Fortuna Düsseldorf Kommentar: Der Aufsteiger bekommt nicht genug vom Erfolg

Mannschaft hat Großes geleistet : Fortuna bekommt nicht genug vom Erfolg

Der Bundesliga-Aufsteiger hat in dieser Saison Großes geleistet, bleibt aber ehrgeizig und erfolgshungrig. Da der Klassenerhalt unstrittig ist, kann der Verein frühzeitig die Weichen für das zweite Erstligajahr in Folge stellen.

Fortuna Düsseldorf steckt an den letzten sechs Spieltagen noch in einem heißen Wettstreit. Allerdings nicht mehr um den Klassenerhalt, denn der ist längst entschieden und bedarf nur noch der letzten rechnerischen Bestätigung, die mit dem nächsten Sieg oder der nächsten Stuttgarter Niederlage besiegelt ist. Es geht in diesem Wettstreit nur noch um einen schönen Ehrentitel: Sind die Düsseldorfer oder die Europapokal-Helden von Eintracht Frankfurt die größte Überraschung der Saison?

Dem Ausgang dieses ohnehin nur virtuellen Rennens kann Fortuna gelassen entgegensehen. Die Mannschaft hat Großes geleistet und ihrer überragenden Saison mit dem verdienten 2:1-Sieg bei Hertha BSC eine weitere Krone aufgesetzt. Ebenso wie ihr Trainer Friedhelm Funkel, ohne Zweifel der Vater des Erfolges, bekommt sie nie genug, bleibt sie trotz des schon länger de facto erreichten großen Saisonziels Klassenerhalt ehrgeizig und erfolgshungrig.

Der Samstag in Berlin war das beste Beispiel dafür. Beide Mannschaften waren und sind Tabellennachbarn im Mittelfeld – doch Fortuna wollte den Sieg einfach deutlich mehr als ihr Konkurrent, dessen Kader mit ungleich teureren Profis gespickt ist. Seit Saisonbeginn kompensiert der Aufsteiger individuelle Defizite mit enormem Mannschaftsgeist, steckt selbst zahlreiche personelle Ausfälle weg als spielten diese überhaupt keine Rolle.

Der Riesenvorteil dieser komfortablen Situation ist, dass Sportvorstand Lutz Pfannenstiel gemeinsam mit Funkel und dem Leiter der Scouting-Abteilung, Uwe Klein, bereits jetzt die personellen Weichen fürs zweite Erstligajahr stellen kann. Mit als erstes auf der Agenda steht die Vertragsverlängerung mit Torhüter Michael Rensing, der rechtzeitig seine Bestform wiederfand und in Berlin den Sieg festhielt. Vielleicht wird er in der neuen Saison nicht mehr die eindeutige Nummer eins sein, aber er wäre in jedem Fall ein wichtiger und stabilisierender Faktor. Zudem müssen wichtige Akteure wie Benito Raman gehalten werden – es sei denn, ein anderer Klub winkt mit dem richtig großen Koffer. Sollten darin weniger als zehn Millionen Euro sein, sollte Fortuna die Tür gar nicht erst öffnen.

Mehr von RP ONLINE