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Fortuna Düsseldorf: Kenan Karaman mit Sonderlob von Coach Uwe Rösler

Nach Comeback gegen Freiburg : Kenan Karaman bekommt Sonderlob von Fortuna-Trainer Rösler

Trainer Uwe Rösler findet positive Worte für den Stürmer, der beim 2:0 in Freiburg nach einem Vierteljahr Pause sein Comeback feierte. Auch Angriffskollege Rouwen Hennings ist sehr zufrieden mit dem türkischen Nationalspieler.

Das Tempo war atemberaubend. Erst am Mittwoch kehrte Kenan Karaman nach mehr als drei Monaten Pause in Fortunas Mannschaftstraining zurück. Am Freitag stieg er mit den Kollegen in den Jet, der die Fortunen zum kleinen Flughafen Lahr brachte, am Samstag stand er bereits in der Startelf für die Bundesligapartie beim SC Freiburg. Um das Ganze abzurunden, absolvierte der türkische Nationalspieler dann beim wichtigen 2:0-Sieg auch noch volle 90 Minuten.

Diese spürte der scheinbar unverwüstliche Karaman schließlich doch in den Knochen. „Die letzten 15 Minuten waren schon enorm, da habe ich manchmal alles doppelt gesehen“, berichtete er in der Interviewzone. „Aber ich bin froh, dass ich wieder spielen konnte, dass der Trainer mir das Vertrauen geschenkt hat.“ Sicher keine Selbstverständlichkeit nach so wenigen Trainingseinheiten, doch Uwe Rösler hatte sich davon überzeugen können, dass Karaman nicht geschwindelt hatte: Die Folgen seiner schweren Lungenentzündung hatten zwar monatelang verhindert, dass er mit den Kollegen in Zweikämpfe und Spielübungen gehen konnte; an der persönlichen Fitness hatte der gebürtige Stuttgarter aber so intensiv gearbeitet, dass er sich besser in Form fühlte als vor der Erkrankung.

„Ich hoffe, ich konnte der Mannschaft Stabilität geben da vorne“, sagte Karaman glücklich. „Dass wir am Ende dann auch noch gewinnen – ein schöneres Comeback kann man gar nicht feiern.“ Und auch wenn der 25-Jährige noch keine glanzvolle Einzelszene hatte und noch nicht ganz wieder die Ballsicherheit wie zu Beginn der Saison, so erfüllte er doch die Erwartungen. „Ich weiß gar nicht, bei wie viel Prozent Kenan ist“, gab Rösler zu. „Aber er hat uns eine Plattform gegeben. Rouwen Hennings und er haben super harmoniert, so dass wir das Team nach vorne schieben konnten Und Kenan hat eine physische Präsenz, mit der du ein bisschen Game-Management spielen kannst in den Ecken. Das war unheimlich wichtig für uns heute.“

Vor allem für dieses „Game-Management“, wie Rösler den cleveren Umgang mit einer Führung nennt, hatte der Coach auf Karaman gesetzt. „Wir haben viele Freistöße rausgeholt, Bälle festgemacht, dadurch den Rhythmus der Freiburger unterbrochen und ein bisschen Ruhe ins Spiel gebracht“, erklärte Karamans Sturmpartner Hennings. „Wir waren ekelhaft zu spielen. Die Freiburger mussten einen Riesenaufwand betreiben, um durchzukommen – vielleicht hat sie das ein bisschen müde gemacht.“

Genau das war der Spezialauftrag für Hennings und Karaman. „Wir haben untereinander viel gesprochen“, erläutert der türkische Nationalstürmer. „Der Trainer hat extrem gefordert, dass wir in der Spitze die Jungs hinten entlasten. Vor allem sollten Rouwen und ich verhindern, dass die beiden Sechser der Freiburger das Spiel durch die Mitte aufbauen. Natürlich hat nach der langen Pause noch lange nicht alles geklappt, aber ich bin sehr zufrieden.“

Das durfte Karaman auch sein, und dass spielerisch noch ein bisschen Luft nach oben ist, muss für die kommenden Aufgaben ja nichts Schlechtes bedeuten. „Die Abstimmung zwischen Kenan und mir passt ganz gut“, meinte Hennings, „wir haben das ja auch schon oft gemacht. Insgesamt war es vielleicht spielerisch nicht unsere schönste Leistung, aber das ist ziemlich egal, wenn man drei Punkte holt.“ Widerspruch erntete er damit nicht.