Fortuna Düsseldorf holt einen Punkt in müdem Spitzenspiel

Fortuna Düsseldorf : Fortuna holt einen Punkt in müdem Spitzenspiel

Die stolze Auswärtsserie des FC Ingolstadt hat auch in Düsseldorf gehalten. Seit nunmehr 19 Zweitligaspielen ist die Truppe von Trainer Ralph Hasenhüttl auf fremdem Platz ungeschlagen, und das 0:0 in der Esprit-Arena war auch verdient.

Die Oberbayern profitierten davon mehr als die Gastgeber, denn während diese Gefahr laufen, ihren zweiten Tabellenplatz in den nächsten Tagen an die Konkurrenz aus Leipzig, Kaiserslautern oder Darmstadt zu verlieren, residiert der FCI weiter mit einem komfortablen Vorsprung an der Spitze des Klassements.

Wenn man Oliver Recks Startaufstellungen erraten möchte, ist schon der Kauf einer besonders guten Glaskugel angeraten. Fortunas Trainer ist immer für Überraschungen gut, und auch gegen Ingolstadt machte er davon reichlich Gebrauch. Im Tor war allseits Lars Unnerstall erwartet worden, da dieser die ersten zehn Ligapartien auf der Bank verbracht und dann bei seiner Premiere in Kaiserslautern stark gespielt hatte — stattdessen hielt wieder Michael Rensing. Im Sturm traf Joel Pohjanpalo in den vergangenen Wochen, wie er wollte — doch statt des Finnen nominierte Reck erneut Jimmy Hoffer, obwohl der Österreicher beim 1:1 auf dem Betzenberg ziemlich enttäuscht hatte.

"Es ist doch keine Überraschung, wenn Michael im Tor steht", erklärte der Coach vor der Partie. "Er hat doch in dieser Saison stets hervorragende Leistungen gezeigt." Stimmt hundertprozentig, nur hätte dieses Argument ebenso vor dem Lautern-Match gegolten, und da musste sich der Ex-Leverkusener unerwartet auf die Bank setzen. Zur Personalie Hoffer sagte der 49-Jährige nur: "Wir sind eben auf allen Positionen doppelt besetzt. Da gibt es immer die Gelegenheit, den Gegner zu überraschen." Und die eigenen Fans.

In der Abwehr fiel wie befürchtet Kapitän Adam Bodzek wegen muskulärer Probleme aus. Für ihn kam Jonathan Tah zurück in die Anfangself, und schon nach 22 Minuten folgte die nächste Zwangsumstellung. Linksverteidiger Lukas Schmitz und der Ingolstädter Danny Da Costa erlitten schwerere Verletzungen. Da Costa trug in der Szene einen offenen Schienbeinbruch davon, Schmitz wurde wegen einer Mittelfußverletzung ausgewechselt.

"Er wird uns länger fehlen", meinte Oliver Reck. Es kam Ben Halloran, der sich nach links offensiv orientierte, und dafür rückte Axel Bellinghausen nach hinten. Vor der Pause waren Chancen Mangelware. Die klarere Möglichkeit hatte Fortuna: Bellinghausen hätte selbst schießen müssen, wählte aber das Abspiel zu Charlie Benschop, dessen Schuss ebenso geblockt wurde wie das Nachsetzen Michael Liendls.

Auch nach dem Wechsel bestätigte sich die alte Regel, dass Gipfeltreffen höchst selten zu Gipfeln des Genusses werden. Beide Teams neutralisierten sich weitestgehend gegenseitig, gestatteten sich nur wenige Chancen. Und da der starke Tah und auf der Gegenseite Moritz Hartmann die wenigen vorhandenen unglücklich vergaben, stand am Ende das torlose Remis.

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