Fortuna Düsseldorf: Karaman schnürt Doppelpack beim 3:0 gegen Nijmegen

Geheimer Test der Fortuna: Karaman schnürt Doppelpack beim 3:0 gegen Nijmegen

Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf hat bei einem Geheimtest gegen den niederländischen Zweitligisten NEC mehr als eine Stunde in Überzahl gespielt. Erst in der zweiten Hälfte nahm Friedhelm Funkels Team Fahrt auf.

Das Abklatschen vor der Seitenwahl schallte durchs Paul-Janes-Stadion wie durch ein Völkerkundemuseum. Kein Wunder, denn das Testspiel des Bundesliga-Aufsteigers Fortuna gegen den NEC Nijmegen war geheim – und obendrein noch kurzfristig angesetzt. Wegen Sicherheitsbedenken der niederländischen Polizei war das für Samstag angesetzte Gastspiel der Düsseldorfer beim NEC am Dienstag abgesagt worden, und nun fand sich der Zweitligist aus dem Nachbarland eben zu einem Vergleich ohne Zuschauer in Flingern ein. Fortuna gewann ihn mit 3:0, blieb aber angesichts von mehr als einer Stunde Überzahlspiel lange Zeit blass.

Spät in der Vorbereitung probierte Trainer Friedhelm Funkel ein taktisches Mittel aus, das viele Beobachter schon viel früher erwartet hätten: eine Dreier-Abwehrkette. Für Kaan Ayhan, Andre Hoffmann und Robin Bormuth ist dieses Variante freilich alles andere als neu, spielte das Trio doch in der vergangenen Saison mehrfach in dieser Konstellation. Davor postierte der Coach ein Fünfer-Mittelfeld mit Kevin Stöger in der offensivsten Rolle sowie eine Doppelspitze mit Rouwen Hennings und Benito Raman.

Doch statt der Spieler geriet zunächst Schiedsrichter Markus Wollenweber in den Blickpunkt. Nach einem ruppigen Foul von Joey van den Berg an Hennings kam es zu einer Rudelbildung mit heftigen Schubsereien, wobei allerdings erneut van den Berg aus dem Üblichen heraus stach, indem er Hennings ins Gesicht schlug. Da blieb dem Mönchengladbacher Referee keine andere Wahl, als dem Niederländer trotz des Testcharakters der Partie die Rote Karte zu zeigen. Hennings, der sich nach dem Foul den ersten Schubser geleistet hatte, kam mit Gelb davon.

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Es blieb eine der wenigen aufsehenerregenden Szenen einer müden ersten Hälfte. Fortunas einzige Torchancen vergaben Raman, als er in der 40. Minute mit der Hacke nicht ganz an den Ball herankam, und wenig später Hennings mit einem Lupfer. Nach der Pause wurde es dann durch einige Wechsel personell offensiver, wobei Funkel nun wieder auf eine Viererkette umstellte. Dodi Lukebakio unterstrich die guten Absichten mit einem schönen Solo in der 52. Minute, doch sein Schuss strich knapp am Pfosten vorbei. Nun ging es richtig munter zu: Fünf Minuten später hielt Michael Rensing einen Foulelfmeter von Tom Overtoom. Es war die Initialzündung für den Schlussspurt, den die zuvor eher enttäuschende Partie allerdings auch nötig hatte. Der eingewechselte Kenan Karaman nutzte ihn zu zwei entscheidenden Treffern und meldete damit Ansprüche auf einen Platz im Team an – was allerdings im Wettstreit mit Marvin Ducksch und Hennings keine leichte Aufgabe wird. Ducksch schloss per Elfmeter den Torreigen ab.

Fortuna Rensing – Ayhan, Hoffmann, Bormuth (46. Karaman) – Zimmer (46.Zimmermann), Morales (46. Lukebakio), Sobottka, Stöger, Gießelmann (46. Contento) – Raman (60. Lovren), Hennings (46. Ducksch).


Schiedsrichter Wollenweber (Mönchengladbach). – Tore: 1:0 Karaman (65.), 2:0 Karaman (77.), 3:0 Ducksch (90./Foulelfmeter). - Besonderes Vorkommnis: Rensing hält Foulelfmeter von Overtoom (57.).