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Fortuna Düsseldorf: Leonardo Koutris von Olympiakos Piräus endlich angekommen

Transfer-Vollzug : Koutris endlich bei Fortuna angekommen

Nach monatelangem Hickhack hat Leonardo Koutris endlich bei Fortuna unterschrieben. Der griechische Nationalverteidiger kommt zunächst für zwei Jahre auf Leihbasis, eine spätere Festverpflichtung des 25-Jährigen ist per Kaufoption möglich.

Die lang ersehnte Unterschrift ist da: Seit Freitagabend ist Leonardo Koutris auch ganz offiziell ein Fortune. Spätestens seit seinem bestandenen Medizincheck am Montag und weiteren positiv verlaufenen Untersuchungen in der Folge war im Grunde klar, dass der griechische Nationalspieler von Olympiakos Piräus nach Düsseldorf wechseln würde. Einige Vertragsdetails zögerten den Vollzug aber immer wieder hinaus, bis sich Fortunas Verantwortlichen nun endlich die Schweißperlen von der Stirn wischen durften. Um 20.22 Uhr wurde der Transfer offiziell vermeldet. Unsere Redaktion hatte bereits vor einigen Wochen exklusiv über den bevorstehenden Wechsel berichtet. Der 25-jährige Linksverteidiger wird bis zum 30. Juni 2022 von Piräus ausgeliehen. Außerdem beinhaltet der Leihvertrag eine Kaufoption.

„Unser großes Interesse an der Verpflichtung von Leonardo Koutris ist in den letzten Wochen deutlich geworden. Ich freue mich sehr, dass wir dies nun in die Tat umsetzen konnten“, sagt Sportvorstand Uwe Klein.Er ist ein technisch versierter Linksverteidiger mit großem Vorwärtsdrang, der unter anderem in der Champions League schon Erfahrung gesammelt hat. Leonardo wird uns auf der linken Seite weitere Variabilität verleihen. Da er aus einer Verletzung kommt, wird er noch etwas Zeit benötigen, um bei hundert Prozent zu sein. Wir geben ihm die Zeit und freuen uns, ihn bald für die Fortuna auf dem Platz zu sehen.“

 Leonardo Koutris vor dem Medizincheck am Montag.
Leonardo Koutris vor dem Medizincheck am Montag. Foto: Frederic Scheidemann

Und auch Koutris zeigt sich Glückselig, dass endlich alles in trockenen Tüchern ist: „Für mich erfüllt sich mit dem Wechsel nach Deutschland ein großer Traum. Ich freue mich sehr, bei der Fortuna zeigen zu können, was ich kann, und möchte der Mannschaft bei der Umsetzung ihrer Ziele maximal helfen. Die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mich von Beginn an begeistert. Alle gaben mir sofort das sehr gute Gefühl, dass ich hier gebraucht werde. Ich werde immer alles geben, um das in mich gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Außerdem habe ich gehört, dass die Fans der Fortuna sehr leidenschaftlich sind. Daher bin ich sicher, dass wir sehr gut zusammenpassen.“

Ein wenig Geduld müssen die Fortuna-Anhänger ebenso wie Cheftrainer Uwe Rösler aber noch mit dem jüngsten Zugang haben. Erst am 5. März dieses Jahres erlitt Koutris einen Kreuzbandriss, der inzwischen zwar komplett verheilt ist, der ihm aber doch einen ordentlichen Rückstand in Sachen Trainings- und Spielpraxis verpasst hat. Koutris ist also eher ein Mann für die nähere Zukunft, wird dem bislang etablierten Fortunen auf seiner Position, Florian Hartherz, also frühestens in vier Wochen richtig Druck machen können.

Die medizinische Abteilung mit Mannschaftsarzt Ulf Blecker an der Spitze hat sich Koutris’ Gesundheitszustand und vor allem den seines Knies noch genauer angesehen, als es bei Verpflichtungen ohnehin üblich ist. Die Informationen aus Piräus besagten zwar, dass die Verletzung vollkommen ausgeheilt sei und dass der 25-Jährige sogar schon wieder am Mannschaftstraining von Olympiakos teilgenommen habe, doch daran waren aufgrund der Kürze des Heilungsverlaufs leise Zweifel angebracht. Deshalb zog der Verein weitere Spezialisten hinzu, ließ Koutris noch einen erst kürzlich entwickelten Test mit Blick auf seine Match-Fitness machen. Dieser förderte einen Wert von 90 Prozent zu Tage; sehr gut dafür, dass die Verletzung erst im März passierte, aber doch noch zu wenig, um sofort voll auf das große Talent setzen zu können.

Auch Rösler ist davon verständlicherweise nicht hellauf begeistert, hätte der Trainer Koutris doch am liebsten schon im für den 8. Oktober geplanten Testspiel gegen Borussia Mönchengladbach eingesetzt. Das käme nun noch zu früh, doch wesentlich länger wird die Schonungsphase nicht dauern müssen; in Trainingsspielen elf gegen elf kann der Grieche schon unter voller Belastung mitmischen.

Trotz dieser Einschränkung ist die Ausleihe des jungen Mannes, der am 23. Juli 1995 im brasilianischen Ribeirao Preto geboren wurde und dank seiner Mutter auch die brasilianische Staatsbürgerschaft besitzt, für den Zweitligisten absolut sinnvoll. Wäre Koutris durchgängig gesund geblieben, wäre er für Fortuna angesichts seines Talents, das ihm bis jetzt fünf A-Länderspiele bescherte, und seines Marktwertes, der im Vorjahr noch sechs Millionen Euro betrug, niemals finanzierbar gewesen. So bietet sich nun eine echte Chance für beide: Koutris kann sich in der deutschen Zweiten Liga Spielpraxis verschaffen und sich wieder in alte Form bringen, Fortuna kann schon in Kürze von seinen spielerischen und läuferischen Fähigkeiten profitieren, ohne sich dabei finanziell zu weit aus dem Fenster lehnen zu müssen.

Daher ist die Vorfreude bei Rösler ebenso wie bei Klein groß. Beide wissen, dass sie gerade auf den Außen in der Zweiten Liga so genannte „Unterschiedsspieler“ brauchen, die die oft eng und hart geführten Partien aufreißen und die Angriffsspitzen in Szene setzen können. Leonardo Koutris kann ein solcher Spieler sein.