Fortuna Düsseldorf: Kapitän Oliver Fink gibt Stabilität

Der Kapitän ist wichtiger denn je: Fink gibt Fortuna Stabilität

Die Rückkehr des 36-jährigen Oliver Fink nach siebenmonatiger Verletzungspause ist eminent wichtig für Fortuna. Er ist einer der ganz wenigen Profis, die bei Trainer Friedhelm Funkel jemals selbst über ihren Einsatz entscheiden durften.

Oliver Fink ist ein Phänomen. Schon mehrfach in seiner langen Karriere warf Fortunas Kapitän eine langwierige Verletzung zurück – wie etwa der Kreuzbandriss im Zweitligaspiel beim SV Sandhausen im April 2014, der ihn zu einer siebenmonatigen Pause zwang. Doch der 36-Jährige kämpfte sich immer wieder zurück, und so auch in diesem Jahr, als ihn eine Blessurenserie ebenfalls sieben Monate lang an Einsätzen für die Düsseldorfer hinderte. Das Bemerkenswerteste dabei: Fink kommt jedes Mal wieder so zurück, als sei er nie verletzt gewesen.

„Olli lebt für den Fußball“, sagt sein Trainer Friedhelm Funkel über den Kapitän. „Er weiß wie kein anderer, dass sein Körper sein Kapital ist und behandelt ihn entsprechend. Olli weiß alles über Fitness und Ernährung, und deshalb schafft er auch jedes Mal wieder den Weg zurück.“ Den Beweis für diese These trat der Oberpfälzer in München an, wo er beim 3:3 gegen den FC Bayern und seinem Startelf-Comeback zu den besten Spielern auf dem Platz zählte. Das ist für Fortuna umso wichtiger, da Marcel Sobottka auch in der nächsten Bundesligapartie am Freitag (20.30 Uhr, Arena) gegen den FSV Mainz 05 fehlen wird. Der schmerzlich vermisste Mittelfeld-Stratege ist nach seiner Patellasehnenreizung zwar wieder im Mannschaftstraining, muss aber noch einiges an Rückstand aufarbeiten. Da kommt Finks Comeback gerade recht, um mehr Stabilität in die Schaltzentrale zu bekommen.

Wie fit der Routinier bereits wieder ist, zeigen auch die nackten Zahlen. Mit 10,296 Kilometern Laufleistung war Fink in München zwar nur der achtbeste Fortune in diesem speziellen Ranking. Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass er ja nur 75 Minuten auf dem Feld stand. Hochgerechnet auf die komplette Spielzeit hätte Finks Laufleistung 12,767 Kilometer betragen – und diese Zahl hätte ihm im internen Vergleich Platz zwei ganz knapp hinter Kevin Stöger (12,804) eingebracht.

Friedhelm Funkel überrascht das nicht. „Ich wusste, dass Olli vollkommen fit ist“, sagt er. „Sonst hätte ich ihn in München nicht von Anfang an gebracht. Er ist trotz seiner langen Verletzungspause in Sachen Physis immer unter unseren Top drei gewesen.“ Er habe schon sehr früh in der Woche vor dem Spiel mit dem Kapitän über einen möglichen Einsatz bei den Bayern gesprochen, berichtet der Chefcoach. „Und ich habe ihm gesagt, dass er allein darüber entscheide, ob er fit genug für die Startelf ist. Bei Olli weiß ich genau, dass er mir eine hundertprozentig ehrliche Antwort gibt.“ Fink gab sie – und überzeugte mit einer rundum gelungenen Vorstellung. Und selbst über den Zeitpunkt seiner Auswechslung durfte der Kapitän bestimmen, wie Funkel erklärt: „Ich habe gedacht, er hält vielleicht 60 Minuten durch. Er sollte ein Zeichen geben, wenn er raus will – und das hat er dann erst nach mehr als 70 Minuten getan. So etwas mache ich nicht mit vielen Spielern, in all meinen Trainerjahren nicht.“

Es sind schließlich auch nicht viele Spieler wie Oliver Fink.

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