Fortuna Düsseldorf: Ihlas Bebou kann endlich wieder angreifen

Fortuna Düsseldorf: Bebou kann endlich wieder angreifen

Viel schlimmer als Ihlas Bebou kann es einen Fußball-Profi nicht erwischen. Ein Schädelbruch und ein Knorpelschaden im Knie warfen den Spieler von Fortuna Düsseldorf weit zurück. Jetzt ist er wieder da – und überglücklich.

Viel schlimmer als Ihlas Bebou kann es einen Fußball-Profi nicht erwischen. Ein Schädelbruch und ein Knorpelschaden im Knie warfen den Spieler von Fortuna Düsseldorf weit zurück. Jetzt ist er wieder da — und überglücklich.

Den 10. Juli 2013 wird Bebou sicherlich niemals vergessen — und mit ihm alle, die damals im Stadion Brühl im schweizerischen Grenchen mit dabei waren. Es waren erst 30 Sekunden gespielt in der Partie des Uhrencup-Turniers zwischen Fortuna Düsseldorf und dem Grasshopper Club Zürich, als der Düsseldorfer Stürmer Bebou nach einem Kopfballduell reglos am Boden liegenblieb.

Die Diagnose lautete Schädelbruch - und da dieser vollständig ausheilte, hatte der Deutsch-Togolese noch Glück im Unglück. Anfangs befürchtete Mannschaftsarzt Dr. Ulf Blecker sogar noch Schlimmeres: "Schließlich war Ihlas Arm zunächst von der Schulter bis zu den Fingerspitzen gelähmt."

Karriereende im Kopf

Der Fortune wurde wieder gesund — und erlebte den nächsten schweren Rückschlag. Kurz nach seinem Wiedereinstieg ins Training zog sich Bebou einen Knorpelschaden im Knie zu. "Da habe ich kurz sogar darüber nachdenken müssen, dass eine solche Verletzung das Karriereende bedeuten kann", sagte der junge Angreifer.

Zum Glück belastete er sich nicht lange mit solchen Gedanken, sondern schuftete für sein Comeback. Seit einigen Tagen kann er wieder voll mit der Zweitligamannschaft trainieren, und beim 2:2 gegen den VfL Bochum am vorigen Freitag warf ihn Interimstrainer Taskin Aksoy ins kalte Wasser. In der 72. Minute wechselte ihn der 47-Jährige für den entkräfteten Charlie Benschop ein - vor Jimmy Hoffer und Ben Halloran, die ebenfalls als Offensivkräfte auf der Bank saßen. Der junge Mann, der beim Garather SV das Fußballspielen lernte und über den VfB Hilden 2011 zu Fortuna kam, enttäuschte seinen Mentor Aksoy nicht, brachte viel frischen Wind in das Düsseldorfer Spiel. In zwei Szenen ließ er die Bochumer Deckung sogar in einer Manier stehen, die an seinen Teamkollegen Mathis Bolly erinnerte - und der ist nichts weniger als der schnellste Spieler der 2. Bundesliga.

"Er ist ein Riesentalent"

Große Worte über seinen vielversprechenden Auftritt wollte Bebou hinterher dennoch nicht verlieren. Er beschränkte sich darauf, in der Interviewzone jeden höflich zu grüßen und glücklich zu strahlen. Das Reden besorgten andere für ihn. "Ihlas hat Riesenqualitäten", kommentierte Taskin Aksoy mit einem Lächeln. "Wäre er nicht mehrfach so schwer verletzt worden, wäre er heute schon viel, viel weiter. Er ist ein Riesentalent."

Das stellte Bebou dann am Dienstagabend gleich noch einmal unter Beweis, als er beim 2:1-Sieg der Zweitvertretung in Wiedenbrück zu den auffälligsten Akteuren zählte. Zum Siegtreffer Kemal Rüzgars leistete er die Vorarbeit, später hatte er selbst die Chance zum 1:3, doch da zeigte er sich dann ein wenig zu verspielt, vergab mit der Hacke. Vieles spricht dafür, dass der 20-Jährige am Montag in Leipzig erneut zum Kader des Zweitliga-Teams zählen wird. Bis 2017 läuft Bebous Vertrag - da gibt es reichlich Gelegenheit, sein Talent unter Beweis zu stellen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bebou gibt Comeback bei der Fortuna

(jol)
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