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Fortuna Düsseldorf: "Jetzt muss aber mal ein Ball reingehen"

Fortuna Düsseldorf : "Jetzt muss aber mal ein Ball reingehen"

Bei Fortuna Düsseldorf löst sich der Knoten 2017 einfach nicht auf. Gegen den 1. FC Heidenheim bekamen die Rot-Weißen den Ball wieder 90 Minuten lang nicht im Tor unter. Am Ende waren sich alle einig: Es wäre deutlich mehr drin gewesen als ein 0:0.

Das Runde muss beim Fußball ins Eckige. So weit, so gut. Verstanden haben das die Düsseldorfer Profis schon. Sie schossen zumindest ein paar Mal auf das gegenüberliegende Eckige. Doch so wirklich gefährlich waren die Versuche nicht. Das 0:0 war bitter, aber gerecht.

Heidenheims Trainer Frank Schmidt fand bei der Pressekonferenz die richtigen Worte: "Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt: Fußballerisch war es nicht gerade ein Leckerbissen, aber das war auch nicht zu erwarten", erklärte der 43-Jährige. Immerhin spielen beide Klubs bislang eine schwache Rückrunde, die Kicker sind verunsichert.

"Leider können wir momentan kein Tor schießen"

Bei der Fortuna überzeugten vor allem die Fans, die sich die Karnevals- und Fußballparty auf der Tribüne auch von einer unspektakulären ersten Halbzeit nicht vermiesen ließen. Die Flingerner kamen ganz ordentlich in die Partie, hätten durch Lukas Schmitz und Ihlas Bebou durchaus treffen können — es fehlte aber die nötige Durchschlagskraft.

"Beiden Mannschaften ist es gelungen, der Offensive des Gegners das Tempo zu nehmen. Uns ist das gegen Bebou gut gelungen, Düsseldorf gegen Marc Schnatterer auch", sagte Schmidt. Fortunas Kapitän Oliver Fink erklärte das Mittelfeldgeplänkel so: "Es war gegen die brandgefährlichen Heidenheimer wichtig, dass wir nichts kassieren. Leider können wir momentan aber auch kein eigenes Tor schießen."

Was die Rheinländer in der Offensive anboten, konnte sich nun wirklich nicht sehen lassen. Heidenheim überließ den Hausherren das Feld, doch die wussten mit dem Platz nichts anzufangen. Der nahezu beschäftigungslose Torhüter Michael Rensing schlüpfte in die Rolle des Zuschauers und sagte: "Super verteidigt, kein Tor geschossen. Alles was man machen konnte, das haben wir gemacht. Jetzt muss aber mal ein Billardtor oder ein abgefälschter Ball reingehen."

Fortuna ist überlegen, macht daraus aber nichts

Es ist ja nicht so, dass Fortuna nicht versuchte, ein Billardtor zu erzielen. Aber weder Kevin Akpoguma noch Marcel Sobottka konnten das Leder bei Halbchancen über die Torlinie würgen. An der Seitenlinie wurde Trainer Friedhelm Funkel ungewohnt hektisch — dirigierte und diskutierte je nach Situation mit Schiedsrichter Christof Günsch oder Heidenheim-Coach Schmidt.

Bei der Pressekonferenz erklärte Fortunas Übungsleiter dann: "Wir haben uns richtig in die Partie hineingekämpft, wussten um die Gefährlichkeit der Heidenheimer. Vor allem haben wir uns bei den gefährlichen Standards gut entgegengeworfen. Was wir an Leidenschaft und Laufbereitschaft vor allem nach der Pause gezeigt haben, das war schon in Ordnung."

Im zweiten Durchgang waren die Flingerner ihrem Gegner absolut überlegen. "Wir wollten gewinnen, das hat man bestimmt über das ganze Spiel gesehen. Wir sind mit einer super Einstellung ins Spiel gegangen, aber vorne haben wir leider keinen reinbekommen", sagte Robin Bormuth, den Funkel in der Innenverteidigung überraschend von Beginn an brachte.

Ayhan muss mit 20 Stichen genäht werden

Auch Nebenmann Akpoguma war mit der Leistung nicht unzufrieden. "Wir treffen den Ball im Moment vor dem Tor einfach nicht richtig — ich auch nicht. Aber wir haben jede Minute des Spiels Gas gegeben und den Kopf nicht hängenlassen." Das ist löblich, ein Sieg muss aber trotzdem so schnell wie möglich her, sonst wird es in der Tabelle finster.

Negativer Höhepunkt war die schwere Verletzung von Mittelfeldmann Kaan Ayhan. Der türkische Nationalspieler zog sich bei einer Grätsche zwei Platzwunden am linken Auge zu und musste im Krankenhaus mit 20 Stichen genäht werden. "Die nächsten drei Tage sind entscheidend. Wenn sich die Wunde nicht entzündet, kann er danach schon wieder auf dem Platz stehen", sagte Fortuna-Arzt Ulf Blecker.

(jado)