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Fortuna Düsseldorf: Kaan Ayhans große Rückkehr

Doppelpack bei Fortunas 2:0-Sieg : Kaan Ayhans große Rückkehr

Kaan Ayhan hat seine bisher schwersten Wochen bei Fortuna erlebt. Doch beim 2:0 gegen Freiburg feierte der Abwehrchef sein Comeback – und wurde mit einem Doppelpack direkt zum großen Matchwinner.

Immer wenn Kaan Ayhan über seine Rolle bei Fortuna spricht, lässt er keinen Zweifel daran, dass er vorangehen, dass er Verantwortung übernehmen will. Doch genau das durfte und konnte er in den vergangenen sechs Wochen nicht. Ayhan musste vier Spiele pausieren – auch wegen schlechten Leistungen. Und das passt so gar nicht ins Selbstverständnis des türkischen Nationalspielers. Umso erklärlicher, warum Ayhan am Samstag nach dem 2:0 gegen Freiburg freimütig zugab: „Das tut schon gut für die Seele.“ Der 24-Jährige hatte seine Rückkehr ins Team des Bundesliga-Aufsteigers selbst gekrönt. Seine beiden Tore nach Eckbällen (55., 79.) waren entscheidend für den dritten Saisonsieg der Düsseldorfer. „Es hat genau den Richtigen getroffen. Kaan hat sehr hart für diesen Erfolg gearbeitet“, sagte Niko Gießelmann – und schob augenzwinkernd nach: „Aber nicht, dass er jetzt abhebt.“

Abgehoben ist Ayhan allerdings bereits am Samstag mehrfach: In Luftduellen gegen die Freiburger Angreifer, beim herrlichen Kopfball zum 1:0 und schließlich bei seinen Jubelsprüngen vor der Fankurve. Ayhan ist ohnehin ein Spieler, der seine Emotionen auf dem Platz nur schwer zurückhalten kann und deshalb oftmals auf dem schmalen Grat zum Überdrehen wandert.

Diese Leidenschaft macht Ayhan andererseits zum klaren Abwehrchef. Dass er das auch neben dem Rasen bleibt, betonte Friedhelm Funkel bewusst, als der Coach Ayhan nach zwei Totalausfall-Tagen in Frankfurt und Mönchengladbach beim Spiel gegen Hertha BSC auf die Bank verbannt und nach überstandener Zehenverletzung und Erkältung zuletzt auch gegen Bremen nicht von Beginn an gebracht hatte. Ayhan nahm die Entscheidungen zwar professionell hin. Dass er sie nicht zu 100 Prozent nachvollziehen konnte, war aber zwischen den Zeilen zu hören: „Zunächst war abgesprochen, dass ich für ein Spiel eine Pause bekomme. Dann war ich verletzt, dann wurde ich krank, dann sagte der Trainer, die Innenverteidigung habe es gut gemacht. Ich habe nicht das Recht zu sagen, ich sehe es anders. Heute hat sich der Trainer für mich entschieden und wurde belohnt. Ich kann aber nicht versprechen, dass ich jetzt immer einen Doppelpack mache.“ Dennoch bemühte sich Ayhan schließlich um die nötige Gelassenheit und sagte: „Im einen Spiel ist man der Buhmann, im nächsten der Matchwinner. So schnell geht es im Fußball.“

Ayhan betrieb jedenfalls auch außerhalb des gegnerischen Strafraums reichlich Eigenwerbung und gab seinem Trainer so keinen Anlass dazu, ihn gegen Dortmund (Dienstag, 20.30 Uhr) wieder aus der Startelf zu nehmen. Auch Ayhan war es schließlich zu verdanken, dass Funkel von der „besten Defensivleistung der Saison“ sprach. Fortuna ließ bis auf eine Großchance von Luca Waldschmidt in der Schlussphase rein gar nichts zu. Freiburg hatte hingegen Glück, dass Fortuna mit ihren Torgelegenheiten allzu nachlässig umging.

Einzig Ayhan war kaltschnäuzig vor dem gegnerischen Gehäuse. Als Oberlehrer will sich der gebürtige Schalker aber nicht aufführen: „Ich werde unseren Stürmern jetzt keine Tipps geben, wie das mit dem Toreschießen so funktioniert. Normalweise können die das alle ganz gut.“