Fortuna Düsseldorf: KevIn Stöger nach Kreuzbandriss zurück im Training

Rückkehr nach 200 Tagen : Kevin Stöger ist zurück im Fortuna-Training

Mehr als ein halbes Jahr war Fortuna-Spieler Kevin Stöger aufgrund eines Kreuzbandrisses raus. Am Dienstag stand er erstmals seit seiner Verletzung wieder mit den Kollegen auf dem Trainingsplatz. Noch muss er aber vorsichtig sein.

Kevin Stöger ist richtig glücklich. Das war ihm am Dienstag deutlich anzusehen. Als Fortunas Mittelfeldspieler am Morgen um kurz nach zehn erstmals seit mehr als einem halben Jahr wieder zusammen mit seinen Mannschaftskameraden auf den Trainingsplatz lief, da strahlte er über das ganze Gesicht. „Es war ein schier unbeschreibliches Gefühl, den Ball wieder am Fuß zu haben“, erzählte der 26-jährige Österreicher anderthalb Stunden später. In der letzten Minute der vergangenen Saison, in der 90. Minute des 34. Spieltages, hatte er sich in der Partie gegen Hannover 96 (2:1) einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen.

Die Rückkehr auf den Platz erlebte er sehr intensiv. „Ich habe so unglaublich lange diesen Moment herbeigesehnt, in den vergangenen Wochen so viel dafür trainiert. Es war überwältigend, als er nun endlich kam. Traurig war ich, dass ich nach dem Aufwärmen und den lockeren Passfolgen wieder vom Feld musste.“ Am liebsten habe er alle Übungen  mitmachen wollen, sich sofort wieder in die Zweikämpfe gestürzt. „Aber ich muss eben weiterhin geduldig sein, darf nicht so viel auf einmal wollen.“

Der laufstarke Spielmacher war am Dienstag nicht nur glücklich. Er strahlte auch riesigen Optimismus aus. Weil er schon einmal einen Kreuzbandriss im Knie gehabt habe, könne er seine Entwicklung gut einschätzen, sagte er. „Ich werde definitiv noch stärker zurückkommen, wie ich in der vergangenen Saison gespielt habe. Das ist mir schon einmal gelungen.“

Freuen wird das Versprechen jene Fans, die seine Kreativität in der laufenden  Saison vermissen. In der Vor-Saison war er einer der wertvollsten Akteure der Fortuna, leitete mit seinen klugen Pässen viele gefährliche Angriffe ein. „Stögi“ war 2018 aus Bochum gekommen, absolvierte in seinem ersten Jahr in der Landeshauptstadt 28 Spiele, schoss zwei Tore und bereitete neun vor.

In den nächsten Wochen will er sich langsam steigern und im Trainingslager in Südspanien im Januar dann voll einsteigen. „Mein großes Ziel ist, in der Rückrunde wieder spielen zu können. Aber ich muss geduldig sein und darf mich nicht unter Druck setzen. Wenn das Trainingslager nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle, dann nehme ich mir auch noch die paar Wochen, die ich brauche.“

Stöger war während seiner Verletzungszeit oft bei der Mannschaft, saß bei den Heimspielen in der Arena und fuhr manchmal auch auswärts mit. „Ich wollte immer möglichst nah bei der Mannschaft sein“, sagte er. Das habe ihn über die schweren Wochen und Monate hinweggeholfen. „Alle haben mir herausragend geholfen – meine Freundin, meine Familie, die Kameraden, der Verein“, sagte Stöger. Während der Verletzungszeit wurde er demütig. Stöger lernte die Gesundheit schätzen, und die Möglichkeit, Fußball spielen zu können. „Deshalb freue ich mich jetzt auf jede einzelne Einheit da draußen auf dem Platz mit dem Ball.“

Die Mannschaft habe es auch ohne ihn gut gemacht, sagt er. „Wir hatten Pech, hätten in einigen Spielen mehr als Sieger vom Platz gehen können. Ich hoffe auf noch mindestens einen Sieg und ein, zwei Unentschieden aus den restlichen vier Spielen in diesem Jahr.“ Es werde extrem schwierig. Er hoffe, dass die Mannschaft schon gegen Dortmund und Leipzig punkte, damit sie in den letzten beiden Spielen keinen so großen Druck habe. „Wir werden uns in der Rückrunde aber steigern müssen, dazu will ich meinen Beitrag leisten.“

Über eine Verlängerung seines bis Juni 2020 laufenden Vertrages hat „Stögi“ mit seinem Arbeitgeber noch nicht gesprochen. Sportvorstand Lutz Pfannenstiel hatte ihm nach seiner Verletzung ein konkretes Angebot vorgelegt. Doch der Mittelfeldspieler ist bei seiner Haltung geblieben, erst fit werden zu wollen, bevor er seine Zukunft zum Thema macht. „Es gab nicht viel Zeit, um über die nächste Saison nachzudenken“, sagt er. „Mein großes Ziel ist das Comeback. Für etwas anders habe ich gar keinen Kopf. Es wird sicher Gespräche im neuen Jahr geben. Ich fühle mich wohl hier. Es spricht aus meiner Sicht wenig gegen eine Verlängerung.“

(faja)