Fortuna Düsseldorf: Jetzt geht's zum heimstärksten Team der Liga

Fortuna Düsseldorf: Jetzt geht's zum heimstärksten Team der Liga

In Hannover arbeiten die Ex-Schalker André Breitenreiter und Horst Heldt daran, die Niedersachsen zurück in die Bundesliga zu führen. In der HDI-Arena konnte bislang nur Dynamo Dresden gewinnen. Am Sonntag <a href="http://www.rp-online.de/app/live-ticker/zweiteliga.php#/live-e861969" target="_blank"> (13.30 Uhr/Live-Ticker)</a> probiert es nun Fortuna Düsseldorf.

In Hannover arbeiten die Ex-Schalker André Breitenreiter und Horst Heldt daran, die Niedersachsen zurück in die Bundesliga zu führen. In der HDI-Arena konnte bislang nur Dynamo Dresden gewinnen. Am Sonntag (13.30 Uhr/Live-Ticker) probiert es nun Fortuna Düsseldorf.

Die Heimstärke der Hannoveraner ist ebenso verblüffend wie die Heimschwäche der Fortuna. Zwölf Siege plus zwei Unentschieden gab's aus den 15 Zweitliga-Spielen. Nicht eingerechnet ist eine Partie, die in der zweiten Runde des DFB-Pokals stattfand: Am 26. Oktober knallte Hannover die Fortuna nach allen Regeln der Kunst mit 6:1 aus dem Wettbewerb.

Bereits nach 16 Minuten hatte der Zug die Düsseldorfer überrollt, Torwart Michael Rensing griff im Minutentakt hinter sich, es stand 0:4, die Abwehr um Alexander Madlung und Kevin Akpoguma musste Kritik und Häme einstecken. Am Sonntag sollten die Fortunen das Debakel für 90 Minuten aus den Köpfen streichen. "Das 1:6 ist Schnee von gestern, daraus kann man überhaupt keine Rückschlüsse mehr ziehen", sagte zumindest Coach Friedhelm Funkel auf der Pressekonferenz.

Hannovers Trainer Breitenreiter, seit Ende März in Amt und Würden, ist in der heimischen Arena noch ungeschlagen. Die letzten vier Partien fingen sich die 96er zu Hause nicht mal ein Tor. Fünf Heimsiege ohne Gegentreffer wären Vereinsrekord in der 2. Bundesliga.

Allerdings: Klammert man den peinlichen Pokal-Auftritt in der HDI-Arena aus, konnten sich Fortunas Auswärtsspiele durchaus sehen lassen. Fünf Siege, fünf Unentschieden und fünf Niederlagen gab's in der Liga auf fremdem Platz — bedeutet Rang fünf in der Auswärtstabelle. "Wenn man zu einer heimstarken Mannschaft wie Hannover fährt, ist es ganz gut zu wissen, dass man in der Fremde oftmals überrascht hat — dieses Selbstbewusstsein müssen wir mit auf den Platz nehmen", betonte Funkel.

Dynamo Dresden hat es vorgemacht

Fortuna hat vier Abstiegsendspiele vor der Brust, Hannover setzt im Aufstiegsrennen zum Endspurt an. Die Niedersachsen stehen unter Zugzwang, denn wenn sich nichts mehr verschieben sollte, müsste das Breitenreiter-Team als Tabellendritter (57 Punkte) in die Relegation. Stand jetzt käme es zum Duell mit dem FC Augsburg.

Dass man den Hannoveranern einen Punk abluchsen kann, hat Erzgebirge Aue am vorigen Spieltag beim 2:2 bewiesen. Auch zu Hause wurde der Aufstiegsaspirant schon einmal besiegt: am 4. Spieltag von Dynamo Dresden. Wie das funktionierte? Die 96er machten das Spiel, Dynamo clevererweise die Tore. Auch die Fortunen sehen sich in der Außenseiterrolle, glauben an ein dominantes 96, wollen Konterchancen nutzen.

Auswärts kann Fortuna meist mithalten

Fortuna übt Flanken für Hannover

Doch welcher Fortune soll den Job als Torjäger übernehmen? Rouwen Hennings fällt mit einem Magengeschwür aus. Emmanuel Iyoha hat noch gar nicht getroffen, Ihlas Bebou in der Rückrunde erst einmal — genau wie Özkan Yildirim, der beim 1:3 gegen St. Pauli ganz vorne auflief.

Funkel muss sich was einfallen lassen, um die 96-Abwehr um Salif Sané und Florian Hübner zu knacken. Baustellen hat er aber nicht nur vorne, sondern auch hinten: Akpoguma (verletzt) und André Hoffmann (gesperrt) fehlen in der Innenverteidigung. Kaan Ayhan, der nachträglich gesperrt wurde, kann ebenfalls nicht aushelfen. Madlung und Robin Bormuth müssen es richten.

Hannover trifft nicht nur früh, sondern auch spät

In Sicherheit wiegen darf man sich übrigens auch bei einer Führung nicht. Hannover hat 16 Punkte nach Rückstand geholt: ebenfalls der Bestwert der Liga. Außerdem gelangen den Niedersachsen vier Tore in der Nachspielzeit.

Noch mehr Statistiken? Hannovers Keeper Philipp Tschauner vereitelte in dieser Saison schon 16 Großchancen — besser war in der 2. Bundesliga keiner. Direkt dahinter folgt Fortunas Schlussmann Michael Rensing mit 14 abgewehrten Hochkarätern.

Immerhin gewann Fortuna die letzten beiden Zweitliga-Gastspiele in Hannover: in der Saison 1994/95 mit 3:0, 1998/99 mit 2:0. So ein Ergebnis würde am Sonntag eine rot-weiße Party auslösen. Außerdem: Hannover-Trainer Breitenreiter hat die letzte Niederlage in der 2. Bundesliga gegen Düsseldorf kassiert — im April 2014 mit dem SC Paderborn (1:2). Wenn das nicht Mut macht ...

(jado)
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