Fortuna Düsseldorf: Kampf um Marcin Kaminski wird intensiver

Nach dem Abstieg des VfB Stuttgart : Fortuna kämpft um Marcin Kaminski

Nach dem Stuttgarter Abstieg intensiviert Sportvorstand Lutz Pfannenstiel die Bemühungen um VfB-Leihgabe Marcin Kaminski. Bei Abwehrchef Kaan Ayhan tickt in Sachen Ausstiegsklausel die Uhr.

Wirklich unglücklich war bei Fortuna niemand, als am Montagabend das Relegationsspiel um den letzten Bundesligaplatz abgepfiffen wurde. Der Aufstieg des Zweitliga-Dritten Union Berlin und der damit verbundene Abstieg des VfB Stuttgart bringt den Düsseldorfern durchweg Vorteile. „Ich freue mich, dass wir mit unserer Fortuna in der nächsten Saison mindestens zweimal in Berlin spielen werden“, sagt Sportvorstand Lutz Pfannenstiel lächelnd. Und dann gibt es ja noch den Fernsehgeld-Nachschlag in Höhe von 1,75 Millionen Euro, der daraus resultiert, dass die bislang in der Fünf-Jahres-Wertung vor den Düsseldorfern platzierten Schwaben künftig zweitklassig kicken.

Ganz unabhängig von TV-Geldern und dem sportlichen Wettbewerbs-Aspekt, dass der VfB möglicherweise in der neuen Saison eine stärkere Mannschaft hätte an den Start bringen können als Neuling Union, hat der Stuttgarter Absturz aber noch eine Komponente, die direkt im Zusammenhang mit Fortuna stehen könnte: Dabei geht es um die Bemühungen der Düsseldorfer, den bislang von den Schwaben ausgeliehenen Innenverteidiger Marcin Kaminski fest zu verpflichten.

„Ob sich durch den Abstieg des VfB die Ausgangslage bei unseren Gesprächen über Marcin verändert hat, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen“, erklärt Pfannenstiel. „Wir hatten wegen Marcin immer wieder Kontakt mit dem VfB. Es ist aber völlig normal, dass die Stuttgarter zunächst den Saisonverlauf und nun die Relegation abwarten wollten. Jetzt lassen wir den VfB-Kollegen ein paar Tage Zeit, den Schock zu verdauen – das gebietet schon die sportliche Fairness. Anschließend werden wir dann in konkrete Gespräche einsteigen.“

Derzeit ist noch unklar, ob sich Fortunas Chancen durch die neue Situation verbessert oder verschlechtert haben. Es gibt einige Anzeichen dafür, dass die VfB-Führung ein Scheitern in der Relegation schlichtweg nicht auf dem Zettel hatte und dementsprechend nicht zweigleisig plante. Womöglich könnte der polnische Nationalverteidiger im Unterhaus plötzlich wieder eine Rolle in den Stuttgarter Köpfen spielen – aber will Kaminski das überhaupt? „Ob Marcin in der Zweiten Liga spielen will, muss der Spieler für sich entscheiden und dann mit dem VfB ausmachen“, betont Pfannenstiel. „Es ist schon nicht ganz unwichtig, was der Spieler selbst will.“

Das Beispiel Dawid Kownacki unterstreicht diese Ansicht des Sportvorstands. Kaminskis Nationalmannschaftskollege wollte im Winter unbedingt zu Fortuna – und war damit die entscheidende Trumpfkarte im Poker mit dem abgebenden Verein Sampdoria Genua.

Am Dienstag tauchte nun ein interessanter Name im Transferpoker auf: Demnach stünde – nach dem gelungenen Vorbild Florian Neuhaus im Aufstiegsjahr – womöglich die Ausleihe von Gladbachs Mittelfeldtalent Michael Cuisance ins Haus. „Im Winter haben wir uns tatsächlich mal mit dem Namen Cuisance beschäftigt“, sagt Fortunas Sportvorstand dazu, „aber in dieser Transferperiode war er bislang noch kein Thema. Gespräche mit ihm oder der Borussia haben wir daher auch nicht geführt. Er ist aber durchaus ein spannender Spieler.“

Bei all diesen Überlegungen ist natürlich nicht unwichtig, wie viele Profis des bisherigen Kaders bleiben. Kaan Ayhan etwa, dessen Ausstiegsklausel in seinem bis Juni 2021 laufenden Vertrag nach Informationen unserer Redaktion am Samstag um null Uhr abläuft. Dem Vernehmen nach liegt sie bei rund vier Millionen Euro, und sollte sie bis dahin kein anderer Verein gezogen haben, hieße das noch nicht, dass der Abwehrchef sicher bei Fortuna bliebe. Bei einem später auf den Plan tretenden Interessenten könnte der Klub jedoch eine weit höhere Summe aufrufen. Bis zur Stunde jedenfalls ist weder für Ayhan noch für Angreifer Benito Raman ein Angebot bei den Düsseldorfern eingetroffen.