einen Erstligisten in Düsseldorf zurücklassen.

(jol)
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