Auch B-Probe positiv Darum legt Fortuna keinen Einspruch ein nach Doping-Fall beim HSV

Update | Düsseldorf/Hamburg · Dieser Fall beschäftigt den Hamburger SV – Mario Vuskovic ist positiv auf das Dopingmittel Epo getestet worden. Nun ist auch das Ergebnis der B-Probe bekannt geworden. Ihm droht eine lange Sperre. Der Abwehrspieler stand auch beim Erfolg gegen Fortuna auf dem Platz. Was man in Düsseldorf dazu sagt.

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Foto: Moritz Mueller

Mario Vuskovic war in der Hinrunde eine absolute Säule im Team des Hamburger SV. Der Abwehrspieler stand in 16 Partien für die Norddeutschen in der Startelf. Doch dann diese Meldung: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den unter Dopingverdacht stehenden HSV-Profi Mario Vuskovic vorläufig gesperrt. Wie der DFB mitteilte, wurde die Sperre im Rahmen einer Einstweiligen Verfügung nach der Rechts- und Verfahrensordnung des Verbands ausgesprochen.

Sie gilt bis zur Entscheidung des DFB-Sportgerichts in der Hauptsache. Bei einer am 16. September 2022 genommenen Dopingprobe des Hamburger Zweitliga-Spielers war körperfremdes Erythropoetin (Epo) nachgewiesen worden. Der 20-jährige Innenverteidiger ist von seinem Klub vorerst aus dem Trainingsbetrieb genommen worden.

Die Regelstrafe für Dopingdelikte beträgt vier Jahre. Wenn kein Verschulden nachgewiesen wird, kann die Strafe reduziert werden. Für Vuskovic, der nach starken Leistungen als Stammspieler bei den Hanseaten auf dem Sprung in die Nationalmannschaft stand, könnte eine lange Sperre das Ende seiner sportlichen Karriere bedeuten.

Vuskovic hatte die Öffnung der B-Probe beantragt und weist alle Schuld von sich. Nun ist das Ergebnis da. Auch die Analyse der B-Probe ist positiv ausgefallen. „Aufgrund des jetzt vorliegenden Analyseergebnisses der B-Probe wird davon ausgegangen, dass ein Verstoß gegen anwendbare Anti-Doping-Vorschriften vorliegt“, heißt es.

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Foto: Frederic Scheidemann

Jetzt muss das DFB-Sportgericht über mögliche Sanktionen entscheiden. „Der HSV wird nun in enger Abstimmung mit seinem Spieler und im Austausch mit dem DFB die nächsten Schritte prüfen und festlegen“, schrieb der HSV auf seiner Homepage. Das Sportgericht kann einen Strafbescheid in schriftlicher Form festlegen oder eine Verhandlung am DFB-Sitz in Frankfurt/Main einberufen. Das wird mit großer Wahrscheinlichkeit im Januar sein.

„Das Regelwerk unterscheidet in spezifische und nichtspezifische Substanzen und Methoden. Bei den im Regelwerk genannten spezifischen Substanzen und Methoden handelt sich um solche, bei denen die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass ein Athlet, eine Athletin sie für andere Zwecke als zur Leistungssteigerung anwendet“, sagt eine Nada-Sprecherin. „Bei nichtspezifischen Substanzen ist diese Wahrscheinlichkeit niedriger. Epo fällt unter die nichtspezifischen Substanzen.“ Nachdenklich stimmt: Im Radsport wurde Epo fast ausschließlich zur Leistungssteigerung verwendet.

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Foto: dpa/Guido Kirchner

Der Profiboxer Felix Sturm war der erste prominente Fall in Deutschland, der unter anderem wegen Verstoßes gegen das Antidopinggesetz zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Polizei und Staatsanwaltschaft haben inzwischen Vuskovics Spind im Volksparkstadion durchsucht. Gefunden wurde nichts, hieß es.

Nach der Dopingprobe am 16. September hat der HSV neun Zweitliga-Spiele bestritten, darunter sind fünf Siege (gegen Fortuna, Hannover, Paderborn, Regensburg und Sandhausen) und ein Remis (Kaiserslautern). Können Vereine, die Punkte gegen die Hamburger eingebüßt haben, gegen die Wertung protestieren?

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2016 hatte der DFB seine Regeln zur Spielwertung bei einem Verstoß gegen die Anti-Doping-Vorschriften an die Bestimmungen des Weltverbands Fifa und der Europäischen Fußball-Union Uefa angepasst. Demnach sollen Strafen gegen einen Verein nur dann erfolgen, „wenn dem Klub ein Verschulden nachgewiesen werden kann oder mehr als zwei Spieler der Mannschaft gegen die Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen haben“.

Weil offenbar weder das eine noch das andere vorliegt, sind Proteste, die spätestens 48 Stunden nach Bekanntwerden des Vorfalls eingereicht werden müssten, wohl nicht aussichtsreich. Und so hat auch Fortuna eine Kommentierung des Falls mit Verweis auf die Sachlage abgelehnt.

Der HSV muss nun umplanen. Vuskovic war trotz seiner Jugend sehr wichtig im Defensivspiel der Hamburger. Bis zum positiven Testergebnis war er in dieser Saison immer dabei.

Der Verein hat den Innenverteidiger im Sommer für drei Millionen Euro verpflichtet. Die Saison zuvor spielte das Talent von Hajduk Split auf Leihbasis beim HSV. Mit einem geschätzten Marktwert von fünf Millionen Euro ist er einer der Top-Profis der Zweiten Liga. Nun stehen er und auch sein Arbeitgeber vor einem Scherbenhaufen.

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