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Fortuna Düsseldorf ist noch sieglos gegen RB Leipzig

Klägliche Bilanz : Fortuna ist noch sieglos gegen Leipzig

Es läuft bei Fortuna: Vier Siege in Folge schaffte das Team von Trainer Friedhelm Funkel. Die Bilanz gegen den nächsten Gegner verspricht aber nichts Gutes.

Für die Traditionalisten unter Fortunas Fans – und davon gibt es eine ganze Menge – ist es der Klassenkampf schlechthin. Gegen die Emporkömmlinge aus Leipzig, millionenschwer gepusht vom österreichischen Brause-Milliardär Dietrich Mateschitz, ist für sie die Motivation besonders groß. Und diese Haltung hat sich dann auch im gesamten Düsseldorfer Klub durchgesetzt, der das Logo des erst 2009 gegründeten Projekts nicht in seinen Verlautbarungen verwendet, weil es nahezu identisch mit dem Markenlogo von Mateschitz’ Getränk ist.

Auch das Kürzel „RB“ ist für Fortuna tabu – und in der Tat muss man schon reichlich naiv sein, um hinter der Kurzform des Projektnamens „Rasenballsport“ nicht auch die österreichische Brause zu sehen. Umso mehr schmerzt es die Düsseldorfer und ihre Anhänger, dass die Bilanz gegen die Sachsen bislang ernüchternd ist. In fünf direkten Vergleichen reichte es für Fortuna nur zu zwei Unentschieden, dreimal behielt Leipzig die Oberhand. Am Sonntag (18 Uhr) will die Truppe von Trainer Friedhelm Funkel dieses Manko beheben. Mut sollte dabei das Hinspiel machen, in dem Fortuna nach starker Vorstellung ein verdientes 1:1 erreichte.

Im Rückblick auf die Duelle zuvor verdient das erste Aufeinandertreffen der grundverschiedenen Klubs am 28. September 2014 besondere Beachtung. 30.477 Zuschauer wollten die Partie sehen, in der der ungeliebte Gast zweimal in Führung ging – beide Male durch den gelernten Abwehrspieler Georg Teigl, den Leipzigs Trainer Alexander Zorniger aus Personalnot im Angriff einsetzte. Am Ende freuten sich Fortunas Fans dennoch über ein 2:2 gegen den Favoriten, da Joel Pohjanpalo (60.) und Charlie Benschop (86.) jeweils den Ausgleich schafften.

Stärker in Erinnerung als das sportliche Geschehen blieb freilich der musikalische Rahmen. Fortunas Stadion-DJ Marcus „Opa“ Haefs verulkte den millionenschweren Gast mit Songs wie „Kauf mich“, „Ich find’ dich scheiße“, „Material Girl“, „Money, Money, Money“ und sogar den Trauermarsch von Frederic Chopin – für Letzteren entschuldigte sich später Fortunas Klubführung bei den Leipzigern, denen auch die schwarze Kleidung der Heimfans und deren Banner „Untergang des Fußballs“ aufgestoßen war.

Kleines Schmankerl am Rande: In der Schlussphase wechselte Zorniger für Teigl einen Jungprofi ein, der später zum WM-Star Kroatiens und Matchwinner für Eintracht Frankfurt im DFB-Pokalfinale wurde: Ante Rebic.

Auch die weiteren direkten Vergleiche waren geprägt von Fanprotesten. Bei den drei Auswärtsspielen Fortunas – 1:3 im März 2015, 1:2 im Oktober desselben Jahres und eben 1:1 im vergangenen September – sprachen die größten Fan-Organisationen Ultras und Supporters Club jeweils einen Boykott aus, so dass nur wenige Gästefans in den Osten reisten. Sportlich gab es dort in den beiden ersten Versuchen vom Ergebnis und vom Spielverlauf her nichts zu holen: Beim ersten Mal konnte Pohjanpalo nur zwischenzeitlich auf 2:1 verkürzen, ebenso wie Karim Haggui beim zweiten. In Düsseldorf erging es Fortuna beim 1:3 im April 2016 ähnlich, obwohl Oliver Fink seine Farben da sogar in Führung gebracht hatte.

Bleibt der Mutmacher vom September. 1:1 hieß es da nach Matthias Zimmermanns Führungstor und Jean-Kevin Augustins Ausgleich. Im ersten Erstligaduell beider Klubs war es Fortunas beste Vorstellung gegen die Leipziger – und eindeutig die Vorlage für Sonntagabend.