Fortuna Düsseldorf: Kenan Karaman musste Ende 2019 um sein Leben fürchten

Fortunas türkischer Nationalspieler : Karaman musste Ende 2019 sogar um sein Leben fürchten

Der türkische Nationalstürmer Kenan Karaman ist zwar mit im Trainingslager in Marbella, muss sich nach einer Lungenentzündung aber noch schonen. Vor wenigen Wochen drohte dem 25-Jährigen jedoch viel Schlimmeres.

Lungenentzündung – das hört sich ohnehin nicht nach einer Lappalie an. Wenn Kenan Karaman aber über seine Erkrankung Ende 2019 spricht, dann hört man schnell heraus, dass es sogar noch deutlich heftiger war als im Normalfall. Denn es stand über einige Zeit sehr kritisch um ihn, sogar sein Leben war in Gefahr. „Ich denke noch daran zurück. Es kam ganz unerwartet. Immer wenn ich versucht habe, zu atmen, war es wie ein Messerstich“, berichtet Fortunas Angreifer. „Es ist mir schon schwergefallen, das zu verarbeiten. Am Ende bin ich aber ganz gut aus der Geschichte herausgekommen.“

Karaman hat Ende November Viren im Körper, die selten, besonders hartnäckig und gefährlich sind. In der ersten der beiden Wochen im Krankenhaus darf er gar keinen Besuch empfangen, kommt in Quarantäne, damit sich sein geschwächter Körper nicht zusätzlich infiziert. Die Entzündungswerte sind hoch, viermal so hoch etwa wie bei einem Patienten mit schwerem akutem Arthritis-Schub, gehen nicht mehr herunter. Das Antibiotikum wirkt nicht. „Es war schon extrem“, sagt er. „Zum Glück wurde es in der zweiten Woche besser.“

Mitte Dezember fängt Karaman dann mit Atemübungen an. „Das war dann mein Training“, erklärt er. „Ich handle nun viel bewusster im Alltag. Zudem habe ich meine Ernährung komplett umgestellt, esse nun gar kein Fleisch mehr.“

Während seine Kollegen im Trainingslager in Marbella auf dem Platz Kondition bolzen und Spielformen üben, dreht Karaman mit Chef-Physiotherapeut Carsten Fiedler seine Runden. Er muss sich ganz langsam wieder an die Belastung gewöhnen. „So wie das Ganze gelaufen ist, ist es schon super, dass ich hier wieder mit dem Laufen beginnen konnte. Ich bin froh, dass ich wieder bei den Jungs sein kann. Das tut mir gut hier im Trainingslager. Wir liegen voll im Plan“, sagt der türkische Nationalstürmer. „Im Februar möchte ich gerne ins Mannschaftstraining einsteigen. Wenn meine Lunge voll bei Kräften ist und ich die Muskelmasse wieder aufgebaut habe, brauche ich noch ein paar Wochen, aber dann bin ich wieder voll einsatzfähig.“

Und sobald er wieder spielen kann, sollen zwei Ziele angegangen werden: Zuerst der Klassenerhalt mit Fortuna, und dann der Sprung in den Kader der türkischen Nationalelf für die Europameisterschaft. „Die EM bleibt mein Traum und mein Ziel, ganz klar. Wenn am Ende der Saison der Klassenerhalt mit Fortuna steht und ich mit zur EM fahre, dann passt alles“, sagt er.