Fortuna Düsseldorf: Immer Ärger mit Schiedsrichter Martin Petersen

Fortunas Aufreger der Woche : Immer Ärger mit Schiri Petersen

Der Filderstädter Martin Petersen hat Fortunas Kaan Ayhan die fünfte Gelbe Karte gezeigt, so dass der Abwehrchef in Dortmund gesperrt ist. Aber auch Ayhans Kollegen haderten mit dem Referee, der bereits bei Fortunas 1:3 in Berlin auffiel.

Martin Petersen wird es schwer haben, bei der nächsten Mannschaftsparty Fortunas auf die Gästeliste zu kommen. Das 1:1 bei der TSG Hoffenheim versetzte die Düsseldorfer zwar grundsätzlich in fröhliche Stimmung – das galt jedoch nicht für die Beurteilung des Schiedsrichters. „Ich wünschte mir, ich hätte eine Gelbe Karte in der Tasche“, grummelte Innenverteidiger Kaan Ayhan. „Dann würde ich jedes Mal eine zeigen, wenn mich der Schiedsrichter anschreit. Das hat Herr Petersen nämlich getan, und ich antwortete: ,Schrei mich nicht an!’ Dafür gab es dann Gelb. Am besten schreiben wir, es war eine richtige Entscheidung, denn ich habe es langsam satt.“

Ayhan war nicht zuletzt deshalb angefressen, weil ihm die Entscheidung des Referees ein unerwünschtes freies Wochenende bescherte. Die Verwarnung in Sinsheim war die fünfte des türkischen Nationalspielers in dieser Saison, und deshalb ist er am Samstag (15.30 Uhr) in der Partie bei Borussia Dortmund ebenso gesperrt wie der Abwehrchef des BVB, Mats Hummels – der sah beim 2:1-Sieg in Berlin Gelb-Rot. Dem Fortunen wurde dabei augenscheinlich zum Verhängnis, dass er Petersen duzte. Müßig zu überlegen, ob ein „Schreien Sie mich nicht an“ womöglich ungestraft geblieben wäre.

„Wenn man sich als Schiedsrichter immer mit Karten Respekt verschaffen muss..“, ergänzte Ayhan und ließ den Rest des Satzes ungesagt verklingen. Auch andere Fortuna-Spieler haderten in vielen Situationen mit dem zwar gestenreich agierenden, dafür aber keineswegs souveränen Filderstädter. So legten sich zum Beispiel Andre Hoffmann und Alfredo Morales nach strittigen Pfiffen mit dem 34-Jährigen an, blieben aber von Gelben Karten verschont – im Gegensatz zu Ayhan, Rouwen Hennings, Bernard Tekpetey und Markus Suttner, wobei zumindest Suttners Verwarnung unberechtigt war. Dafür ließ Petersen ein klares Foul an Tekpetey ungeahndet, das man sogar als Notbremse hätte werten können.

Fortunas Sportvorstand Lutz Pfannenstiel versuchte, die Sache von der humorvollen Seite zu nehmen: „Vielleicht hat Kaan ja eine Hochzeit geplant und brauchte ein freies Wochenende.“ Dann befasste er sich aber doch ernsthafter mit dem Referee. „Es waren viele 50:50-Entscheidungen dabei, bei denen wir auf der Bank uns schon gewundert haben. Aber er hat sie nun mal so getroffen, mehr wollen wir dazu gar nicht sagen.“

Ayhan hingegen schon – auf Nachfrage blickte der Abwehrspieler ein wenig intensiver auf das besondere Verhältnis zwischen Unparteiischen und Profis, das eher schwieriger werde. „Ich glaube nicht, dass das etwas mit dem Videobeweis und dessen Folgen zu tun hat“, meinte Ayhan. „So wie im normalen Leben gibt es auch bei den Schiedsrichtern unterschiedliche Charaktere. Wenn ich mich zum Beispiel an die Spiele mit Manuel Gräfe erinnere, der eine große Ruhe und Sicherheit ausstrahlt, da baut man als Spieler eine ganz andere Beziehung zum Schiedsrichter auf während des Spiels. Das ist schon angenehmer als ein Schiedsrichter, der nur darauf wartet, sich Respekt zu verschaffen, indem er zeigt, dass er die Gelben Karten in der Tasche hat und nicht wir.“

Auch wenn er Petersen dabei nicht namentlich nannte, brauchte es nicht viel Vorstellungskraft, die Verbindung herzustellen. Interessant ist dabei, dass der Filderstädter in dieser Saison bereits mehrfach auffiel. Der Immobilienkaufmann war es, der am 8. November eine der bislang kuriosesten Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Videobeweis traf, als er einen Treffer des Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden aberkannte, weil lange zuvor ein Spieler des Gegners Dynamo Dresden den Ball angeblich aus dem Aus zurück ins Feld gespielt hatte. Videobilder können oft indes gar nicht zweifelsfrei beweisen, dass ein Ball im Aus war – so auch in jenem Spiel, das Dresden am Ende 1:0 gewann.

Zudem leitete Petersen Fortunas Partie bei Hertha BSC: Bei der 1:3-Niederlage, die aufgrund der schwachen Vorstellung der Gäste fraglos verdient war, verweigerte Petersen ihnen dennoch zwei glasklare Elfmeter – trotz Heranziehung des Videobeweises. Daran erinnerte sich in Sinsheim auch Pfannenstiel wieder. „Wir haben ihn auf alle Fälle notiert“, sagte er augenzwinkernd. Sicherlich nicht auf der Einladungsliste zur nächsten Mannschaftsparty.