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Fortuna Düsseldorf: Kristoffer Peterson entschuldigt sich bei Instagram für seine Rote Karte

Nach 0:3 in Bremen : So emotional entschuldigt sich Peterson bei Fortuna-Fans für Rote Karte

In einem emotionalen Posting bei Instagram nimmt der Außenstürmer die Schuld für das 0:3 in Bremen auf sich. So sehr ihn die Aktion ehrt, aber sie zeigt auch, dass im Innenleben der Düsseldorfer Mannschaft einiges bedenklich zu sein scheint. Denn allein schuld war der Schwede keineswegs.

Es läuft die 58. Spielminute in der Zweitligapartie zwischen dem SV Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf. Es steht 0:0, doch das Pendel schlägt recht eindeutig in Richtung der Gastgeber. Vor allem deshalb, weil die Gäste sich noch keine einzige Torchance erspielt haben. Dann ereignet sich eine folgenschwere Szene. Bremens Felix Agu setzt zu einem Sprint über den rechten Flügel an, Fortunas Linksaußen Kristoffer Peterson grätscht ihn im vollen Lauf um.

Schiedsrichter Tobias Reichel zögert keine Sekunde, zeigt dem Düsseldorfer die Rote Karte. Peterson ist geschockt – eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Acht Minuten später köpft Niclas Füllkrug das 1:0 für Werder, am Ende heißt es 3:0 für die Bremer. Abschließend wird nie zu klären sein, wie entscheidend die Unterzahl der Fortuna wirklich war; auf jeden Fall lieferte sie Mannschaft und Trainer eine Ausrede für das Resultat.

Peterson dagegen war offenbar absolut untröstlich wegen seiner sicherlich dummen, aber doch noch lange nicht verwerflichen Aktion. „Ich übernehme die volle Verantwortung für die Niederlage“, schrieb der Schwede am Tag danach auf seinem Instagram-Account, „und ich akzeptiere jede Kritik an meine Adresse. Ich wollte wirklich gewinnen, doch meine Emotionen haben mich überwältigt. Ich weiß, was ich falsch gemacht habe.“

Anscheinend fürchtete der 27-Jährige einen handfesten Shitstorm wegen seines Platzverweises, sonst hätte er kaum die Kommentarfunktion bei Instagram eigens deaktiviert. „Es war nie meine Absicht, ihn zu verletzen und die Rote Karte zu bekommen“, schrieb der Familienvater weiter. „Ich möchte mich für meine Aktion entschuldigen, auch bei den Fans der Fortuna. Ich werde daraus lernen und mich darauf fokussieren, ein guter Mitspieler zu sein und meinem Team zu helfen.“ Am Sonntag sagte Peterson dazu ergänzend: „Natürlich geht dir einiges durch den Kopf. Das habe ich versucht in Worte zu fassen.“

Wer die Szene und das gesamte Spiel gesehen hat, muss zu dem Schluss kommen: Peterson hat das sicherlich sehr nett geschrieben, aber im Grunde geht diese Entschuldigung viel zu weit für eine Allerweltsaktion. Wundern darf man sich darüber allerdings nicht, wenn man die Kommentare nach dem Spiel verfolgt hat. „Die Rote Karte hat uns gekillt“, sagte zum Beispiel Rechtsverteidiger Matthias Zimmermann. Und Torhüter Florian Kastenmeier legte nach: „So entstehen dann die Räume für den Gegner.“

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Schlimmer jedoch, dass auch Trainer Christian Preußer Peterson öffentlich ins Visier nahm. „Der Knackpunkt war heute die Rote Karte, danach ist das Spiel klar in Richtung der Bremer gegangen“, kommentierte der 37-Jährige. „Wir haben die Szene noch einmal ganz klar angesprochen. Es hat das Spiel gedreht. Kris weiß, was er da gemacht hat. Jetzt ist es passiert, wir müssen schauen, dass es nicht noch einmal passiert. Wir hatten das eigentlich schon mal nach der Aktion von Edgar Prib in Hamburg beredet, aber dann machen wir es jetzt eben noch einmal.“

Klingt ungefähr so, als sei Peterson allein schuld an der Niederlage – und das ist schlichtweg nicht der Fall. Die übrigen Fortunen redeten sich den zuvor schon üblen Kick damit schön; mit dem üblen Beigeschmack, den Außenstürmer damit öffentlich an die Wand zu nageln. Vielleicht sollte Peterson die Kommentarfunktion wieder öffnen: Fortunas Fans hätten dann eine schöne Gelegenheit zu zeigen, dass sie nicht so leicht auf einen angeblichen Sündenbock festlegen lassen.

Mannschaft und Trainer könnten ja derweil noch einmal über einen schönen alten Fußballsatz nachdenken. „Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen“, heißt der. In diesen Tagen wird der sehr, sehr frei interpretiert. Vielleicht auch ein Grund für die aktuell desolate Lage.

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