Fortuna Düsseldorf: Kevin Stöger ist dem Verein sehr dankbar

Umworbener Mittelfeldspieler : Fortuna darf noch auf Kevin Stöger hoffen

Der Regisseur wird von vielen Klubs umworben, will aber auch über eine Vertragsverlängerung in Düsseldorf reden. Für das Spiel am Sonntag hofft der Österreicher, dass „Fortuna dem FC Bayern ein bisschen weh tun kann“.

Kevin Stöger hat mit 52.500 Menschen eines gemeinsam: Er hat am Sonntagnachmittag einen Termin und freut sich diebisch darauf. Der Unterschied zu den 52.499 anderen ist, dass diese auf den Zuschauerrängen verharren, wenn Meister FC Bayern München seine Visitenkarte in Düsseldorf abgibt. Stöger dagegen wird ab 15.30 Uhr auf dem Rasen stehen und das Trikot Fortunas tragen. „Ganz Düsseldorf kann sich nur freuen auf dieses Spiel“, sagt der 25-Jährige mit leuchtenden Augen. „Im Fokus steht, dass wir es genießen und Spaß haben sollen. Aber wenn es uns gelingt, wieder so viel Willen und Leidenschaft einzubringen wie beim 3:3 im Hinspiel, dann können wir auch punkten.“

Dabei ist sich der Österreicher durchaus darüber im Klaren, dass am Sonntag keine Laufkundschaft kommt. „Natürlich kann es passieren, dass wir einen auf den Hintern bekommen“, mahnt Stöger. „Wenn du gegen Bayern schnell zwei Tore kassierst, kann es sein, dass du mit fünf oder sechs nach Hause gehst. Aber wir wollen gar nicht übers Verlieren sprechen, lieber darüber, dass wir ihnen weh tun können und auch wollen.“ Dafür hat der Steyrer auch schon einen Plan: „Das Hinspiel hat gezeigt, dass wir defensiv gut stehen können. Wir haben uns in die Zweikämpfe reingehauen, und wenn wir dann schnell umschalten, dann hat auch Bayern seine Probleme.“

Seine eigenen hat Stöger trotz des Hypes, der aktuell um ihn gemacht wird, nicht vergessen. Ganz bewusst nicht, weil er weiterhin daraus lernen will. „Meine Anfangszeit in Düsseldorf war eher schwierig“ erinnert er sich. „Ich habe daraufhin viel mit meiner Freundin und Familie gesprochen, aber auch sehr viel mit dem Trainer.“ Friedhelm Funkel habe ihm gesagt, was genau er von ihm erwarte, „und ich habe ein paar Kleinigkeiten verändert. Deshalb bin ich jetzt auf einem sehr guten Weg. Zudem weiß ich, dass ich nicht gleich von draußen angeschrien werde, wenn ich mal einen Ball verliere.“ Jetzt fühle er sich „richtig wohl, und ich glaube, das sieht man auch auf dem Platz“.

Selbstkritik war der Schlüssel für die Tendwende. „Früher war ich ein bisschen zu verspielt“, berichtet Stöger. „Beim VfL Bochum habe ich gewusst, dass ich jedes Spiel spiele, wenn ich halbwegs meine Leistung bringe – aber Bundesliga, das ist was ganz Anderes. Der Schritt war genau der richtige, ich bin froh, dass ich zu Fortuna gegangen bin.“

Nun kann es allerdings sein, dass sein Weg beim Bundesliga-Aufsteiger schon bald zu Ende sein könnte. Im Juni 2020 läuft sein Vertrag aus, so dass es für Fortunas Sportvorstand Lutz Pfannenstiel im Grund nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder er verlängert den Vertrag mit dem Österreicher vorzeitig oder man trennt sich schon im Sommer, damit geschätzte fünf Millionen Euro Ablöse in die Kasse kommen.

Interessenten gibt es genug. „Natürlich ist es schön, wenn mein Name jetzt schon im Zusammenhang mit Champions-League-Teilnehmern wie AS Rom genannt wird“, antwortet Stöger auf entsprechende Anfrage. „Aber ich habe mit meinem Berater noch gar nicht über die nächste Saison geredet, nur gehört, dass Fortuna Interesse habe, meinen Vertrag zu verlängern.“ Sein Credo: „Ich brauche mir keinen Druck zu machen, ich fühle mich wohl und konzentriere mich auf die nächsten Spiele, will noch einige Punkte mit Fortuna holen. Ich bin Fortuna sehr dankbar, sie hat mir den Schritt in die erste Liga ermöglicht. Daher bin ich natürlich bereit, Gespräche mit Fortuna zu führen.“

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