Fortuna Düsseldorf: Lukaku und Henry schwärmen von Fortuna

Im Interview für "The Players Tribune": Lukaku und Henry schwärmen von Fortuna

Der belgische Nationalspieler Romelu Lukaku hat sich in einem bemerkenswerten Interview für "The Players Tribune" als Anhänger von Fortuna Düsseldorf bekannt.

Fortuna hat sich durch den Aufstieg in die Bundesliga zurück ins Rampenlicht gespielt. Thema ist sie auch bei der Weltmeisterschaft in Russland. Dafür hat der belgische Nationalspieler Romelu Lukaku gesorgt, der dem Magazin "The Players Tribune" ein bemerkenswertes Interview gegeben hat. Dort bekennt sich der 25-Jährige als Anhänger der Rot-Weißen.

Der Torjäger, der im vergangenen Jahr für 84 Millionen Euro Ablöse von Premier-League-Klub FC Everton zu Manchester United wechselte, hat einen Marktwert von 90 Millionen Euro. Er ballerte Belgien am Montag bei der Weltmeisterschaft mit seinem Doppelpack zum 3:0-Sieg über Panama. Bei ManU nennen ihn die Anhänger wegen dieser Qualitäten „belgisches Tor-Genie“. Der Zweitligameister aus Düsseldorf hat es dem Weltstar dabei besonders angetan. Gegenüber "The Players Tribune" erzählt er, dass er mit seinem Co-Trainer Thierry Henry, den einstigen Welt- und Europameister, leidenschaftlich gerne über Fußball debattiert. Henry ist „der möglicherweise einzige Mensch, der noch mehr Fußball schaut als ich“, sagt der Belgier. „Wir diskutieren über alles, ich meine, wir sitzen rum und debattieren leidenschaftlich über deutschen Zweitligafußball!“ Und dann habe er Thierry gefragt: „,Hey, hast du Fortuna Düsseldorfs Taktik gesehen?‘ Und er antwortet: ‚Sei nicht albern, na klar habe ich das'.“

Romelu Lukaku erzählt auch von Armut und Ehrgeiz

In dem absolut lesenswerten Beitrag in „The Players Tribune" geht es außerdem darum, dass der Sohn kongolesischer Eltern nicht immer reich war. Es geht um seine Kindheit in ärmlichen Verhältnissen in der belgischen Hafenstadt Antwerpen, und seinen Aufstieg zum Fußballstar. Vater Roger und Mutter Adolphine stammen aus dem Kongo. Roger war früher selbst Profifußballer. Das Geld habe aber überall gefehlt. „Ich kann mich ganz genau an den Moment erinnern, an dem ich wusste, wir sind pleite. Ich sehe Mama noch heute vor dem Kühlschrank stehen und ihren Blick. Ich war sechs Jahre alt und es war normal, dass es immer nur Milch und Brot zum Mittagessen gab.“ Aber diesmal sei noch etwas anders gewesen. Die Mutter rührte Wasser ins Milchglas. „Sogar die Milch war alle. Wir waren nicht nur arm, wir waren absolut pleite.“

Und es kam noch schlimmer. Das Kabelfernsehen wurde abgeschaltet, drei Wochen lang lebte die Familie ohne Strom, baden musste Romelu abends in kaltem Wasser. Als Sechsjähriger habe er sich geschworen: „Ich hol uns hier raus. Ich werde meiner Familie ein besseres Leben ermöglichen.“ Er wollte der beste Fußballer der belgischen Geschichte werden. „Das war mein Ziel. Nicht gut. Nicht großartig. Der Beste. Ich spielte mit Wut im Bauch, weil zu Hause die Ratten durch die Wohnung liefen, weil ich nicht Champions League gucken konnte, weil die Eltern der anderen Kinder mich komisch ansahen. Ich war auf einer Mission."

Fortan verbrachte er jede freie Minute auf dem Bolzplatz. "Jedes Spiel, das ich gespielt habe, war für mich ein Endspiel", im Park oder in der Pause im Kindergarten. Als Lukaku zwölf Jahre alt war, erzielte er 76 Tore in 34 Spielen. „Alle in den Schuhen meines Vaters“, erzählte er. Bis sich im Alter von 16 Jahren der große Traum erfüllte: ein Profivertrag beim RSC Anderlecht.

Heute steht Lukaku mit seiner Klasse sinnbildlich für die unvollendete goldene Generation Belgiens. In mittlerweile 19 Spielen unter Trainer Roberto Martinez traf Lukaku schon 19 Mal. Er fühlt sich wohl in der Nationalmannschaft, die zuletzt bei großen Turnieren zweimal im Viertelfinale scheiterte. In Russland spielt er seine zweite WM, und will mit der Mannschaft, die vor allem im Sturm hochkarätig besetzt ist, den absoluten Triumph. Lukaku sagte "The Players Tribune": „Ich bin der stärkste Typ, den du jemals treffen wirst. Weil ich mich erinnere, wie ich mit meinem Bruder und meiner Mutter im Dunkeln saß, unsere Gebete sprach und dachte, glaubte, wusste... es wird passieren", sagte er.

Fortuna Düsseldorf hat Belgiens Stürmerstar durch dieses Interview weltweite Aufmerksamkeit verschafft.

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